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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 29.01.2009

Ihr Name ist Sabine
Clarissa Lempp

Die Schauspielerin Sandrine Bonnaire dokumentiert in ihrem Regiedebüt das Leben ihrer autistischen Schwester Sabine. Ein intensives Portrait einer Krankheit und der eigenen Familiengeschichte.



Seit 1983 ist Sandrine Bonnaires Gesicht nicht mehr aus dem französischen Film wegzudenken. Gerade 16 Jahre alt spielte sie in Maurice Pialats "Auf das, was wir lieben" ein Vorstadtmädchen, das ihre Sexualität entdeckt und erhielt dafür den nationalen Filmpreis "César". Zusammen mit Regisseurin Agnes Varda verschaffte sie sich mit "Vogelfrei" zwei Jahre später auch international Aufmerksamkeit.

Nun stand sie selbst hinter der Kamera um die Geschichte ihrer jüngeren Schwester Sabine zu erzählen. Sie wuchsen zusammen mit neun weiteren Geschwistern auf. Sabine war ein quirliges Kind, aber sehr eigensinnig. Die "verrückte Sabine", wie ihre Schulkameraden sie nannten, kommt schließlich auf die Sonderschule. Aber ihre Geschwister bemühen sich, sie weiter hin normal in ihr Leben zu integrieren. Sabine lebt bis zu ihrem 28. Lebensjahr bei der Mutter, sie spielt Klavier, fertigt Puppen an, reist mit ihrer berühmten Schwester in die USA. Dann stirbt ihr Bruder, Sabine zieht mit der Mutter fort, weg von den ihr wichtigen Geschwistern. Sie verkraftet die Veränderungen nicht und stürzt in eine emotionale Krise. Es folgen fünf Jahre in der Psychiatrie, in denen Sabines Zustand mit Medikamenten erstickt wird. Als Sabine entlassen wird, hat sie nicht nur über 30 Kilo zugenommen. Sie ist verlangsamt, wirkt eingeschränkt in ihrem Ausdruck. Die Diagnose lautet Autismus. Sabine kommt ins Heim.

Während der Alltagsbegleitung durch Sabines Leben in einer Wohngruppe für Menschen mit geistiger Behinderung knüpft Sandrine Bonnaire immer wieder Fäden zur Vergangenheit. Alte Super 8 Aufnahmen, Bilder, Erinnerungsstücke lotsen durch Sabines Geschichte. Sie setzt sich mit Sabines heutigem Leben auseinander, dem Leben in der Gruppe, mit den ErzieherInnen, dem Leben in einer eigenen Welt. Sie interviewt ÄrztInnen und BegleiterInnen in Sabines Leben, folgt ihr auf Spaziergänge, zum Essen, in ihr Zimmer und zeigt auch die Seiten, die weh tun.

So die äußerliche Ähnlichkeit der Schwestern in jungen Jahren, von der heute nichts übrig ist. Die Angst Sabines, dass die Schwester nicht wieder kommt, die sich in einer endlos scheinenden Wiederholung ausdrückt: "Kommst du morgen wieder Sandrine?" Und das sind die besonders eindringlichen Momente, in denen die geduldige und distanzierte Dokumentarfilmerin der persönlich betroffenen Schwester weicht.
Sandrine Bonnaire arbeitet derzeit an einem Drehbuch über eine Autistin, die sie selbst spielen will.

AVIVA-Tipp: Sandrine Bonnaires Film hat, wie der Titel schon nahe legt, eine Hauptfigur, die sie eindringlich vorstellt. Ganz unspektakulär verfolgt sie das Leben und die Veränderung ihrer Schwester und wirft dabei die Frage auf, ob nicht die psychiatrische Behandlung selbst aus den PatientInnen Kranke macht. Ein nicht immer angenehmer, aber ein wichtiger Film. "Ihr Name ist Sabine" läuft auch im Rahmen des Filmfestivals "ueber Macht".


Ihr Name ist Sabine
Originaltitel: Elle s´appelle Sabine
Frankreich, 2007, 85 Minuten
Regie & Drehbuch: Sandrine Bonnaire
Kamera: Sandrine Bonnaire, Catherine Cabrol
Produktion: Thomas Schmitt/Mosaique Films
Sprachfassung: OmU (Französisch mit deutschen Untertiteln)


Start: 29. Januar 2009

Weitere Infos zum Filmfestival "ueber macht" auf AVIVA-Berlin.

Kultur Beitrag vom 29.01.2009 Clarissa Lempp 

   




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