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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 04.05.2010

The exploding girl
Nadja Grintzewitsch

Mit diesem Film gelang Regisseur Bradley Rust Gray das Portrait einer unverfälschten, federleichten Liebesgeschichte und einer wunderbaren Freundschaft. Ein Muss für LiebhaberInnen des Mumblecore...



...und - soviel sei verraten - endlich wieder ein Independentfilm mit Happy End!

Ein amerikanischer Sommer. Ivy und Al studieren in unterschiedlichen Städten, verbringen die Semesterferien jedoch stets zu Hause in New York. Sie kennen sich von Kindesbeinen an und sind seither die besten FreundInnen. So ist es auch keine Frage, wo Al unterkommt, als seine Eltern überraschend ein Zimmer untervermieten und er eine Bleibe sucht. Ivy und ihre Mutter, die als Tanzlehrerin arbeitet, nehmen den rothaarigen Biologiestudenten ohne Zögern bei sich auf.

Ivy (Zoe Kazan) ist eine sympathische Brünette mit einer Vorliebe für bunte, kittelartige Kleidchen. Sie wirkt äußerlich vollkommen beherrscht, für die Zuschauerin beinahe erschreckend ruhig. Ein aufschlussreicher Besuch bei der Ärztin verrät auch den Grund dafür: Ivy leidet schon jahrelang an juveniler myoklonischer Epilepsie und hat gelernt, ihre Emotionen zu unterdrücken, um damit Stress vorzubeugen.

Ivy führt das Leben einer ganz normalen Zwanzigjährigen. Sie geht auf Parties, lernt für die Uni, unternimmt etwas mit Al. Einzig Schlafentzug und zuviel Alkohol sind Gift für sie. Auch alleine ein Bad zu nehmen ist untersagt, da während eines Anfalls die Gefahr bestünde, zu ertrinken. Doch da Ivy mit der Krankheit umzugehen weiß und auch ihr Umfeld sie unterstützt, schränkt die Epilepsie ihr Leben nur begrenzt ein.

Al (Mark Rendall) ist der Typ Mann, den insgeheim jede Frau an ihrer Seite haben will. Er bemerkt, wenn Ivy ein neues Kleid trägt und kocht Suppe, wenn sie sich nicht gut fühlt. Auch ist es für ihn eine Selbstverständlichkeit, sie zu seinen Kumpels mitzunehmen. Doch beim weiblichen Geschlecht hatte er bislang kein Glück, denn er ist einfach "zu lieb". All seine Annäherungsversuche scheitern schon im Vorfeld an fehlendem Selbstvertrauen. Um Ivy kümmert Al sich rührend, ohne jedoch bevormundend zu wirken. Die wohl meist gestellte Frage im Film lautet: "Are you okay?" und wird begleitet von freundlichen Gesten, bei denen frau innerlich jedes Mal gerührt aufseufzt.

Jedoch ist ein Zusammenkommen der beiden Hauptcharaktere zunächst nicht möglich, denn da ist ja noch Greg, Ivys ominöse Telefonbeziehung. Sie haben sich auf dem College kennen gelernt, verbringen die Sommerferien aber getrennt. Von Anfang an merkt frau, dass die beiden von der großen Liebe weit entfernt sind. Ihre Gespräche bestehen aus Small Talk in Reinform, unterbrochen von sekundenlangen Pausen. Meist redet Ivy sowieso nur mit dem Anrufbeantworter, weil Greg zwar versprochen hat, sie anzurufen, es aber mal wieder doch nicht tut.

Über ihre Beziehungsprobleme spricht Ivy weder mit ihrer Mutter noch mit Al. Doch die Reaktionen ihres Körpers sprechen Bände, Magenschmerzen und morgendliche Zuckungen nehmen immer weiter zu. Als Greg urplötzlich - natürlich am Telefon! – die Beziehung beendet, weil er sich in eine Andere verliebt hat, steckt Ivy dies äußerlich wie immer mit links weg. Doch die gewaltsam unterdrückten Emotionen bahnen sich in Form eines erneuten epileptischen Anfalls ihren Weg an die Oberfläche...

"The exploding girl" glänzt vor allem durch Hauptdarstellerin Zoe Kazan, die bereits in Filmen wie "Wenn Liebe so einfach wäre" und "Zeiten des Aufruhrs" an der Seite von Weltstars wie Meryl Streep oder Leonardo DiCaprio auf der Leinwand zu sehen war. Mit viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität spielt sie die Rolle der Ivy und vermag es so, das Bild einer unabhängigen, jungen Frau zu zeichnen, die tapfer den Widrigkeiten des Lebens trotzt. Mit Mark Rendall, der im wahren Leben übrigens fünf Jahre jünger als Zoe Kazan ist, wurde zusätzlich ein unbedingter Sympathieträger gecastet.

Der Film gehört dem Genre "Mumblecore" an, der sich durch lange Kameraeinstellungen, Großaufnahmen und aussagekräftige Bilder auszeichnet. So wird beispielsweise im Intro minutenlang das Gesicht der schlafenden Ivy im Auto gezeigt. Bäume und Himmel zeichnen sich als grün-blaue Lichtreflexionen auf der Scheibe ab und vermitteln den Eindruck explodierender Synapsenübertragungen. So bringt frau den Titel "The exploding girl" sofort mit der Hauptdarstellerin in Verbindung.

AVIVA-Tipp: "The exploding girl" ist ein kleines, filmtechnisches Meisterwerk. Szenen, in denen Ivy und Al im Sonnenuntergang auf einem New Yorker Dach den Flug von Zuchttauben beobachten, wirken keinesfalls kitschig oder konstruiert, sondern hochromantisch. Das will gelernt sein! Eine der schönsten (Sommer-) Liebesgeschichten des Independent-Kinos.


The exploding girl
USA 2009
Buch und Regie: Bradley Rust Gray
Englisch mit deutschen Untertiteln
DarstellerInnen: Zoe Kazan, Mark Rendall und andere
Verleih: Peripherfilm
Lauflänge: 79 Minuten
Kinostart: 06. Mai 2010

www.peripherfilm.de/theexplodinggirl

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Kultur Beitrag vom 04.05.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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