Satte Farben vor Schwarz – Ein Film von Sophie Heldman - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Lucian Freud Poryes 2017 Happy End
Aviva-Berlin > Kultur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 05.01.2011

Satte Farben vor Schwarz – Ein Film von Sophie Heldman
Yasmine Georges

Die beiden Kino-Größen Senta Berger und Bruno Ganz stehen in diesem bewegenden Film über Liebe und Tod erstmals gemeinsam vor der Kamera. Als langjährig verheiratetes Paar werden sie mit einer...



...Tatsache konfrontiert, die sie zwingt, ihr gemeinsames Leben in Frage zu stellen.

Eine Frau liegt erschöpft im Bett. Sie wirkt wie gelähmt. Von unten dringen Geräusche zu ihr herauf, doch sie bleibt weiterhin bewegungslos im Halbdunkel liegen. Für die erste Szene ihres Spielfilmdebüts hat die dffb-Absolventin ein bedrückendes Motiv gewählt. Das Bild der ruhenden Anita (Senta Berger) brennt sich intensiv in das Gedächtnis der ZuschauerInnen, wie eine Ahnung, ein Ausblick auf das Kommende.

Die Diagnose

Anita und Fred (Bruno Ganz) sind seit 50 Jahren ein Paar. Sie haben zwei erwachsene Kinder und eine Enkelin, die kurz vor dem Abitur steht, ein schönes Haus mit Garten und eine mehr als ausreichende Rente. Dennoch liegt eine Spannung in der Luft - das unausgesprochene Bedürfnis, zu reden. Die alltäglichen Geräusche sind unnatürlich laut in der Stille des großen Hauses und die emotionale Distanz der Eheleute ist spürbar. Denn Fred hat Prostata-Krebs. Er wehrt sich gegen die Chemotherapie und flüchtet vor der angespannten Atmosphäre, mal in seine neue Wohnung, dann wieder in sein ehemaliges Büro. Erst die Anreise ihres Sohnes Patrick (Barnaby Metschurat) bringt das Ehepaar wieder zusammen und zwingt sie zur Auseinandersetzung mit Freds Krankheit.

Regie und Akteure

"Als ich mich zum ersten Mal mit Senta und Bruno über die Figuren unterhalten habe, dachte ich: Ich habe Partner gefunden.", erzählt Regisseurin Sophie Heldman. Die beiden spielen das Paar mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit, die es vermag, dem Film ein wenig des Ernstes zu nehmen. Sie tasten sich wie die Figuren im Film langsam an das zentrale Thema heran.

In stillen Bildern zeigt die Regisseurin das allmähliche Schwinden des Glücks und beweist dabei ihren Blick für die Details. Nicht nur Mimik, Gestik und die Dialoge enthüllen die Gefühle der ProtagonistInnen, Heldman nimmt ebenso Geräusche und Farben in ihre Dramaturgie auf und bedient sich auch des Wetters, um Emotionen deutlich zu machen. Anitas Auszug in ein Seniorenheim folgt einer stürmischen Gewitternacht, die das Ausmaß ihrer Verzweiflung deutlich macht. Sophie Heldman findet eine bildhafte Sprache, die gut zu dem sensiblen Thema des Films passt. Sie fängt die Schwierigkeit, offen mit dem Gedanken an den Tod umzugehen, dank dieser Metaphorik, gekonnt ein. Doch nicht nur Anita und Fred stehen im Zentrum des Films. "Es gibt in ´Satte Farben vor Schwarz´ keine Nebendarsteller(-Innen)" kommentiert die Regisseurin das Ensemble.

Das Drehbuch ist reduziert, der Cast erlesen. Barnaby Metschurat als Sohn Patrick brilliert ebenso wie Carina Wiese, die mit ihrer langjährigen Hauptrolle in "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei" bekannt wurde. Auch Leonie Benesch überzeugt als Enkelin Yvonne. Seitdem sie in dem Spielfilm "Das weiße Band" ein Kindermädchen spielte, gilt sie als neuestes Talent des deutschen Kinos.

