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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.01.2009

Norma Jean and Marilyn
Stefanie Denkert

Die Produktion des US-TV-Senders HBO über Norma Jeane Mortenson und ihr späteres Ich "Marilyn Monroe" zeigt die Lebensgeschichte einer einsamen Frau mit einem übersteigerten Geltungsbedürfnis.



Bevor sie Marilyn Monroe wurde, also das Sexsymbol des 20. Jahrhunderts, war die gebürtige Norma Jeane Mortenson ein armes Waisenkind, das von einer Karriere als Filmstar träumte. Am 1. Juni 1926 in Kalifornien geboren, hat Norma Jeane nur wenige Jahre mit ihrer psychisch kranken Mutter verbracht, ihren Vater lernte sie nie kennen. Die traurige Kindheit zwischen Waisenhaus und verschiedenen Pflegeeltern endete, als die damals erst 16-Jährige eine Ehe mit ihrem Freund Jimmy Dougherty einging. Da Dougherty bei der Handelsmarine beschäftigt war, ließ er seine junge Ehefrau häufig allein. Diese nutzte ihre freie Zeit für die ersten Gehversuche als Fotomodel und für karrierefördernde Affären. So hatte sich die mittlerweile als "Norma Jean Baker" getaufte als erfolgreiches Model und beliebtes Pin-Up etabliert, bis Dougherty nach langen Aufenthalt 1946 aus dem Süd-Pazifik zurückkehrte.

Noch im selben Jahr wurde das Ehepaar geschieden, doch beruflich ging es voran für Norma Jean: sie erhielt ihren ersten Filmvertrag und ließ auf Drängen der Arbeitgeber eine Rundumerneuerung vornehmen. Aus dem niedlichen ´Mädchen von nebenan´ wurde so mit Hilfe von Chirurgen und Blondiercreme der Vamp "Marilyn Monroe". Ab 1950 stellten sich schließlich erste Filmerfolge ein, doch anstatt eine ernstzunehmende Schauspielerin zu werden, wie sie es sich wünschte, mimte die Blondine immer wieder das naive Dummchen. Das Publikum liebte Marilyn Monroe in dieser Rolle, machte Filme wie "Blondinen bevorzugt" (1953), "Das verflixte 7. Jahr " (1955) und "Manche mögen´s heiß" (1959) zu Kassenschlagern.
Im Privatleben lief es für Marilyn auch nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte: zwei weitere Ehen, mit dem Baseballspieler Joe DiMaggio und dem Schriftsteller Arthur Miller, scheiterten. Zuletzt brach ihr John F. Kennedy das Herz und Gerüchten zufolge sogar danach sein jüngerer Bruder Bobby Kennedy. Er soll eine der letzten Personen gewesen sein, mit der Marilyn sprach, bevor die damals 36-Jährige 1962 alleine in ihrem Haus in Los Angeles nach einer Überdosis Schlaftabletten starb.

Die HBO-Produktion über den innerlich gespaltenen Hollywoodstar beginnt seine Geschichte bei den Anfängen von Norma Jeans Modelkarriere und endet mit dem Tod von Marilyn Monroe. Mit der Darstellung von Norma Jean und Marilyn Monroe als zwei Personen wurde ein ungewöhnlicher Ansatz gewählt, der die innere Zerrissenheit der Schauspielerin in das Zentrum des filmischen Porträts rückt.

AVIVA-Tipp: Dass das surreale Drama Mira Sorvino als Marilyn Monroe, die mit ihrem Alter Ego Norma Jean, gespielt von Ashley Judd, ringt, als TV-Movie angelegt wurde, sieht man zwar auf den ersten Blick, dennoch handelt es sich dabei um einen hochwertigen Heimkinofilm. "Norma Jean and Marilyn" konzentriert sich auf die psychischen Probleme und Abgründe des Sexsymbols. Mit seiner zweigespaltenen Protagonistin hat der Film eine interessante Interpretation von Marilyn Monroes Biographie gewählt, zeigt uns den von Selbstzweifeln gequälten Menschen hinter dem glamourösen Star. Dabei vermischt der Film Fakten und Fiktion, präsentiert uns ein ´wie es gewesen sein könnte´, u.a. auch die umstrittene Affäre mit Robert "Bobby" Kennedy.

Norma Jean and Marilyn
USA 1996, 108 Min.
Regie: Tim Fywell
DarstellerInnen: Ashley Judd, Mira Sorvino, Josh Charles
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0). Untertitel: Deutsch
FSK: ab 16 Jahren
Verleih: Kinowelt Home Entertainment/DVD
DVD Features: Fotogalerie, Presseheft, Trailer
EAN 4006680046068
DVD-Erscheinungstermin: 23. Januar 2009
18,99 Euro


Kultur Beitrag vom 16.01.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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