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AVIVA-BERLIN.de im November 2017 - Beitrag vom 25.02.2010

SWAN Day Berlin 2010
AVIVA-Redaktion

Am 27. und 28. März 2010 wird bereits zum dritten Mal der Swan Day Berlin gefeiert. SWAN steht für "Support Women Artists Now" oder "Unterstützt Künstlerinnen Jetzt" und versteht sich als...



... ein neuer internationaler Feiertag, der die wegbereitenden und herausfordernden Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen unterschiedlicher Disziplinen ehrt. SWAN Day wurde vom US-amerikanischen WomenArts einberufen und findet jährlich immer am letzten Samstag im März statt.

Das Event SWAN Day Berlin 2010 wird präsentiert von Shannon Sullivan und Joey Juschka des Performance Lab Berlin. Im Zentrum der diesjährigen Veranstaltungen stehen drei Solo-Performances junger Choreografinnen, die in Zusammenarbeit mit der Serie "NAH DRAN" des ada Studios präsentiert werden. In den Stücken fragile von und mit Eva Baumann, Broken: Part I von und mit Shannon Sullivan, The Bacchae von und mit Anna Melnikova werden Fragen der Identität, Fragilität und des psychischen Zerbrechens thematisiert. Begleitend gibt es die Ausstellung Zwei Seiten mit Ideen und Konzepten internationaler Künstlerinnen aller Disziplinen.

Performances:
Samstag, 27. März 2010, und Sonntag, 28. März 2010, je 20.30 Uhr

fragile von Eva Baumann
Broken: Part I von Shannon Sullivan/ Performance Lab Berlin
The Bacchae von Anna Melnikova

Anschließend Empfang in Anwesenheit der Künstlerinnen
Ausstellung "Zwei Seiten" an beiden Tagen ab 19.30 Uhr geöffnet.

Veranstaltungsort ada
Schönhauser Allee 73 / QuARTier 73, 2. HH, 1. OG
10437 Berlin
Eintritt: 7 Euro bis 12 Euro
Reservierung unter: 030 - 2180 0507 oder ada-berlin@gmx.de

Die drei präsentierten Stücke im Einzelnen:

fragile

von und mit Eva Baumann

"fragile" ist ein Tanzsolo in einer Installation über Fragilität und Grenzen. Fragilität ist Teil der menschlichen Identität, und in ihrer Identität als Tänzerin fragt sich Eva Baumann, was sie als solche verletzlich macht oder brüchig erscheinen lässt. Grenzen – wahrhaftige, aber auch mentale – sind Teil des Zusammenlebens. Aber auch individuell bestimmt jede/r ihre/seine eigenen Grenzen. Das kann einem Sicherheit geben, aber auch von der Umwelt ausschließen. Die Installation fungiert als Metapher, sie steht sowohl für die sicht- als auch für die unsichtbaren Grenzen - gleich einem Spinnennetz, in dem die Tänzerin sowohl Spinne als auch Beute ist. Menschliche Mechanismen und deren körperlichen Übersetzungen, die im Zuschauer etwas bewegen – sei dies als Assoziation oder Emotion – beschäftigen Eva Baumann und bilden ihre Motivation zu kreieren. Und obwohl die Künstlerin keine Antworten geben kann auf diese komplexen Fragen, möchte sie das Bewusstsein dafür beim Publikum vergrößern.

Broken: Part I
von und mit Shannon Sullivan/ Performance Lab Berlin

In ihrem Solo Broken: Part I interessiert sich Poetin und multidisziplinäre Performerin Shannon Sullivan für den Vorgang des physischen Zerbrechens – die Explosivität, das Geräusch – aber auch für das Zerbrechen in einem größeren Kontext: Begrenzungen, Erwartungen, Hindernisse. Das Zerbrechen wird oft als negativ und zerstörerisch empfunden, aber es kann auch eine Verwandlung sein – ein Wegbrechen von Illusionen, von Hüllen und Panzern, etwas tritt hervor, wird sichtbar, wird freigelassen. Broken: Part I untersucht die transformative Kraft des Zerbrechens, den Bruch, durch den man zur Essenz findet. Die Texte im Stück nutzen jeder einen physisch "zerbrochenen" Körperteil als Sprungbrett, wovon ausgehend Shannon Sullivan sich der größeren Bedeutung dieses "broken part", dieser kaputten Struktur zuwendet. In Knochen, Gelenken, Muskeln entscheidet Form über Funktion und Funktion über Form. Was passiert also mit der Funktion eines Systems – ob körperlich oder gesellschaftlich – wenn dessen Form zerbrochen, kaputt ist? Das Stück prüft die Möglichkeit zur Umgestaltung, spielt mit dem Zusammenfügen und Auseinandernehmen des nur sicht- und nur hörbaren, stellt die geschriebene und die visuelle Metapher einander gegenüber.

The Bacchae
von und mit Anna Melnikova

Anna Melnikovas Interpretation der 5. Szene aus der griechischen Tragödie "Die Bakchen" zeigt Sympathie zu überwältigenden Emotionen und Empathie mit überwältigten Menschen.
Frau, goldenes Kleid, Weintrauben, Bestürzung. Agaue, die Mutter von Thebens Herrscher Pentheus, wird vom Gott des Weines Dionysos in Wahn versetzt. Im Rausch glaubt sie, einen Löwen zu jagen, dabei zerstückelt sie mit bloßen Händen ihren eigenen Sohn. Stolz präsentiert sie das abgerissene Haupt im Palast ihres Vaters Kadmos. Die Ernüchterung kommt zu spät...

"Weh, wehe! Wenn ihr eurer Handlung je bewusst
Euch werdet, welch ein gräßlich Leiden! Und verharrt
Ihr ewig so in diesem Zustand, seid ihr zwar
Nicht glücklich, aber euer Elend fühlt ihr nicht!"
- aus "Die Bakchen" von Euripides

Die Ausstellung "Zwei Seiten"

In den letzten zwei Jahren bewarben sich mehr als 300 Künstlerinnen aus Ländern so weit gestreut wie Japan, Peru, Kanada, Finnland und Tunesien um eine Teilnahme am SWAN Day Berlin. Besonders in der Zusammenstellung nebeneinander zeigten die eingereichten Konzepte, was für ein großes Spektrum von Ideen, Überzeugungen und Ansätzen es bei den heutigen Künstlerinnen gibt. Diese Vielfalt wollten Shannon Sullivan und Joey Juschka des Performance Lab Berlin sichtbar machen.

Sie haben daher Künstlerinnen aller Disziplinen eingeladen, ihre Arbeit kurz und knapp auf zwei Seiten zu darzustellen – eine Seite in Form von Text und eine Seite in Form von Bildmaterial. Diese Darstellungen sind zum SWAN Day Berlin 2010 in der Ausstellung "Zwei Seiten" zu sehen, die parallel zu den Performances im gleichen Gebäude präsentiert wird. Vor und zwischen den Performances sowie zum anschließenden Empfang wird das Publikum die Gelegenheit haben, die ausgestellten Konzepte und Ideen anzuschauen und direkt mit den Künstlerinnen in Kontakt zu treten bzw. sich die Kontaktdaten der Künstlerinnen, deren Arbeiten sie interessieren, zu notieren. Die Ausstellung "Zwei Seiten" hat geöffnet am Samstag, 27. März 2010 und Sonntag, 28. März 2010, ab 19.30 Uhr.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.swandayberlin.org
www.swanday.org
www.womenarts.org
www.performancelabberlin.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

SWAN Day Berlin geht in die zweite Runde

Interview mit Shannon Sullivan und Joey Juschka

Kultur Beitrag vom 25.02.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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