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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 26.06.2009

9. Französische Filmwoche Berlin wartet mit Previews und Gästen auf
Anna Opel

Unter anderem vorab vom 02.07.2009 bis 09.07.2009 zu sehen: "Die Strände von Agnés" – die große Varda, Pionierin der Nouvelle Vague, mixt Traumbilder und Dokumaterial zum filmischen Selbstporträt



Wer es nicht erwarten kann, aktuelle französische Produktionen regulär im Kino zu sehen, kann in der Woche vom 02.07.2009 bis 09.07.2009 die Französische Filmwoche Berlin besuchen.

Im vergangenen Jahr ist Agnès Varda, die Grande Dame des französischen Films und Großmutter der Nouvelle Vague 80 Jahre alt geworden. Sie hat ihr Jubiläum als Anlass für ein Selbstporträt genommen. Natürlich als Film. Könnte man in ihr Inneres schauen, fände man wohl bei den meisten Menschen Landschaften, bei ihr dagegen seien es Strände, sagt Varda zu Beginn des Films. Strände faszinieren Varda in ihrer Zeitlosigkeit, Strände stehen auch für Stationen ihres Lebens.

Der Lebensrückblick einer Künstlerin, die sich – laut eigener Aussage – schon als Kind für das reale Leben kaum interessierte, trennt auch in diesem Genre nicht streng zwischen dem was war und dem, was hätte sein können. Reale Orte, Filmsets, Fotos und Filmausschnitte, das alles ist Material, eine unerschöpfliche Datenbank, aus der Varda Einzelstücke herausgreift und sie nachdenklich kommentiert. Das Ergebnis ist weniger stringentes Porträt, als impressionistisch schillerndes, stark persönlich gefärbtes Lebensmosaik. Strände spielen eine Rolle, wenn auch weniger vordergründig, als der Titel vielleicht vermuten lässt.

Varda selbst ist ununterbrochen im Bild und lotst uns durch Landschaften und Orte. Erzählt auch von den Initialzündungen ihrer Filme, von Ideen und Motiven. Von ihrer feministischen Phase ist die Rede, während der sie auch "Vogelfrei" (OT: Sans toit ni loi) drehte, einen Film über eine junge Landstreicherin, die in absoluter Freiheit leben will. Die Rolle verhalf Sandrine Bonnaire zum internationalen Durchbruch. Der Film gewann 1985 den Goldenen Löwen auf dem Filmfest in Venedig.
Die eigenen Filme bleiben in der aktuellen Filmerzählung fern, endgültig vergangen. Im Vordergrund von Vardas filmischem Rückblick steht nicht das eigene Werk sondern die Frage nach den Formen der Erinnerung. Gibt es Kontinuität oder nur die Sehnsucht danach? Wie wahr kann Erinnerung überhaupt sein?

Einzelne traumhafte Bilder bleiben am Ende im Gedächtnis: das Meer in den Spiegeln am Strand von Belgien ganz zu Beginn, eine Segeltour auf den Kanälen von Sète und dann auf der Seine in Paris, der kleine wandelbare Innenhof in Paris. Varda, inmitten ihrer weiß gekleideten Kinder und Kindeskinder, an einem Strand, tanzend. Es sind traumähnliche Bilder von denen Varda sagt, sie hätte sie schon immer im Kopf gehabt, und der Antrieb, sie einmal realisiert zu sehen, sei ein Motiv gewesen, diesen Film zu drehen.

AVIVA-Tipp: Das eigenwillige Werk einer eigenwilligen Filmemacherin. Mit Sicherheit ein Film für Fans von Agnès Varda und für alle, die sich für Personen und Entstehungszeit der Nouvelle Vague interessieren.

Die Strände von Agnès
OF: Les Plages d´Agnès
Dokumentarfilm
Frankreich 2008
Buch und Regie: Agnès Varda
Länge: 108 Minuten
Kinostart: 10.September 2009

Die Französische Filmwoche 2009 findet vom 02.07.2009 – 08.07.2009 in den Kinos Cinema Paris und Filmtheater am Friedrichshain statt.
Im Rahmen der französischen Filmwoche werden u.a. die Previews der Filme "Ich habe sie geliebt", Regie: Zabou Breitmann (OT: Je l´aimais) und "LOL", Regie: Lisa Azuelos (OT: Laughing out loud) zu sehen sein. Außerdem im Programm, der aktuelle Film von Agnes Jaoui, "Erzähl mir was vom Regen" (OT: Parlez-moi de la pluie).

Informationen zu den Filmen und dem Kartenverkauf finden Sie unter: www.franzoesische-filmwoche.de

Kultur Beitrag vom 26.06.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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