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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 15.04.2009

Das Herz von Jenin
Sharon Adler

Der mehrfach ausgezeichnete deutsch-israelische Dokumentarfilm von Leon Geller und Marcus Vetter erzählt die tragische Geschichte hinter einer Meldung, die 2005 weltweit für Aufsehen sorgte.



In 2005 hört der israelische Filmemacher Leon Geller in den israelischen und palästinensischen Nachrichten von dem Tod des 12 jährigen Ahmed Khatib in einem israelischen Krankenhaus und beginnt noch am gleichen Abend geistesgegenwärtig, die Herztransplantation der kleinen Samah mit der Kamera zu begleiten.
Das Herz, das in ihren Körper operiert wird, gehörte Ahmed Khatib, der durch tragische Umstände von einem israelischen Scharfschützen erschossen worden war.

Der Junge lebte mit seiner Familie im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland, einem politischen Pulverfass, aus dem die meisten SelbstmordattentäterInnen kommen, die in Israel blutige Anschläge verüben. Die israelische Armee hatte zuvor das Gebiet abgeriegelt, um unschuldige ZivilistInnen zu schützen. Fatalerweise wollte sich der Junge zum Ramadan eine Krawatte kaufen und auf dem Weg zum Geschäft traf er auf Freunde. Gemeinsam spielten sie "Krieg" mit Spielzeuggewehren.

Als der Oberstleutnant später für den Film aus dem Off diese Geschichte erzählen wird, merkt man ihm die Erschütterung über diese tragische Verwechslung mit einer echten Kalaschnikow an.
Auf der Intensivstation eines israelischen Krankenhauses in Haifa versucht man, den Jungen noch 48 Stunden lang zu retten, doch es besteht keine Hoffnung mehr, er ist hirntot.
Der Pfleger Raymond übernimmt die schwierige Aufgabe mit dem Vater von Ahmed, Ismael Khatib, zu sprechen und ihn auf die Möglichkeit einer Organspende an andere, schwerkranke Kinder hinzuweisen.
Ismael Khatib, seine Frau Abla, der Iman und der Chef der militanten Al-Aksa-Brigaden stimmen zu – auch, wenn israelische Kinder dadurch gerettet werden würden.

"Das ist eine persönliche Entscheidung, das hat nichts mit Politik zu tun", so Ismael, der es zunächst abgelehnt hatte, auch das Herz seines Sohnes zu spenden, sich nun aber dazu entschieden hat, dass sein Sohn auf diese Art weiterleben könne.

Auf dem Berlinale-Talent-Campus 2006 stellte der in den USA geborene israelische Regisseur Leon Geller diese Geschichte vor und auf der darauffolgenden Berlinale beschlossen Leon Geller und der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Marcus Vetter die Hintergründe der Geschichte zu recherchieren. Gemeinsam besuchten sie den Vater Ismael Khatib zwei Jahre nach dem Unglück im Flüchtlingslager von Jenin.

Die Filmemacher und Ismael Khatib begeben sich am 30. Juli 2007 auf eine leidvolle und zugleich befreiende Reise quer durch Israel, um die durch die gespendeten Organe von Ahmed Khatib geretteten sechs Kinder und deren Familien zu treffen.
Gedreht wurde auch in Jenin und zu Wort kommen Freunde und die Familie von Ismael und Ahmed, zwei Jahre nach der Tragödie.
Eingebettet werden auch Aufnahmen von Terroranschlägen in Israel und von israelischen Panzern im Westjordanland, gezeigt wird das Leid und der Hass auf beiden Seiten, aber auch der Wunsch nach Frieden.
Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft schließlich ist das Ahmed Khatib Friedenscenter, das Ismael Khatib nun leitet.

AVIVA-Tipp: "Kinder können keine Feinde sein, Kinder tragen keine Schuld", diese mutige Aussage von Ismael Khatib steht für eine Vision einer besseren Welt, in der ein friedliches Zusammenleben der Religionen, Hautfarben und Geschlechter möglich ist. "Das Herz von Jenin" ist ein zutiefst menschlicher und berührender Film, der viele ZuschauerInnen verdient.

"Das Herz von Jenin" wurde ausgezeichnet mit dem Cinema for Peace Award 2009, dem DEFA-Förderpreis auf dem DOK Leipzig Festival 2008 und mit dem 1. Preis des Valladolid International Film Festival, Sektion "Time of History". Die erste öffentliche Vorstellung erlebte der Film im Frühjahr 2008 auf dem Internationalen Filmfestival in Jerusalem in Anwesenheit der ProtagonistInnen.
Gewidmet ist "Das Herz von Jenin" Ahmed Khatib.

Das Herz von Jenin
Ein Dokumentarfilm von Marcus Vetter und Leon Geller
Israel / Deutschland 2008
Eine Produktion von EIKON Südwest im Arsenal Filmverleih
Kinostart: 7. Mai 2009
89 Min.
Hebräisch/Arabisch mit dt. Untertiteln
www.arsenalfilm.de/herz-von-jenin

Kultur Beitrag vom 15.04.2009 Sharon Adler 

   




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