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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.10.2009

Es kommt der Tag. Ab 01.10.2009 im Kino
Anna-Lena Berscheid

Eine junge Frau konfrontiert die ihr bislang unbekannte Mutter mit deren Vergangenheit – ein intensives Meisterwerk zweier großer deutscher Schauspielerinnen, Iris Berben und Katharina Schüttler.



Judith (Iris Berben) hat ein beschauliches Leben. Mit ihrem französischen Ehemann Jean Marc (Jacques Frantz) führt sie ein Weingut im Elsass, sie hat zwei gesunde Kinder und setzt sich aktiv gegen Atomkraft ein. Als mit ihrem Gesicht jedoch für die Aktionen ihrer Anti-Atomkraft-Gruppe geworben werden soll, wird Judith nervös.

Zur gleichen Zeit auf einer Autobahn in Deutschland: Alice (Katharina Schüttler) hat ihren Freund an einer Raststätte zurückgelassen und steuert wild entschlossen die deutsch-französische Grenze an. Sie ist auf der Suche nach ihrer Vergangenheit, denn als Kind wurde sie von ihrer Mutter Jutta zur Adoption frei gegeben. Nun sucht Alice die Konfrontation mit der Person, die ihr vollkommen fremd ist und von der sie doch genug weiß, um deren Leben zu zerstören.

In der Nacht erreicht Alice ihr Ziel: Das Weingut von Judith und Jean Marc. Nach einem absichtlich verursachten Unfall bezieht sie unter falschem Namen eines der Ferienzimmer des Paares. Während Jean Marc ihr arglos seine Hilfe anbietet, wird Judith schnell misstrauisch. Sie recherchiert und findet heraus, dass Alice ihre Identität gefälscht hat. Im Gepäck ihres Gastes findet sie schließlich alte Fahndungsplakate und erkennt, dass mit dem unverhofften Besuch auch ihre Vergangenheit auf dem Gut angekommen ist: Denn Judith ist eigentlich Jutta Beermann, eine ehemalige RAF Terroristin, die Ende der 1970er Jahre ihre kleine Tochter Alice fort gab, um in den Untergrund zu gehen. Als Beteiligte an einem Banküberfall wurde sie polizeilich gesucht und tauchte schließlich in Frankreich ab, wo sie sich als Erntehelferin durchschlug. Von ihrer wahren Identität weiß in ihrer Familie niemand, nicht einmal Jean Marc ahnt von der dunklen Vergangenheit seiner Frau.

Alice ist ins Elsass gekommen, um ihre Mutter mit der Vergangenheit und mit ihrem eigenen traurigen Leben als entwurzeltes Kind zu konfrontieren. Sie möchte Rache an Judith/Jutta nehmen, die sich ein Lügengebäude errichtete, um in Glück und Wohlstand leben zu können und niemals für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wurde. Alice´ Besuch schlägt ein wie eine Bombe. Die verlassene Tochter verlangt, dass Judith/Jutta sich der Polizei stellt. Doch dieser Schritt würde für die Ex-Terroristin den Verlust ihrer Familie und ihres bisherigen Lebens bedeuten.

Zu den Hauptdarstellerinnen:
Seit rund vierzig Jahren begeistert die Schauspielerin und Produzentin Iris Berben in TV- und Kino-Rollen. Mit Kurzfilmen in der Hamburger Kunsthochschule begann Ende der 1960er Jahre ihre Filmkarriere. Die 1970er und 1980er Jahre bescherten ihr den endgültigen Durchbruch, vorrangig mit Fernsehproduktionen. Unvergessen ist sie als Diether Krebs´ Partnerin in der Comedy Reihe Sketchup (1984-1986). Ihre erfolgreichsten Kinofilme sind u.a. die Komödie "Frau Rettich, die Czerni und ich" (1998) und Doris Dörries "Bin ich schön?" 1998). Zu ihren jüngsten Kinohits zählt Heinrich Breloers spektakuläre Thomas-Mann Verfilmung "Buddenbrooks" (2008).

