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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 29.09.2009

Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte
Iella Peter

In seinem ersten Kinofilm ist Nick Stringer einem ganz besonderen Naturgeheimnis auf der Spur. Sein Film schildert die 25-jährige Odyssee einer Meeresschildkröte von Florida bis in die Karibik...



...und wieder zurück an ihren Heimatstrand.

Nur an wenigen, ausgesuchten Stränden Floridas, Zyperns und der Südtürkei legen die unechten Carettschildkröten, auch Loggerhead Schildkröten genannt, ihre Eier ab. Im Film ist es ein Strand in Florida, an dem die Reise der Protagonistin des Films beginnt. Tausende winzige Schlüpflinge, kaum größer als die Handfläche eines Kindes, kämpfen sich durch den Sand an die Oberfläche. Rund drei Tage haben sie gebraucht, um sich ans Licht zu graben. Jetzt beginnt der erste gnadenlose Kampf im Leben der kleinen Schildkröten. Nur 40 Meter sind es bis zum Meer, doch diese sind gesäumt von vielen Fressfeinden. Hungrige Krabben und Pelikane machen Jagd auf die Schlüpflinge und nur die Hälfte der Kleinen werden die ersten Tage ihres Lebens überstehen.

Nick Stringers bemerkenswerte Dokumentation begleitet den Lebenszyklus einer Schildkröte von ihrem Schlüpfen bis zu ihrer eigenen Paarung und der folgenden Eiablage. Da es dem Filmteam nicht möglich war exakt einer Loggerhad zu folgen, sind in der Dokumentation diverse Meeresschildkröten in ihren unterschiedlichen Lebensstadien zu beobachten.

Den Anfang macht eine frisch geschlüpfte Loggerhead, die in letzter Sekunde das rettende Wasser erreicht und mit ihren, erst schmetterlingsgroßen, Flossen zwei Tage und Nächte durchschwimmt bis sie den Golfstrom erreicht. Die mächtige, warme Strömung fließt von der Karibik bis in den Nordatlantik und ist Hauptverkehrsader für die BewohnerInnen des Meeres. Das erste Mal in ihrem Leben kann sich die Schildkröte, versteckt in einem der vielen Seegrasflöße, nun ausruhen und schlafen. Mit ihr reisen noch viele andere Meerestiere, die bis zum Sommer zu ihren Futterplätzen im Norden gelangen wollen.

Doch am Rande des Stroms lauern gefährliche Strudel, die das Seegrasfloß mitsamt der kleinen Schildkröte in die Saragossasee abtreiben lassen. Ein Meeresgebiet, 3.000 Kilometer breit, und fast strömungslos. Viele Seefahrer verbrachten mit ihren Segelschiffen Monate in dem Gebiet, weil kein Wind Sie vorantrieb. Auch hier warten Gefahren auf die kleine Loggerhead. Riesige Containerschiffe durchkreuzen die See und zerstören dadurch viele Seetangflöße. Für die darin lebenden Meerestiere oft ein Todesurteil, denn für Seepferdchen und winzige Fische ist das Floß einziger Futterplatz und Schutz vor Fressfeinden. Außerdem gibt es in dem stillen Gewässer lebensgefährlichen Plastikmüll und Ölflecken. Im Film werden Kadaver von, an Öl erstickten, Schlüpflingen gezeigt und auch die Gefahr des Plastikmülls veranschaulicht. Durch die glänzenden Oberflächen angelockt, versuchen die Loggerheads den Müll zu fressen und sterben qualvoll an den unverdaulichen Stücken.

Nach ungefähr fünf Jahren ruft der Instinkt die Schildkröte zurück in Richtung Golfstrom. Die Loggerhead ist nun bedeutend größer und wehrhafter. Schon mehr als 7.000 Kilometer hat sie auf ihrem Weg nach Europe zurückgelegt. Mit dem Golfstrom erreicht die Meeresschildkröte, 4.000 Kilometer von ihrem Heimatstrand entfernt, die Neufundlandbank. Und obwohl sie noch nie zuvor an diesem Ort war, kennt sie ihren Kurs und lässt den Golfstrom hinter sich, um sich vom Kanarenstrom in den Süden treiben zu lassen. In den nährstoffreichen Gewässern der Azoren findet die jugendliche Meeresschildkröte einen sicheren Platz.

Das Ziel der Schildkröte ist aber noch nicht erreicht. Sie bricht nach einiger Zeit erneut auf und begibt sich auf die Reise zu den karibischen Inseln. Hier findet die Schildkröte für die nächsten fünfzehn bis zwanzig Jahre ihre Heimat. Mit ihrer Paarung folgt sie dann wieder ihrem Instinkt und legt den ganzen Weg zu ihrem Heimatstrand in Florida zurück, um dort ihre Eier abzulegen. So schließt sich letztlich der ewige Kreislauf des Lebens und eine neue Generation kleiner Meeresschildkröten wächst heran, um sich den Gefahren des Meeres zu stellen.

Um der ZuschauerIn einen besonders intimen Einblick in die unterschiedlichen Abschnitte des Lebens der Meeresschildkröte zu ermöglichen, benutzten die zwei Unterwasser-Kameramänner Rory McGuiness und Rick Rosenthal die neueste HD-Technik für den Film. Mit winzigen Hi-Definition-Kameras wird der ZuschauerIn, aus der Perspektive der kleinen Schlüpflinge, ein Eindruck davon vermittelt, was für ein Schlachtfeld die Schildkröten unmittelbar nach ihrer Geburt überqueren müssen. Und auch die Wochen und Monate in den Seegrasflößen des Golfstroms konnten so in eindrucksvollen Bildern festgehalten werden.

Der einzige Kritikpunkt an Nick Stringers Film ist, dass die im Film begleiteten Schildkröten fast menschlich wirken in der Beschreibung ihrer "Emotionen". In typischer Hollywood-Manier wird den Schildkröten derart viel Menschliches eingehaucht, dass die ZuschauerIn letztlich im Kinosessel sitzt und rührselig jedem Tier im Ozean ein ewiges Leben wünscht. Letztendlich muss aber anerkannt werden, dass wahrscheinlich nur so ein großes Publikum erreicht werden kann, welches dadurch für Umwelt- und Artenschutz sensibilisiert werden kann.

AVIVA-Tipp: Eine informative und zu Herzen gehende Dokumentation des Lebens der Meeresschildkröte ist Nick Stringer mit seinem Film gelungen. Eindrucksvolle Bilder, eine faszinierende Kameraführung und mitreißende musikalische Untermalung - Das zeichnet diesen besonderen Film aus.

Zum Regisseur: Nick Stringer ist ausgebildeter Biologe. Seit 17 Jahren inszeniert und produziert er hochkarätige Wissenschafts- und Naturdokumentationen für die BBC. Seine Filmkarriere begann der Emmy-Preisträger als Rechercheur für Partridge Films, bevor er 1998 zu Big Wave, einer der weltweit führenden, unabhängigen Produktionsfirmen von Natur-Dokus, stieß.

Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte
Originaltitel: Turtle - The Incredible Journey
UK/ Österreich 2009
Buch: Nick Stringer und Sarah Golding
Regie: Nick Stringer
Verleih: Polyband Medien GmbH
Lauflänge: 81 min.
Kinostart: 1. Oktober 2009
www.tortuga-derfilm.de

Kultur Beitrag vom 29.09.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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