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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 10.02.2009

Die Widerständigen. Zeugen der Weißen Rose
Britta Leudolph

Katrin Seybold lässt in ihrem Dokumentarfilm Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld der "Weißen Rose" über ihre Erinnerungen an die Widerstandsgruppe berichten. So entsteht auch ein Eindruck ...



... der Persönlichkeit und Überzeugungen derer, die ihr Engagement mit dem Leben bezahlten.

Nur wenige Menschen wagten im nationalsozialistischen Deutschland den offenen Widerstand gegen den totalitären, mörderischen Staat, viele zogen sich unter dem Deckmantel der Unwissenheit ins Private zurück oder wurden aktive oder passive UnterstützerInnen des Unrechtregimes.
Doch es gab sie: Widerständige, die es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten, tatenlos zuzusehen. Die wohl bekannteste Widerstandsgruppe bildete sich 1942 im Umfeld der Münchner Universität – die "Weiße Rose". Deren Mitglieder, die Geschwister Sophie und Hans Scholl, ihre Kommilitonen Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell, sowie der Universitätsprofessor Kurt Huber wurden für ihr mutiges Handeln mit dem Tod bestraft. Sie hatten sechs Flugblätter verfasst und verteilt, in denen sie das verbrecherische Nazi-Regime anprangerten und ein sofortiges Ende des Krieges forderten.

Katrin Seybold lässt in ihrem Dokumentarfilm WegbereiterInnen, FreundInnen und Familienangehörige der Widerständigen zu Wort kommen, die zum Teil noch nie zuvor ihre Sicht des Erlebten öffentlich dargestellt haben.
Fünf WiderstandkämpferInnen, die im zweiten "Weiße Rose"-Prozess des Volksgerichtshofes angeklagt wurden, die Geschwister Susanne Zeller-Hirzel und Hans Hirzel, Franz J. Müller, Heiner Guter und die Freundin von Hans Scholl, Traute Lafrenz-Page, berichten über ihre Motive für den Widerstand, aber auch über ihre Ohnmacht, nachdem die Todesurteile gegen die Geschwister Scholl und Christoph Probst innerhalb kürzester Zeit vollstreckt wurden.
Lilo Fürst-Ramdohr, Jürgen Wittgenstein und Nikolay Hamazaspian, FreundInnen der Widerstandsgruppe, die kurzfristig in Gestapohaft gerieten, sprechen über die Persönlichkeit der Ermordeten und darüber, wie sie deren Widerstandsarbeit unterstützen.

Katrin Seybold lässt zudem Familienangehörige über ihre Erlebnisse reflektieren, so die Frau von Christoph Probst, Herta Siebler-Probst oder die Schwester von Hans und Sophie Scholl, Elisabeth Hartnagel, die zwar nicht eingeweiht war, jedoch die zunehmende Radikalisierung ihrer Schwester erlebte. Sie wurde nach der Ermordung ihrer Geschwister mit der Familie in Sippenhaft genommen.

Ergänzt wird die Dokumentation durch Originaldokumente, zum Teil unveröffentlichte Jugendfotos der Beteiligten, Fotos von den Tatorten, Gestapobeamten, Richtern und dem Henker. Katrin Seybold begann bereits 2000 mit ersten Gesprächen für die Dokumentation, einige der Interviewten leben heute nicht mehr.

Zur Filmemacherin: Katrin Seybold, geboren 1943 in Bromberg/Westpreußen, ist seit 1970 Filmemacherin. Sie beschäftigt sich in ihren Werken mit vielfältigen Themen, etwa mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen von ArbeiterInnen und Angestellten oder den Problemen von Sinti und Roma. Seit 1994 ist sie Mitglied der Akademie der Künste Berlin in der Sektion Film- und Medienkunst. Sie lebt in München. Weitere Infos und Kontakt: www.agdok.de

AVIVA-Tipp: Katrin Seybold lässt in ihrem Dokumentarfilm Menschen zu Wort kommen, die direkt in der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" aktiv waren oder ihr sehr nahe standen. In ihren Berichten ist noch immer der alte Widerstandsgeist zu spüren und das Bewusstsein, dass dieser tödlich enden kann. Insbesondere die Frauen des inneren Kreises der "Weißen Rose" sind in der Öffentlichkeit bisher kaum für ihre Opferbereitschaft und Zivilcourage gewürdigt wurden, ihre Namen sind weitgehend unbekannt. In "Die Widerständigen" erzählen sie davon, wie ihr Gewissen und ihre Ideale sie antrieben, nicht die Augen zu verschließen und aktiv gegen das Nazi-Regime vorzugehen. Die Ausführungen lassen auch eine Charakterisierung derer erkennen, die den Widerstand nicht überlebten, die zeigt, dass hinter dem Heldenmythos der rund um Sophie und Hans Scholl entstanden ist, junge politische Menschen standen, die sich in ihrem Glauben an Gerechtigkeit und Freiheit nicht beirren ließen.
Als Kontrast zeigt Katrin Seybold jene, die der Widerstandsgruppe entgegenstanden. Sie zeigt Fotos von Denunzianten, Spitzeln, Gestapobeamten und den Herren vom Volksgerichtshof, Richter und Reichsanwälte, die die Todesurteile beschlossen. Ihre Gesichter wirken gewöhnlich und bieder, den Terror, den sie verbreiteten, sieht man nicht.

Die Widerständigen. Zeugen der Weißen Rose
Deutschland 2008, 92 Minuten
Regie und Buch: Katrin Seybold
Produktion: Katrin Seybold Film GmbH
Sprecherin: Hildegard Schmahl
Verleih: Basis-Film Verleih Berlin
FSK: ohne Altersbeschränkung
Prädikat: "besonders wertvoll"
Kinostart: 19.02.2009

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Kultur Beitrag vom 10.02.2009 Britta Leudolph 

   




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