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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.04.2010

Das Fischkind – in der Edition Salzgeber auf DVD erschienen
Claire Horst

Von dieser Regisseurin erwartet man eigentlich eine werkgetreue Umsetzung des Stoffes, denn Lucia Puenzo ist auch die Autorin der gleichnamigen Romanvorlage. Doch anders als das Buch folgt der...



... Film zumindest technisch recht konventionellen Mustern.

Der Roman "Das Fischkind" erzählt von der Liebe einer jungen Argentinierin aus reichem Haus zu ihrem Hausmädchen.

Das Besondere daran: Erzähler der Geschichte ist Serafin, ein hässlicher und zynischer Straßenköter. Im Film wird der Köter Serafin zu einem liebenswerten und kuschelig anzusehenden Hund - von der vorgegebenen Erzählperspektive hat sich Puenzo in ihrem Film verabschiedet. Statt auf eine surreale und teils höchst brutale Handlung setzt sie nun auf Zeitsprünge als erzählerisches Mittel. Damit ist der Film leichter verdaulich als der Roman, obwohl es eine Weile braucht, bis man sich in die Wechsel von der Gegenwart in die Vergangenheit hineingefunden hat.

Lala (Inés Efron, bekannt aus Puenzos Erstling "XXY") ist seit frühester Jugend in das paraguayische Hausmädchen Ailin (Mariela Vitale) verliebt. In der Familie heißt Ailin nur "La Guayi" - eine Indigena braucht keinen eigenen Namen, so scheint es. Von ihrem Arbeitgeber, einem Juristen, Autoren und Vater von Lala, wird Ailin systematisch vergewaltigt und als leicht zu lenkende Geliebte missbraucht. Ihre Beziehung zu Lala muss sie geheim halten. Näher kommen können die jungen Frauen sich nur, wenn Ailin nicht gerade Gäste bedient oder die Küche putzt.

Gemeinsam planen sie deshalb eine neue Zukunft: Nach Paraguay wollen sie gehen, ein Haus kaufen, unabhängig sein. Mit dem Diebstahl von Gemälden, Schmuck und anderen Gegenständen aus dem reichen Elternhaus sparen sie für diesen Plan. Doch es kommt natürlich anders. Die Vor- und Rückblenden verraten der Zuschauerin von Anfang an, dass etwas schiefgelaufen ist: Im Bus nach Paraguay sitzt kein glückliches Paar, sondern Lala alleine. In Ailins Heimatort trifft sie auf deren Vater und kommt langsam hinter die geheimnisvolle Geschichte ihrer Freundin. Was es mit dem Fischkind auf sich hat und warum Ailin bereits mit 13 Jahren in Buenos Aires als Hausmädchen anfing, stellt sich erst hier heraus. Grauenhafte Erfahrungen sind es, die Ailin gemacht hat. Anders als in der Romanvorlage werden diese jedoch nicht drastisch erzählt - die Betroffenheit der Protagonistinnen äußert sich vor allem im leisen Tränenvergießen.

Das Drama spitzt sich zu, als Lalas Vater ermordet wird. Unter Verdacht steht sofort das Hausmädchen. Statt im eigenen Haus in Paraguay landet sie im Jugendknast. Puenzo hält die Spannung dadurch, dass sie Informationen nur Stück für Stück preisgibt. Ganze Handlungsstränge erklären sich erst im Nachhinein, wenn die nächste Rückschau den Hintergrund beleuchtet.

Die Autorin und Regisseurin hat mit der Verfilmung eine ganz neue Umsetzung des Stoffes geschaffen. Streckenweise wirkt die Aussage dadurch sehr weichgezeichnet - eine Vergewaltigung gleicht fast einer liebevollen Sexszene, die Kahlrasur der Hauptfigur wird zu einem kleidsamen Kurzhaarschnitt. Und auch die Dramatik vieler Szenen, die schiere Ausweglosigkeit, mit der vor allem Ailin zu kämpfen hat, wird nicht durch Heulen und Schreien, sondern durch ein unaufhörliches Tränenkullern dargestellt.

AVIVA-Tipp: Trotz dieser Schwächen ist ein schockierender und anrührender Film entstanden, der wütend macht auf eine Gesellschaft, in der es für manche Menschen keine Chance auf Selbstbestimmtheit gibt. Dass die Frauen sich mit dieser Definition durch andere nicht zufrieden geben, macht sie zu Sympathieträgerinnen. Äußerst überzeugend sind die beiden Hauptdarstellerinnen, die die Zuschauerin manchmal vergessen lassen, dass es sich nur um einen Film handelt.

Zur Regisseurin: Lucia Puenzo wurde 1976 in Buenos Aires geboren. Sie wurde international bekannt mit ihrem ersten Film, "XXY", der Geschichte des intersexuellen Alex. "XXY" wurde 2007 beim Filmfestival in Cannes ausgezeichnet. Puenzo hat zudem vier Romane geschrieben. "Das Fischkind" ist die Verfilmung ihres ersten Romans.

Das Fischkind
Regie: Lucía Puenzo
Schauspielerinnen: Inés Efron, Mariela Vitale
Originaltitel: El Niño Pez
Jahr: 2009
FSK: 16
Land: Argentinien, Frankreich, Spanien
Untertitel: deutsch, Sprache: spanische Originalfassung
Länge: 96 min
Sound: Dolby Digital Stereo 2.0
Formate: 16:9
Preis: 19,90 Euro
Verleih: Edition Salzgeber, VÖ 2010

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Lucia Puenzo - Das Fischkind. Die Romanvorlage

Löwenkäfig

Kultur Beitrag vom 23.04.2010 Claire Horst 

   




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