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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 01.02.2010

Giulias Verschwinden
Lisa Erdmann

"Keine normale Frau feiert ihren Fünfzigsten", weiß Partygast Alessia nur zu gut - und auch Geburtstagskind Giulia lässt sich lieber auf einen charmanten Flirt mit einem Fremden ein, als sich den...



... ganzen Abend ihrem Alter zu stellen. Dabei ist Fünfzig doch die neue Vierzig und frau immer so jung, wie sie sich fühlt - oder nicht? Ein Episodenfilm zum Mitlachen und Mitfühlen.

Über kaum ein Thema gibt es so viele Weisheiten und Aphorismen wie über das Alter und den Prozess des Älterwerdens. Mit jedem runden Geburtstag erhält das Jungbleiben größere Präsenz und im Freundeskreis wird immer häufiger über den fortschreitenden körperlichen Verfall gesprochen. Plötzlich wird gejoggt und gefastet, penibel auf Cholesterinwerte geachtet und der einst so leidenschaftliche Sex endet vermehrt mit Atemnot und Wadenkrämpfen.

Es ist ihr fünfzigster Geburtstag. Giulia (Corinna Harfouch), eine attraktive, selbstbewusste Frau, sitzt im Bus, und beobachtet nachdenklich das Geschehen. Ins Auge fallen ihr dabei zwei junge, kichernde Mädchen und jugendliche Fast-Männer, die sich gegenseitig übertrumpfen und den Gang blockieren. Eine grauhaarige, ältere Frau setzt sich neben Giulia und erklärt nüchtern: "Uns sieht man nicht mehr, uns Alte, wir sind unsichtbar".

Erschüttert macht sich Giulia auf die Suche nach einem Accessoire, das sie wieder sichtbar macht - vielleicht eine neue Brille? Während ihrer Frust-Shoppingtour begegnet ihr John (Bruno Ganz), ein fremder Mann, der sie auf einen Drink einlädt. Spontan bricht sie mit ihm auf, verliert sich im Gespräch mit dem galanten Charmeur und erkennt, dass frau für einen neuen Flirt nie zu alt sein kann. Unterdessen warten ihre Midlife Crisis-geplagten Geburtstagsgäste und verstricken sich mit zunehmendem Alkoholgenuss immer tiefer in eine philosophische Debatte über das Alter, das Älterwerden und den eigentlichen Sinn des Lebens.

Unter der Vergänglichkeit der Jugend leidet unterdessen auch die Seniorin Leonie und macht sich an ihrem achtzigsten Geburtstag endlich Luft von der Wut auf ihre Tochter, das SeniorInnenwohnheim und das Altsein - die Party zu ihren Ehren sabotiert sie dabei voller Enthusiasmus und Leidenschaft.

Während Giulias Jugendfreund Thomas (Daniel Rohr) sich mit güldenen Turnschuhen und regelmäßigem Boxtraining vor dem Altern zu retten glaubt, berichtet die Mittfünfzigerin Alessia (Sunnyi Melles) ganz frei und ungeniert von ihren Dekolleté- und Faceliftings.. Das schwule Pärchen Stefan (Stefan Kurt) und Lorenz (André Jung) quält sich derweil gegenseitig mit Witzen über den körperlichen Zerfall und wetteifert, wen von beiden das Alter schon stärker gezeichnet hat.

Mit klugen bis bissigen Dialogen präsentieren Drehbuchautor Martin Suter und Regisseur Christoph Schaub den ZuschauerInnen die Gefühlsbäder der Generationen rund um Jugend und Alter und halten ihnen dabei mit bittersüßer Heiterkeit den Spiegel vor. Sowohl die Sehnsucht nach der immerwährenden Jugendlichkeit als auch der Wunsch, endlich erwachsen zu sein, werden geistreich und klug in Szene gesetzt.

Am Ende verlässt die Zuschauerin das Fest - und geht mit ähnlichen Gefühlen aus dem Kinosaal, mit denen auch Giulia ihrer Geburtstagsfeier entflieht. Im Gepäck sind jede Menge Mut und Zuversicht, ein bisschen Vorfreude auf die nahende Zukunft und eine große Portion Selbstironie.

Der Film im Netz: www.giulias-verschwinden.com

AVIVA-Tipp: Dem Schweizer Regisseur gelingt mit der charmanten Komödie "Giulias Verschwinden" ein Seherlebnis der Extraklasse! Die herausragenden ProtagonistInnen brillieren mit Authentizität und Selbstironie, so dass die Zuschauerin gar nicht anders kann, als sich auf das Älterwerden zu freuen und einstige sowie zukünftige Leiden fortan mit viel Humor zu nehmen.

Giulias Verschwinden
Schweiz 2009
Drehbuch: Martin Suter
Regie: Christoph Schaub
DarstellerInnen: Corinna Harfouch, Bruno Ganz, Stefan Kurt, Sunnyi Melles, André Jung u.a.
Verleih: X Verleih
Lauflänge: 87 Minuten
Kinostart: 04. Februar 2009
www.x-verleih.de

Kultur Beitrag vom 01.02.2010 Lisa Erdmann 

   




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