Der Blick von außen

Die Figuren fügen sich alle in die spannungsgeladene Zweisamkeit von Anita und Fred. Das "Zwei-Personen-Stück" profitiert von der Einführung der neuen Charaktere. Auch die ehemalige Sekretärin und die Betreuerin aus dem Seniorenheim treten kurzzeitig in das Blickfeld der Kamera und unterbrechen die, auf die Eheleute konzentrierte, Handlung. Die Regisseurin gibt den ZuschauerInnen dank dieser kurzen Sequenzen die Möglichkeit, zu reflektieren und die Handlungen der ProtagonistInnen in Frage zu stellen.

Der Tod schleicht langsam in den Fokus des Films

Schlussendlich dreht es sich doch um das Paar. Um ihre Entscheidungen, Träume, Ziele und Hoffnungen. Das Alter spielt dabei anfangs keine große Rolle, erst die Krankheit lenkt die Gedanken auf das drohende Ende. Der Tod wird schließlich zur unausweichlichen Gewissheit, die sich in den Gesichtern des Paares und der Kinder widerspiegelt. Zum Schluss folgt die Kamera jedoch nur Anita und Fred. Wenn sie sich in Schwarz gehüllt in ein Taxi setzen und in Freds Wohnung fahren, steht eine Frage im Raum: Sind sie bereit zu gehen?

"Satte Farben vor Schwarz" wurde auf dem internationalen Filmfestival "San Sebastian" gezeigt, lief auf den "Internationalen Hofer Filmtagen" und war im Jahr 2010 für den "First Steps Award" nominiert.

AVIVA-Tipp: "Satte Farben vor Schwarz" spricht dank seines breit gefächerten Casts ZuschauerInnen jedes Alters an. Die Thematik dreht sich zwar hauptsächlich um das Älterwerden und die Fragen, die diesen Prozess begleiten, doch Sophie Heldman erzählt in ihrem Debüt auch von Beziehungen, familiären Bindungen und Sinnfragen, die das Leben aufwirft.

Zur Regisseurin: Sophie Heldman wurde 1973 in Hamburg geboren. Sie wuchs als Tochter einer Mexikanerin und eines Deutschen in der Schweiz auf. 1993 ging sie in die USA und sammelte erste Erfahrungen beim Film. 1996 begann sie Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) zu studieren. Zusätzlich besuchte Heldman Meisterklassen in Schauspielführung an der Tisch School of the Arts in New York. Neben ihrem Studium arbeitete Sophie Heldman unter anderem als Regieassistentin für Sydney Pollack. Ihr Kurzfilm "Icke" wurde beim Film Festival Max-Ophüls-Preis für den "Besten Kurzfilm" nominiert, auf internationalen Filmfestivals vorgestellt und mehrmals im Fernsehen ausgestrahlt. Sophie Heldmans Spielfilmdebüt "Satte Farben vor Schwarz" ist zugleich ihr Abschlussfilm an der dffb.
(Quelle: farbfilm verleih)

Veranstaltungshinweise: Cast und der Crew von "Satte Farben vor Schwarz" sind ab dem 05.01.2011 auf Kinotour durch Deutschland. Alle Termine finden Sie unter folgender Adresse: www.satte-farben-vor-schwarz.de/ab-januar-im-kino/Termine.pdf

Die Regisseurin Sophie Heldman wird außerdem am 11.01.2011 zwischen 14 - 16 Uhr auf Facebook für Fragen und Kommentare zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird die Regisseurin Beiträge auf Facebook kommentieren und über die Premiere und die Kinotour berichten. Den Link zur Facebook-Aktion finden Sie hier: www.facebook.com

Satte Farben vor Schwarz
Deutschland/Schweiz 2010
Regie: Sophie Heldman
Buch: Sophie Heldman, Felix zu Knyphausen
DarstellerInnen: Senta Berger, Bruno Ganz, Barnaby Metschurat, Carina Wiese, Leonie Benesch, Sylvana Krappatsch, Thomas Limpinsel, Ruth Glöss u.a.
Verleih: farbfilm Filmverleih
Lauflänge: 85 Minuten
Kinostart: 13. Januar 2011
FSK: ohne Altersbeschränkung

Weitere Infos zum Film finden Sie unter:

www.satte-farben-vor-schwarz.de

Weitersehen auf AVIVA-Berlin:

"Giulias Verschwinden", ein Film mit Bruno Ganz

"Die Wolke", ein Film mit Carina Wiese

Kultur Beitrag vom 05.01.2011 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken