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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 28.05.2010

La Pivellina
Kristina Tencic

Ganz nah dran an das Alltagsgeschehen gehen das Regie-Duo Rainer Frimmel und Tizza Covi mit ihrem sehenswerten halbdokumentarischen Film über ein Findelkind inmitten einer Zirkus-Wohnwagensiedlung



Es gab weder ein Casting, noch geschriebene Dialoge, noch professionelle SchauspielerInnen beim Dreh von "La Pavellina". Mit einer einfachen Handkamera ausgestattet und einem groben Drehbuch, begleiteten die beiden RegisseurInnen Rainer Frimmel und Tizza Covi die ihnen bereits aus der vorangegangenen Dokumentar-Produktion "La Babooska" bekannten ZirkusartistInnen in ihre Lebenswelt. Einzig der konstruierte Plot um ein Findelkind verleiht dem sehr authentischen Dokudrama ein fiktionales Moment.

Die Story

Auf der Suche nach ihrem Hund findet die in die Jahre gekommene leuchtend rothaarige Patti auf dem Spielplatz, irgendwo in einem Vorort von Rom, ein verlassen auf der Schaukel sitzendes Mädchen. Als es zu dämmern beginnt, beschließt Patti die kleine "Aia", was Asia in Erwachsenensprache heißen soll, mitzunehmen und ihr eine Obhut zu geben. Die Zweijährige taucht ein in das ungewöhnliche Leben einer ZirkusartistInnenfamilie, die sie großzügig und warmherzig in die offenen Arme ihrer Gemeinschaft schließt und ihr ganz einfach ein bisschen Freude schenken möchte.

Das ausgesetzte Kind unternimmt somit unfreiwillig den Schritt, welcher der Gesellschaft gemeinhin nicht gelingt, nämlich ohne Vorbehalte, mit dem reinen kindlichen Blick auf das Menschliche, sich einer Randgruppe anzunehmen und sie so zu mögen wie sie sind. Dabei werden vorgefertigte Bilder zerschlagen, aber auch mit ihnen gespielt. Etwa mit dem Vorurteil, demzufolge "Zigeuner Kinder stehlen", das auch dem zu Pflegeeltern gewordenen ArtistInnenpaar sehr bewusst ist. Denn auch in der Realität hat ein solcher Fall in Italien vor zwei Jahren zu Ausschreitungen, diesmal gegen Sinti und Roma, geführt. Sie wissen somit, dass sie in große Schwierigkeiten kommen können, wenn sie jemand der Entführung bezichtigt und bemühen sich redlich darum, die Mutter ausfindig zu machen.

In der Zwischenzeit wollen sie Asia aber mit ihren bescheidenen Mitteln schlicht möglichst viel Freude bereiten und unternehmen viele Dinge, die Asia womöglich mit ihren (wahrscheinlich berufstätigen) Eltern nie erfahren durfte, wie etwa ein Besuch auf dem Rummelplatz oder ein Tag am Meer. Und so schmeißen sie auch einfach so ein Fest für Asia, die NachbarInnen aus der Wohnwagensiedlung kommen und alle essen Torte – denn eine Party ist doch etwas Schönes, oder etwa nicht?

AVIVA-Tipp: Das RegisseurInnenpaar Covi/Frimmel dokumentiert mit "La Pivellina" feinfühlig und mit viel Liebe fürs Detail eine Randgruppe, welche die ZuschauerInnen, genauso wie das Findelkind, bereitwillig in ihrer Mitte aufnimmt und ihnen mit viel Verstand und Klugheit eine Lektion des Lebens lehrt: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Und somit versteht man zu Ende des Films sehr genau, was das kleine Mädchen meint, wenn es zum Ausdruck bringt, dass es in seiner zufälligen Wahlfamilie bleiben möchte.

Zu den RegisseurInnen: Tizza Covi wurde 1971 in Bolzano geboren und lebte in Paris und Berlin bevor sie anfing Fotografie in Wien zu studieren. Nach ihrem Studium ging sie nach Rom, wo sie als Fotografin arbeitete. Rainer Frimmel wurde auch 1971, allerdings in Wien, geboren und hat auch Fotografie studiert. 2002 gründeten sie gemeinsam die Produktionsfirma Vento Film um unabhängig arbeiten zu können. Nach ihrem Dokumentarfilm "Babooska" ist "La Pivellina" ihr erster (halb-)fiktionaler Spielfilm. "La Pivellina" feierte seine Premiere in Cannes, wo er auch mit dem Cannes Europa Cinema Label ausgezeichnet wurde. Auf zahlreichen Festivals wurde der Film über das Findelkind gezeigt und sehr oft auch mit Preisen bedacht.

La Pivellina
Dokudrama, Österreich/Italien 2009
Regie: Tizza Covi, Rainer Frimmel
Drehbuch, Ton, Schnitt: Tizza Covi
Kamera, Produktion: Rainer Frimmel
DarstellerInnen: Patrizia Gerardi, Walter Saabel, Tairo Caroli, Asia Crippa u.a.
Spielzeit: 100 Minuten
Kinostart: 27. Mai 2010
FSK: Ohne Beschränkung
www.lapivellna.de




Kultur Beitrag vom 28.05.2010 Kristina Tencic 

   




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