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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 28.01.2009

Seaview
Clarissa Lempp

In einer ehemaligen Ferienanlage in Irland warten heute Menschen aus aller Welt auf Asyl. Eine Dokumentation über die Ungewissheit mit beeindruckenden Bildern. Von Nicky Gogan und Paul Rowley



Bilder von geblümten Vorhängen, leeren Speisesälen, Türen, Spielgeräten, alles in einem Design, das gut 30 Jahre alt sein dürfte. Wir sind in Mosney, einem ehemaligen Familien-Feriencamp an der Küste Irlands. Die Zeit scheint still zu stehen. Der "Fish and Chips"-Schnellimbiss, der Tanzsaal, das Spaßbad – verlassen, nur Möwenschreie hallen durch die Räume. Aber das Bild trügt. Mosney ist heute ein Aufnahmeheim für AsylbewerberInnen. Menschen aus Afrika, Kurdistan und anderen Nationen leben hier und warten. Warten auf ein neues Leben in Irland oder die Abschiebemitteilung. Ein Leben in Ungewissheit und Untätigkeit, vor allem für die Erwachsenen. Während die Kinder die Schule besuchen, haben die Eltern keine Möglichkeit, als Asylbewerber einen Beruf auszuüben. "Das muss ein komisches Bild für die Kinder sein", erzählt eine Bewohnerin von Mosney. "Sie sehen ihre Eltern nur dasitzen und nichts tun."

Die Regisseurin Nicky Gogan und der Dubliner Künstler Paul Rowley, kamen eigentlich nach Mosney um für ein Spielfilmprojekt zu recherchieren und bemerkten bald, dass dieser Ort selbst genug Geschichten zu erzählen hat. Sie änderten ihr Konzept und blieben drei Jahre in Mosney. Sie veranstalteten Videoworkshops mit Kindern und Erwachsenen und in einigen Szenen des Films, erzählen die BewohnerInnen von Mosney ihre Geschichte vor und hinter der Kamera. So entstand ein eindrückliches und atmosphärisches Bild einer surrealen "Wartehalle" für Flüchtlinge. Auch wenn der Film durchaus sozialkritische Ansätze besitzt, ist er doch vor allem ein künstlerisch gestaltetes Portrait des Ortes und seiner BewohnerInnen.

In Off-Tönen legen sich die Ängste, Hoffnungen, Geschichten der AsylbewerberInnen über die Bilder, Kinder tanzen und rappen für die Kamera. Nicht alles ist trist, es gibt viele lachende Gesichter. Ein Bewohner lobt Mosney als einen Ort "mit sehr guter Atmosphäre". Jedoch missfiel der Film dem Leiter des Camps, er bezeichnete ihn als deprimierend und verlangte, dass der ursprüngliche Titel "Mosney" geändert wird.

AVIVA-Tipp: Der Dokumentarfilm "Seaview", der im letzten Jahr auch im Berlinale-Forum lief, ist ein ruhiges, ästhetisches Meditieren über ein unangenehmes Thema. Der Film wertet nicht und macht doch deutlich, was sonst hinter den Türen und Fenstern der Asyllager verborgen bleibt. Manchmal sind die Bildideen schöner als es die digitale Technik der FilmemacherInnen zulässt. Das stößt dann sauer auf im poetischen Fluss aus Sound, Stimmen und Bildern. Dennoch besitzt der Film eine atmosphärische, fast surreal anmutende Kraft, der die Geschichten der Menschen hinter den verfallenen Fassaden des Vergnügungsparks Mosney nicht vergessen lässt und sie eindringlich macht, zwischen Möwengeschrei und einem atemberaubenden Blick auf das Meer.


Seaview
Dokumentarfilm
Irland 2008, 82 Minuten
Regie: Nicky Gogan, Paul Rowley
Sprache: Englisch, Kurdisch mit Untertiteln
Produktion: Still Films
Verleih: Arsenal Berlin
Start: 29. Januar 2009

Kultur Beitrag vom 28.01.2009 Clarissa Lempp 

   




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