Zerrissene Umarmungen - Ein Film von Pedro Almodóvar - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

DIE FLÜGEL DER MENSCHEN Happy End 120 BPM
Aviva-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 12.08.2009

Zerrissene Umarmungen - Ein Film von Pedro Almodóvar
Iella Peter

Eine Hommage ans Kino hat Pedro Almodóvar mit seinem jüngsten Werk geschaffen. Er inszeniert seine Muse, Penélope Cruz, in immer neuen Rollen und lässt, dramaturgisch raffiniert umgesetzt, ...



... die unterschiedlichen Genres und Zeitebenen zu einem wunderbaren Film verschmelzen.

Das neueste Werk des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar ist ein typischer Almodóvar: Manchmal in ihrem Pathos schon fast lächerlich anmutende Leidenschaft, eine wunderschön anzusehende, kunstvolle Kameraführung und gleichzeitig ein Spiegel aller menschlichen Emotionen.

Lena Rivero, verkörpert durch Penélope Cruz, ist Sekretärin des Finanztycoons Ernesto Martel und nebenbei noch zweitklassige Schauspielerin und Gelegenheitsprostituierte. Auf Umwegen wird sie seine Geliebte. Eines Tages, ihr Luxusleben leid, spricht sie für die Hauptrolle des neuen Films "Chicas y maletas - Mädchen und Koffer" von Mateo Blanco vor. Er, ein bekannter Regisseur, ist von der bildschönen Lena völlig fasziniert und engagiert sie für seinen Film.

Während der Dreharbeiten verlieben sich die beiden leidenschaftlich ineinander. Eine gefährliche Leidenschaft, denn Lena wird auf Schritt und Tritt von Ernesto Martels Sohn überwacht, welcher seinem Vater jeden Tag Bericht erstattet über die Geschehnisse am Set. Die Situation spitzt sich zu, als Lenas Mäzen von der Liaison erfährt und endet in der Flucht Mateos und Lenas nach Lanzarote. Der Betrogene schwört Rache und zerstört den gerade produzierten Film. Nur die schlechtesten "Takes" werden für den Film verwendet und es entsteht ein grandios miserabler Film, der von der Presse verrissen wird.

Aber auch auf Lanzarote, dem Rückzugsort der Verliebten, sind die beiden vor dem Eifersüchtigen nicht sicher. Wieder schickt er seinen Sohn auf die Suche nach ihnen. Durch Zufall filmt dieser den tragischen Autounfall von Mateo und Lena, bei dem die junge Schauspielerin stirbt und ihr Geliebter sein Augenlicht verliert. Die Blindheit ist eine Katastrophe für Harry Caine, wie sich Mateo Blanco verbittert nach dem Unfall nennt.

14 Jahre vergehen und Harry, dargestellt von Lluís Homar, hat sich mit seinem neuen Leben arrangiert. Er schreibt nun Drehbücher, die seine langjährige Vertraute Judit, an Produktionsfirmen verkauft.

Pedro Almodóvar hat uns in seinen älteren Filmen, wie beispielsweise "Alles über meine Mutter", schon gelehrt, dass sich alles von uns Verdrängte wieder seinen Weg zurück ins Bewusstsein sucht und uns dort heimsuchen wird. So geschieht es auch der Figur Harry. Die Vergangenheit tritt in Gestalt von Ray X wieder in sein Leben. Ein junger Mann, wie sich später herausstellt der Sohn Ernesto Martels, der mit Harry zusammen ein Drehbuch schreiben will. Caine lehnt ab, wird aber an Lena, seine große Liebe, erinnert. So springt der Film 15 Jahre zurück, verwebt die beiden Zeitebenen und Harry erzählt Diego, dem Sohn Judits, die lange Geschichte. Am Ende ist es Harry Caine endlich möglich, sein Alter Ego abzulegen und seinen richtigen Namen Mateo Blanco wieder anzunehmen.

Was in dem Film "Zerissene Umarmungen" besonders besticht, sind die virtuosen Wechsel der Zeitebenen und Genres. Penélope Cruz in ihrer Rolle als Lena Rivero, die Muse Mateos im Film und Almodóvars in der Realität, ist die perfekte Verkörperung dieses Verwirrspiels. Sie schlüpft in die verschiedensten Rollen. Mal erscheint sie als laszive Marilyn Monroe, mal als Vamp oder aber als grazile Audrey Hepburn. Souverän wechselt Almodóvar zwischen Melodram und Komödie und zitiert humorvoll fremde wie eigene Kinohighlights.

Ganz zum Schluss sehen die KinozuschauerInnen noch eine Szene aus "Chicas y maletas", nun so geschnitten wie Mateo Blanco es gewollt hatte. Kaum verschlüsselt, erinnert dieser Film an Almodóvars Durchbruch "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" von 1988. Auch Rossy de Palma, Schauspielerin und 1988 mit von der Partie, gibt sich in dem kleinen Film-Ausschnitt die Ehre. Ein schöner Abschluss für diesen Film, der das Kino in all seinen Ausprägungen feiert.

AVIVA-Tipp: Im Gegensatz zu seinen älteren Filmen, allesamt Hymnen an die Frauen, stellt Almodóvar in seinem jüngsten Werk eine männliche Person ins Zentrum des Erzählens und inszeniert gekonnt die Liebesgeschichte seiner beiden Hauptcharaktere. "Zerissene Umarmungen" erzählt in künstlerischen Bildern von viel Leidenschaft, vereinender wie zerstörender, Liebe, Tod und Trauer.

Zum Regisseur: Pedro Almodóvar, dessen Geburtstag nicht genau bekannt ist, gehört heute zu bekanntesten Regisseuren Spaniens. Er begann seine filmische Karriere als Underground-Künstler der Movida madrilena und hatte seinen Durchbruch 1988 mit der Tragikomödie "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs".

Zerissene Umarmungen
Originaltitel: Los abrazos rotos
Spanien 2009
Buch und Regie: Pedro Almodóvar
DarstellerInnen: Penélope Cruz, Lluís Homar, Blance Portillo, José Luis Gómez u.a.
Verleih: Tobis Filmverleih
Lauflänge: 128 min.
Kinostart: 06. August 2009
Weitere Infos finden Sie im Netz unter:
www.zerrisseneumarmungen.de

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Volver - Zurückkehren. Mit der Tragikomödie begibt sich Pedro Almodóvar zurück zu seinen Wurzeln in der zentralspanischen Region La Mancha, seiner geographischen und emotionalen Heimat.



Kultur Beitrag vom 12.08.2009 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken