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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 04.08.2010

A Single Man. Nach dem Roman von mit Christopher Isherwood mit Julianne Moore. Die DVD
Marie Heidingsfelder

"Jedes Aufwachen beginnt mit ´bin´ und ´jetzt´" Jeden Morgen die gleiche Welt und das gleiche ich - als hätte der Literaturprofessor George Falconer heimlich etwas anderes gehofft. Es ist Freitag...



... der 30. November 1962 und acht Monate nach dem Unfall-Tod seines Partners Jim beginnt George einen Tag, der sich von dieser ersten Sequenz über den gesamten Film erstrecken wird.

Im Los Angeles der frühen Sechziger Jahre - sieben Jahre vor den Protesten in der heute berühmten Christopher Street - ist George Falconer für sein Umfeld tatsächlich ein "single man". Ein Einzelgänger, der ohne Familie in einem riesigen Haus am Stadtrand lebt. Wände aus Glas, klare Linien, pedantische Ordnung und perfektes Aussehen.

Von außen, für seine Nachbarn, Kollegen und Studenten, scheint der in die Jahre gekommene Brite sein Leben fest im Griff zu haben. Doch seitdem ein Partner Jim bei einem Autounfall ums Leben kam, ist die kühle Distanz zu einer Fassade geworden, hinter der er eine tiefe Depression versteckt. Wie schon die Beziehung, muss seine Trauer über ihr Ende geheim bleiben – selbst zur Beerdigung konnte er nicht gehen, denn Homosexualität ist ein gesellschaftliches Tabu.
Trotz der morgendlichen Verzweiflung folgt auch dieser Novembertag klaren Routinen: Mit Anzug und Kaffee verwandelt sich George in seine Rolle als unnahbare Autorität, verabredet sich für den Abend mit seiner alten Freundin Charley und fährt an die Uni, wo er spontan vom Thema abschweift und einen Vortrag über Angst und Minderheiten hält. Zurück zu Hause beschließt er, Selbstmord zu begehen - nicht im Affekt, sondern mit der gleichen Pedanterie, die sein ganzes Leben prägt. Doch nachdem alles organisiert ist, bricht er im letzten Moment ab und geht doch zu Charley. Betrunken lässt er sich durch die Nacht treiben, bis er in einer Bar auf einen seiner Studenten trifft...

Detailaufnahmen ohne Ton, spielende Wechsel zwischen Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen, Slowmotion-Einschübe und das wiederkehrende Motiv der Unterwasser-Sequenzen - in seinem Regiedebüt zeigt Tom Ford das Talent, das ihn auch als Designer berühmt gemacht hat: Klare Handlungslinien in beeindruckenden Aufnahmen. Obwohl nicht viel passiert, bleiben die Augen an den oft überstilisierten Bildern gefesselt. Zusammen mit George fällt man immer wieder aus der Alltäglichkeit der Situation, erkennt in beiläufigen Begegnungen bedeutungsvolle Symbole und verliert sich in Erinnerungen. Die Sicht auf den gefilmten Tag ist nicht objektiv, sondern aus der Perspektive von George selbst, so dass die ZuschauerInnen sich der Faszination einer nicht selbst selektierten Wirklichkeit hingeben können: In allen Bildern - und auch in der Musik von des polnischen Komponisten Abel Korzeniowski - spürt man die Trauer des Verlustes, die Spannung zwischen der großen Sinnlosigkeit und der plötzlichen Sinnüberladung von Details.
Selbstverständlich gibt es in dem minutiös konstruierten und übergestylten Film keinen Raum für die Spontaneität zufälliger Aufnahmen, aber was als Mangel ausgelegt werden kann, ist eine Frage des Stils - und den beherrscht Tom Ford.

Der Regisseur und Drehbuchautor ist eigentlich als Stardesigner, unter anderem für Gucci und Yves Saint Laurent bekannt. "Mister Cool" ist seit 1987 mit seinem Partner, dem Modejournalisten Richard Buckley zusammen. Bei "A Single Man" handelt es sich um die Verfilmung eines Romans von Christopher Isherwood, den er als junger Mann in den Achtziger Jahren gelesen hatte. Der mehrfach ausgezeichnete Film erhielt unter anderem den Queer Lion: für den besten Spielfilm mit homosexuellem Inhalt. Hauptdarsteller Colin Firth war sowohl für den Oscar, als auch - wie Julianne Moore - für den Golden Globe nominiert.

Zur Hauptdarstellerin Julianne Moore
Julianne Moore wurde als Julie Anne Smith in North Carolina geboren. Heute berühmt und bewundert wurde sie als Kind wegen ihrer Brille, ihrer Unsportlichkeit und ihrer zu geringen Körpergröße oft gehänselt. Im Jahr 1979 machte sie ihren Schulabschluss an der American High School in Frankfurt am Main, da ihr Vater dort beim Militär engagiert war. An der Boston University erwarb sie vier Jahre später den Bachelor-Abschluss in Bildender Kunst. 1983 ging sie nach New York, wo sie ihren Namen in Julianne Moore änderte, da sämtliche Variationen ihres Namens bei der "Screen Actors Guild" schon vergeben waren.
Der große Durchbruch gelang Julianne Moore mit der Darstellung des tablettensüchtigen Pornostars Amber Wave in "Boogie Nights". Diese brachte ihr neben zahlreichen Auszeichnungen die erste Oscar-Nominierung sowie eine Golden Globe-Nominierung ein.

AVIVA-Tipp: Weder leuchten die Augen, noch schwimmen sie in Tränen – nicht mal gesättigt sind sie nach den unglaublich schönen Bildern von Tom Ford. Aber "A single man" verändert trotzdem den Blick : Einer der Filme, nach denen man trotz Softdrinks in einem leichten Schwindel den Saal verlässt.

A single man
Regie: Tom Ford, 2009
DarstellerInnen: Colin Firth, Julianne Moore, Nicholas Hoult
Komponist: Abel Korzeniowski
Format: Dolby, PAL, Widescreen
Sprache: Deutsch (DTS 5.1), Englisch (DTS 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Universum Film GmbH
Erscheinungstermin: 03. September 2010
Spieldauer: 97 Minuten
ASIN: B003E3TQZK


Weitersehen auf AVIVA-Berlin:

Wilde Unschuld (2008) mit Julianne Moore

Stadt der Blinden (2008) mit Julianne Moore

The Hours (2003) mit Julianne Moore, Nicole Kidman und Meryl Streep

Pippa Lee (2010) mit Julianne Moore



Kultur Beitrag vom 04.08.2010 Marie Heidingsfelder 

   




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