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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.04.2010

Vorsicht Sehnsucht - Les herbes folles
Katharina Liese

Der französische Regisseur Alain Resnais erzählt mithilfe seiner legendären, experimentellen Erzählweise die Geschichte zweier Menschen, die aufgrund eines banalen Zwischenfalls aufeinandertreffen.



Marguerite Muir (Sabine Azéma) ist Zahnärztin und führt gemeinsam mit ihrer Kollegin und Freundin Josépha (Emmanuelle Devos) eine erfolgreiche Praxis in einem Pariser Vorort. Eines Tages ereignet sich ein Zwischenfall, der einen Wendepunkt im Leben der 50-jährigen markiert.

Marguerite hat sich gerade ein Paar neue Schuhe gegönnt, als sie von einem Handtaschendieb auf Inlineskates beraubt wird. In Zeitlupe wirbelt die Tasche durch die Luft und die ZuschauerInnen können erahnen, dass dieses Ereignis einiges nach sich ziehen wird.

Durch Zufall findet der Pensionär Georges Palet (André Dussollier) die weggeworfene Brieftasche Marguerites in einem Parkhaus. Er betrachtet das Passfoto der Rothaarigen und ist von Anfang an von dieser Unbekannten fasziniert, mehr noch, er malt sich deren Leben in seiner blühenden Fantasie aus.

In der Hoffnung, sie würde sich bei ihm melden, um sich bei dem ehrlichen Finder zu bedanken, hinterlässt Georges seine Telefonnummer bei der Polizei. Als sie tatsächlich anruft, wundert er sich, warum sie ihn nicht treffen will. Er reagiert wütend und legt den Hörer auf. Der Ehemann und Familienvater steigert sich immer mehr in die Vorstellung hinein, Marguerite kennen zu lernen. Seine Kinder und seine Ehefrau Suzanne (Anne Consigny) beginnen, sich über sein bizarres Verhalten zu wundern.

Am nächsten Tag fährt er zu Marguerite nach Hause, um ihr einen Entschuldigungsbrief in den Briefkasten zu werfen. Sie lässt den konfusen Georges, der sich immer mehr in ihr Leben drängt, ohne sie bis dato persönlich zu kennen, von der eingeschalteten Polizei zur Vernunft bringen.
Doch die plötzliche Zurückhaltung Georges` weckt bei der Hobbypilotin Interesse. Wer hätte das gedacht?

"Les herbes folles", wie der Originaltitel lautet, bedeutet so viel wie "Die verrückten Kräuter". Er umschreibt Gräser, die unvorhergesehen aus dem Boden sprießen, wo sie niemand erwarten würde, wie es der Regisseur Alain Resnais treffend beschreibt. So verhält es sich auch mit den Gefühlen der ProtagonistInnen. Diese führen ein ausgefülltes und scheinbar glückliches Leben, bis sich ihre Wege kreuzen und ihr Leben aus den Fugen gerät.

Durch die kommentierende Stimme aus dem Off werden die wirren Gedankengänge Georges` verbalisiert, die darauf schließen lassen, dass er, auf den ersten Blick ein harmloser Normalo, eine düstere, aggressive Seite an sich hat. Die ZuschauerIn kann nur erahnen, was das Ehepaar Palet wegen Georges` zum Teil gestörtem Verhalten in der Vergangenheit durchgemacht haben muss.

Dem bereits 87-jährigen Filmemacher Alain Resnais ist erneut ein unterhaltsamer Film gelungen, der sich schwer einem Genre zuordnen lässt. Es gibt scheinbar komödiantische Szenen, die durch das talentierte SchauspielerInnen-Duo die nötige Tiefe erlangen, was die eigentliche Dramatik der Umstände sehr gut zur Geltung bringt.

"Vorsicht Sehnsucht" basiert auf dem Roman "L`incident" (Éditions de Minuit, 1996) des französischen Autors Christian Gailly und wurde bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes 2009 mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.

AVIVA-Tipp: Der legendäre Regisseur Alain Resnais, Mitbegründer der Nouvelle Vague, vereint in sehr bunten Bildern die sonderbarsten Sehnsüchte und Fantasien beider ProtagonistInnen. Mit seiner experimentellen, surrealen Darbietung gelingt es dem Meister des Films, eine vermeintlich absehbare Handlung vollkommen überraschend enden zu lassen. "Vorsicht Sehnsucht" ist ein außergewöhnlicher Film, der durch die Mischung aus Komödie und Drama die ZuschauerInnen immer wieder aufs Neue überrascht und somit für ein abwechslungsreiches Kinoerlebnis sorgt.

Zum Regisseur: Alain Resnais, Großmeister des französischen Beziehungskinos – "Hiroshima Mon Amour" (1959), "Letztes Jahr in Marienbad" (1961), "Smoking/No Smoking" (1993), "On connaît la chanson" (1997) – sucht für seine Beziehungsgeschichten immer neue Erzählformen. In seinem neusten Werk hat er sich vom französischen Bestsellerautor Christian Gailly inspirieren lassen.
(Quelle: Presseinformation)

Vorsicht Sehnsucht
Originaltitel: Les herbes folles
Frankreich, 2009
Länge: 104 Minuten
Regie: Alain Resnais
Drehbuch: Alex Reval, Laurent Hérbiet
DarstellerInnen: Sabine Azéma, André Dussollier, Anne Consigny, Emmanuelle Devos, Matthieu Amalric, Michel Vuillermoz
Verleih: Schwarz-Weiss Filmverleih
Kinostart: 22. April 2010
www.schwarzweiss-filmverleih.de

Kultur Beitrag vom 23.04.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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