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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 12.05.2010

Off and Running - An American Coming of Age Story
Nadja Grintzewitsch

Nicole Oppers neuestes Werk ist eine sensible Dokumentation über die schwierige Identitätsfindung einer 16-jährigen Afro-Amerikanerin, die aufgrund ihrer Herkunft und ihrer unkonventionellen...





...Familienkonstellation in Zwiespalt mit sich selbst gerät.

Avery hat bereits mehrere Auszeichnungen für ihre herausragenden sportlichen Leistungen errungen. In einer der ersten Szenen sieht man die Protagonistin in ihrem Zimmer. Unzählige Medaillen hängen an den Wänden, Pokale stehen auf den Regalbrettern. Denn Averys große Leidenschaft ist das Laufen - und so gewinnt sie einen Wettkampf nach dem anderen.

Auch Averys Familie ist alles andere als gewöhnlich. Als Kleinkind wird sie von Travis Cloud, einer jüdisch-amerikanischen Architektin, adoptiert. Ihre Mutter lernt die israelische Emigrantin Tova Klein kennen und lieben, welche ihrerseits Adoptivsohn Rafi mit in die Beziehung bringt. Gemeinsam adoptiert das Paar noch ein weiteres Kind: Samuel, genannt Zay-Zay, ein drolliger Junge koreanischer Abstammung.

Diese Situation führt dazu, dass Avery und ihre Geschwister mit zwei Müttern aufwachsen. Ihre amerikanische Mutter nennt Avery "Mama", ihre israelische "Ima" - das hebräische Wort mit der gleichen Bedeutung. Liebevoll werden die Kinder von den beiden intelligenten, sanften Frauen aufgezogen und behütet. Die Familie bezeichnet sich selbst scherzhaft als die "United Nations", lebt nach jüdischem Brauch, zündet an Chanukka gemeinsam Kerzen an. Alles scheint harmonisch zu sein.

Doch Avery leidet darunter, dass sie die einzige Schwarze in ihrer Familie ist. Zwischendurch werden Klassenfotos ihrer jüdischen Grundschule eingeblendet, auf denen sie stets heraussticht. Über die Adoptionsvermittlung nimmt sie schließlich Kontakt zu ihrer leiblichen Mutter auf. Sie erfährt, dass sie vier Geschwister hat. Ihre beiden Adoptivmütter unterstützen sie auf der Suche nach der eigenen Identität, reagieren wie immer nachsichtig, geduldig.

Doch Avery wird von ihrer leiblichen Mutter erneut zurückgestoßen. Diese antwortet nur sporadisch, meist mit monatelangen Pausen dazwischen, scheint sich für das Leben ihrer Tochter nicht zu interessieren. Als Averys großer Bruder Rafi schließlich das Haus verlässt, um in Princeton zu studieren, verliert sie ihren engsten Vertrauten und kommt vom Weg ab. Sie beginnt, die Schule zu schwänzen und schläft immer öfter außer Haus. Selbst das Laufen vernachlässigt sie. Schließlich bricht sie den Kontakt zu ihrer Adoptivfamilie völlig ab und zieht zu ihrem Freund Prince. Ein Schwangerschaftstest endet mit einem positiven Ergebnis.

Als in New York die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt wird, sind Travis und Tovah eines der ersten Paare, welches sich trauen lässt. Ihr Sohn Rafi reist dafür extra aus Princeton an, um die Hochzeit musikalisch auf der Gitarre zu untermalen. Lachend schreiben die Frauen nach dem Standesamt "married" auf die ungewaschenen, staubigen Fenster ihres Autos. Nur Avery fehlt: An der Hochzeit ihrer Mütter will die Pubertierende nicht teilnehmen. Plötzlich hat man weniger Mitleid mit der Protagonistin, als mit den gebrochenen Herzen um sie herum. Findet sie den Weg zurück?

Hintergrund

Produzentin Nicole Opper lernte Avery Klein-Cloud kennen, als sie einen Kurzfilm mit SchülerInnen einer jüdischen Grundschule drehte. Das Mädchen stach ihr sofort ins Auge - nicht nur als eine der wenigen afroamerikanischen SchülerInnen, sondern auch aufgrund ihrer warmherzigen Art und ihrer Ausstrahlung. Oppers Neugier wuchs ins Unermessliche, als sie Averys außergewöhnliche Familie kennen lernte. Als Lesbe, die selbst schon oft über das Thema Adoption nachgedacht hatte, sah sie ihre Situation in Familie Klein-Cloud widergespiegelt.

Sechs Jahre nach der ersten Begegnung, als Avery alt genug war, die Komplexität ihrer Gedanken und Erfahrungen adäquat auszudrücken, begannen die Dreharbeiten. Diese liefen natürlich nicht ganz problemfrei ab. "I wasn´t prepared for the complete meltdown that Avery had halfway through our filming together," erklärt die Produzentin. "She moved out of her parents´ house and stopped returning calls, and I feared for her safety. When I did manage to reconnect with her, we made a pact. We had started this project together and we would finish it together."

"Vielleicht werden sich einige fragen, was dieser Film mit Judentum zu tun hat",
erklärt Nicola Galliner, Leiterin des Jewish Film Festival Berlin. "Es ist in erster Linie ein Film über Identitäten und der Suche nach sich selbst. Aber diese multikulturelle Familie, das Adoptieren dreier Kinder mit unterschiedlicher Herkunft, das ist echt jüdisch!"

AVIVA-Tipp: "Off and Running" ist ein großartiges Werk über eine Patchworkfamilie besonderer Art, über multikulturelle Identitäten und nicht zuletzt auch die Identitätsprobleme adoptierter Jugendlicher. Bleibt nur zu hoffen, dass er in Deutschland bald einen Verleih findet - oder zumindest demnächst auf DVD erscheint.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Interview mit Ilil Alexander, der Regisseurin des Films "Keep Not Silent"

Du sollst nicht lieben - Einayim Pkuchot - Eyes Wide Open

I shot my love - Ein Film von Tomer Heymann

Off and Running
USA 2009 (OF)
Regie: Nicole Opper
Buch: Avery Klein-Cloud, Nicole Opper
DarstellerInnen: Avery Klein-Cloud, Tova Klein, Travis Cloud, Zay-Zay Klein-Cloud, Rafael Klein-Cloud
Verleih: noch kein Verleih
Lauflänge: 76 Minuten
www.offandrunningthefilm.com

Kultur Beitrag vom 12.05.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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