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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 20.07.2010

Das Konzert
Marie Heidingsfelder

Ja, es darf auch mal kitschig sein, aber nur, wenn der Film gleichzeitig so berührend und schön ist, wie der neue Film von Radu Mihaileanu, dem Regisseur von "Zug des Lebens" und "Geh und Lebe".



Moskau in den Achtziger Jahren: Der Dirigent Andrei Filipov führt sich und das Bolschoi-Orchester mit herausragenden Inszenierungen zu Weltruhm. Doch als der "Maestro" sich weigert, die jüdischen MusikerInnen aus dem Ensemble zu werfen, fällt er in Ungnade: Seine Tschaikowski-Konzerte werden immer wieder per staatlichem Eingriff abgebrochen und schließlich findet er sich von der kommunistischen Regierung zum Hausmeister degradiert und gedemütigt. Seine Kollegen teilen dieses Schicksal und halten sich nun als Umzugshilfen, TaxifahrerInnen, StraßenmusikerInnen, HandyverkäuferInnen oder bezahlte DemonstrantInnen mühsam über Wasser.

In den ersten Minuten des Films erlebt man Andrei als gebrochenen Mann, der seine Schuldgefühle, Enttäuschung und Depressionen regelmäßig in Alkohol ertränkt. Doch eines Tages fällt ihm, während er das Büro des Direktors reinigt, zufällig ein Fax des Pariser "Theatre du Châtelet" in die Hände: Der dortige Direktor Olivier Morne Duplessis lädt das Bolschoi-Orchester zu einem Konzert ein.
Spontan steckt Andrei das Fax ein und löscht die dazugehörige e-Mail. Einer fixen Idee folgend entschließt er sich, das Orchester in seiner alten Besetzung wieder aufleben zu lassen und anstelle des Jetzigen in Paris zu spielen. Kein leichtes Unterfangen, denn den ehemaligen Stars der russischen Konzertszene fehlt nicht nur die Spielpraxis, sondern oft auch ihre Instrumente - Zumal viele nicht ein weiteres mal von Andrei enttäuscht werden wollen. Es beginnt ein rasanter Wettlauf gegen die Vorbehalte der KollegInnen, die Barrieren der russischen Verwaltung, die tickende Zeit und die Vernunft...

Ja, aber...
Nach "Zug des Lebens" und "Geh und Lebe" ist Radu Mihaileanu mit dieser Komödie ein weiteres mal ein gefühlvoller, tiefsinniger und mitreißender Film gelungen. Neben Alexeï Guskov bezaubern besonders Mélanie Laurent, die 2007 den César als beste Nachwuchsdarstellerin gewann, als junge Solistin und Miou-Miou als ihre Agentin. "Das Konzert" lockte in Frankreich nicht nur mehr als zwei Millionen BesucherInnen in die Kinos, sondern gehört mit zwei „Césars" - für Musik und Ton - auch zu den Gewinnern der diesjährigen Preisverleihung.
Dürfte der Verstand tyrannisch allein entscheiden, wäre dieser Erfolg zweifelhaft: Radu Mihaileanu lässt sich am Ende doch widerstandslos vom Kitsch verführen, bei fast zwei Stunden Laufzeit hat der Film einige Längen, der Humor gleitet ab und zu auf Slapstick-Niveau und die Personendarstellung rutscht mit und landet im Klischee.
Aber spätestens im großen Finale dankt der Verstand widerspruchslos ab und überlässt dem Herz das Feld. Zu den Klängen der großartigen Musik und in der Atmosphäre des Pariser "Chatelet" gibt man sich nur zu gerne der Suche nach "absoluter Harmonie" hin - und dem Kitsch.

AVIVA-Tipp: "Das Konzert" ist wie eine Fahrt mit der Achterbahn: Man fiebert mit, die Emotionen fallen und steigen, es kribbelt im Bauch, man lacht und weint - und weiß heimlich immer schon, dass alles gut wird. Natürlich ist die Handlung unwahrscheinlich - Katharsis und Zufriedenheit aber nicht.

Zum Regisseur: Radu Mihaileanu wurde 1958 in einer jüdischen Gemeinde in Bukarest geboren. Sein Vater war während des zweiten Weltkriegs aus einem Konzentrationslager geflohen und floh 1980 aus Rumänien, lebte einige Jahre in Israel und zog schließlich nach Frankreich, wo er sein Filmstudium begann. Er bezeichnet sich selbst als "bikulturell", sowohl rumänisch als auch französisch. Gleichzeitig zieht sich die Auseinandersetzung mit dem Judentum wie ein roter Faden durch seine Filme. International berühmt wurde Radu Mihaileanu 1998 mit seinem zweiten Kinofilm "Zug des Lebens", der von einem jüdischen Dorf erzählt, dessen BewohnerInnen während des zweiten Weltkriegs einen Deportationszug herstellen, sich als Nazis verkleiden und so versuchen, nach Palästina zu fliehen. Er gilt als Garant für außergewöhnliche Geschichten und gefühlvolle Inszenierungen.

Das Konzert
Frankreich, Italien, Belgien, Rumänien 2009
Buch und Regie: Radu Mihaileanu
DarstellerInnen: Francois Berléand, Mélanie Laurent, Miou-Miou, Lionel Abelanski, Roger Dumas, und andere
Verleih: Concorde
Lauflänge: 119 Minuten
Kinostart: 29. Juli 2010
www.konzert-derfilm.de


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Geh und Lebe

Kultur Beitrag vom 20.07.2010 Marie Heidingsfelder 

   




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