1997 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. 2002 zeichnete sie der Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Leo-Baeck-Preis aus. Damit würdigte man Berbens großes Engagement gegen Ausländerfeindlichkeit und für jüdische Gemeinden. Berben, die sich Israel sehr verbunden fühlt, berichtete 2004 in der zweiteiligen TV-Doku "Iris Berben: Und jetzt, Israel?" vom dortigen Alltag.

Lesen Sie auch unser Interview mit Iris Berben anlässlich des Filmstarts von "Es kommt der Tag".

Die 29jährige Katharina Schüttler zählt zu den Nachwuchsstars des deutschen Films, seit sie in Michael Hofmanns radikalem und mitreißendem Drama "Sophiiie!" (2002) ihre erste Kinohauptrolle spielte. Dafür erhielt sie den "Förderpreis Deutscher Film". Die gebürtige Kölnerin absolvierte ab 1999 eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater und Hannover. Während dieser Zeit spielte sie bereits in "Die innere Sicherheit" (2000) und "Das weiße Rauschen" (2001). Neben ihrer Film- und Fernseharbeit feiert Katharina Schüttler auch auf der Theaterbühne Erfolge, etwa als Vladimir Nabokovs "Lolita" (2002) oder Henrik Ibsens "Hedda Gabler". 2006 wurde sie mit dem Deutschen Theaterpreis als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet.
Zuletzt begeisterte sie als Tosia im TV-Film "Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben" (2009).

Zur Regisseurin: Susanne Schneider wurde in Stuttgart geboren und studierte an der dortigen Kunstakademie sowie an der Akademie der Bildenden Künste in Düsseldorf. Anschließend arbeitete sie als Regie-Assistentin und freie Regisseurin an verschiedenen Theatern. Zudem besuchte sie die Drehbuchwerkstatt der Hochschule für Film und Fernsehen im München.
Mit ihrem Drama "In einer Nacht wie dieser" gab Susanne Schneider 2003 ihr Debüt als Filmregisseurin. Davor war sie bereits eine erfolgreiche Theater- und Drehbuchautorin. Bereits für ihr erstes Buch "Fremde, Liebe Fremde" erhielt sie 1992 den renommierten Grimme-Preis sowie den Bayerischen Fernsehpreis.
"Es kommt der Tag" ist Susanne Schneiders Kinodebüt als Regisseurin. Ihr Skript erhielt auf der Berlinale 2008 den Thomas-Strittmatter-Drehbuchpreis.

AVIVA-Tipp: "Es kommt der Tag" ist neben "Schattenwelt" eine weitere Produktion, die sich mit der Vergangenheitsbewältigung von RAF-Terroristen, deren Opfern und Angehörigen beschäftigt. Susanne Schneider gelingt es dabei, trotz der fiktiven Geschichte eine authentische Atmosphäre zu schaffen, deren Ereignisse und Charaktere man nicht hinterfragt. Auch die deutsch-französische Ko-Produktion scheint stimmig, das Ensemble ist spielfreudig und fabelhaft besetzt. Dabei wird der Film von seinen hervorragenden Hauptdarstellerinnen getragen. Katharina Schüttler ist die Rolle der allein gelassenen und Rache suchenden Tochter auf den Leib geschrieben. Ihre Wut wirkt natürlich und die Verzweiflung zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt. Iris Berben ist ihr dabei eine ebenbürtige Gegenspielerin, die Zerrissenheit zwischen ihren Identitäten Judith und Jutta und die Angst vor dem Verlust ihrer Familie stellt sie eindrucksvoll und überzeugend dar. Mit "Es kommt der Tag" hat Susanne Schneider eines der besten Schauspiel-Duelle der letzten Zeit abgeliefert.

Lesen Sie auch unser Interview mit Iris Berben anlässlich des Films "Es kommt der Tag".

Es kommt der Tag
Eine Produktion von Wüste Film Ost im Verleih von Zorro Film
Deutschland/Frankreich, 2009
Regie & Drehbuch: Susanne Schneider
DarstellerInnen: Iris Berben, Katharina Schüttler, Jacques Frantz, Sebastian Urzendowsky u.a.
Laufzeit: 104 Minuten
Start: 01.10.2009



Kultur Beitrag vom 06.10.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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