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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 11.12.2009

Ich will da sein - Jenny Gröllmann
Lisa Erdmann

Sie war das Gesicht ihrer Zeit, eine Charakterschauspielerin, die mal herb und mal ganz sanft sein konnte und immer unvergleichlich strahlte. Regisseurin Petra Weisenburger porträtiert sensibel...



... und voller Anerkennung die Künstlerin Jenny Gröllmann und gestaltet eine liebevolle Hommage an deren facettenreiche Persönlichkeit.

Die 1947 in Hamburg geborene Tochter von Otto und Gertrud Gröllmann zog 1949 mit ihren Eltern nach Schwerin und wuchs ab 1955 in Dresden auf. Bereits als 14-Jährige war sie in Brechts "Die Gesichte der Simone Machard" in der Hauptrolle zu sehen und absolvierte von 1963 bis 1966 eine Ausbildung an der "Staatlichen Schauspielschule Berlin". Darauf folgte ein Engagement am Berliner "Maxim Gorki Theater", dem sie 26 Jahre treu blieb.

Ihr Leinwand-Debüt gab Jenny Gröllmann 1967 in der DEFA-Produktion "Geschichten jener Nacht". In der historischen Verfilmung "Hälfte des Lebens - Hölderlin" (1984) spielt sie an der Seite ihres zweiten Ehemannes Ulrich Mühe die Susette Gontard.

Insbesondere durch ihre überzeugende Darstellung autonomer und energischer Frauenfiguren machte sich Jenny Gröllmann als Schauspielerin einen Namen, beispielsweise als Journalistin in Siegfried Pfaffs "Regina B." (1969) und als Elektrikerin in Rainer Kerndls "Ich bin einem Mädchen begegnet" (1970). Nach dem Mauerfall war sie unter anderem im "Polizeiruf 110", in der Fernsehreihe "Unser Lehrer Dr. Specht" und als kompetente Rechtsanwältin an der Seite Manfred Krugs in der TV-Serie "Liebling Kreuzberg" zu sehen.

Was die Künstlerin auszeichnete, war jedoch nicht nur ihr mimisches Können oder ihr Talent für die richtige Rollenauswahl, sondern vor allem ihre ganz besondere Ausstrahlung und ihre Persönlichkeit, die auch in Petra Weisenburgers Dokumentation "Ich will da sein - Jenny Gröllmann" immer wieder fokussiert wird. Die Regisseurin begleitete die Darstellerin in den letzten drei Jahren ihres Lebens und war nicht nur eine filmende Beobachterin, sondern wurde auch zu einer Vertrauten Jennys. Die Verbundenheit der beiden Frauen dokumentiert auch das umfangreiche Bonusmaterial der DVD, welches unter anderem 52 Minuten nicht verwendeter Privataufnahmen, Interviews und Diskussionen enthält.

Das mit dem Max Ophüls Preis ausgezeichnete Portrait "Ich will da sein - Jenny Gröllmann" lässt Freundinnen und Freunde, private und filmische PartnerInnen der ungekrönten Filmkönigin zu Wort kommen und lädt die Zuschauerin ein, hinter die Fassade der Darstellerin zu blicken. Skizziert wird eine Frau, die nach Aussagen von Jugendfreund Michael Weidt lebenslustig und stets jung geblieben war, eine besondere Sinnlichkeit ausstrahlte und sich immer wieder aufs Neue in Männer und Rollen verlieben konnte. Wenn sie nicht zufällig in der DDR gelebt hätte, wäre Jenny laut Weidt sicher eine Weltkarriere möglich gewesen. Alle Kolleginnen und Kollegen Gröllmanns, Henry Hübchen, Jaecki Schwarz, Hermann Beyer, Uwe Kokisch, Michael Gwisdek, sowie Tochter Anna Maria Mühe und andere sprechen voller Zuneigung, Bewunderung und Achtung von der Künstlerin.

Petra Weisenburger skizziert sowohl Gröllmans beruflichen, als auch ihren privaten Werdegang, ihre Ängste und Wünsche und ihre persönlichen Kämpfe, sowohl gegen den Krebs als auch gegen die Anschuldigungen ihres Ex-Mannes Ulrich Mühe, und gestaltet eine ergreifende Collage aus Leben und Werk der Mimin. Immer wieder deutet die Regisseurin Parallelen zwischen Realität und Fiktion an, greift Filmszenen und Gedanken auf und verknüpft diese mit der Biographie des Filmstars zu einem unzertrennlichen Geflecht aus Dichtung und Wahrheit.

In "Ich will da sein - Jenny Gröllmann" wird nicht nur die energetische Schauspielerin, sondern auch die starke Frau dahinter thematisiert. Denn obwohl Jenny Gröllmann 1999 die Diagnose Krebs erhielt, stand sie trotzdem weiter auf der Bühne und vor der Kamera und behielt sich bis zuletzt ihre Heiterkeit und Unbeschwertheit. Nach gnadenlosen Schlagzeilen um eine angebliche "IM"-Funktion bei der Staatssicherheit und einem zermürbenden juristischen Kampf, bei dem Jenny Gröllmann schließlich doch ihr spätes Recht erhielt, starb sie am 9. August 2006 im Alter von 59 Jahren an den Folgen der Krankheit.

AVIVA-Tipp: Durch ihre Vertrautheit mit der Künstlerin gelingt Petra Weisenburger ein filmisches Kunstwerk zu Ehren Jenny Gröllmanns, welches intimer nicht sein könnte. Bei den Erinnerungen an die Persönlichkeit überwiegen die filmischen Sequenzen, mit denen Jenny Gröllmann als Schauspielerin auf sich aufmerksam machte. Die privaten Aussagen der Freundinnen und Freunde erklingen zwischen Schwermut, Melancholie und Vergnügen. "Ich will da sein - Jenny Gröllmann" ist eine Huldigung der Schauspielerin, welche die Zuschauerinnen durch ihre Sensibilität und Ehrlichkeit überzeugt.

Ich will da sein - Jenny Gröllmann
Deutschland 2008
Regie: Petra Weisenburger
Label: good!movies / Neue Visionen Medien GmbH
www.goodmovies.de
FSK: ab 12 Jahren
Bildformat: 16:9, Tonformat: Stereo 2.0
Sprache: Deutsch, Untertitel: Deutsch
Anzahl Disks: 1
VÖ: 11. Dezember 2009
Gesamtspieldauer: 99 Minuten
Bonusmaterial: 52 Minuten nicht verwendete Privataufnahmen,
Interviews und Diskussionen, Trailer, 36-seitiges Booklet
15,99 Euro

Kultur Beitrag vom 11.12.2009 Lisa Erdmann 

   




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