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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 23.03.2011

Das Schmuckstück. Potiche
AVIVA-Redaktion

1977: Madame Suzanne (Catherine Deneuve), Gattin des Regenschirmfabrikanten Pujol (Fabrice Luchini), vergleicht sich mit einer ....



"Potiche", einer Porzellanvase, die keinerlei Funktion hat und nur hübsch anzuschauen ist.

Auch Pujol sieht in Suzanne lediglich ein dekoratives Schmuckstück. Viel lieber vergnügt er sich mit seiner Geliebten oder im Nachtclub, und beutet die ArbeiterInnen in seiner Fabrik. Doch als Pujol einen Herzanfall erleidet, übernimmt Suzanne kurzerhand die Leitung der Fabrik, verordnet Wohlstand für alle und verbündet sich mit dem örtlichen Abgeordneten der kommunistischen Partei, Monsieur Babin (Gérard Depardieu).

Das früher rein dekorative "Schmuckstück" ist jetzt als Chefin im Aufwind: In der Firma herrscht ein freundliches Arbeitsklima, ihr kunstbegeisterter Sohn entwirft moderne Regenschirmmodelle und die Produktion floriert. Auch die Sekretärin Nadège hat sich vom unterwürfigen Püppchen ihres Chefs an der Seite Suzannes in eine engagierte Vertreterin der Arbeiterklasse verwandelt. Nichts ist wie früher, denn Suzanne macht alles besser.

Das muss auch Robert Pujol erkennen, als er, tatendurstig und genesen, zurück auf seinen Chefsessel will. Aber Suzanne hat die Firma fest im Griff und ihm die Aktienmehrheit entzogen. Zu allem Überdruss gesteht Suzanne ihm auch noch, dass Laurent nicht sein Sohn ist, sondern aus einer Affäre stammt. Als Joëlle ihrem Vater ein Medaillon mit dem Foto des jungen Babin zeigt, das sie bei ihrer Mutter gefunden hat, zieht Pujol seine Schlüsse und schwört auf Rache. Er sucht seinen Rivalen und Erzfeind Babin in seinem Büro auf, um ihn unter Druck zu setzen und sich selbst wieder an die Macht zu bringen. Aber als Babin von Pujol erfährt, dass er wahrscheinlich der Vater Laurents ist, lebt der einsame Kämpfer auf und hofft auf ein spätes Familien-Wunder. Überglücklich fährt er mit Suzanne zur Stelle, an der sie sich vor 25 Jahre kennengelernt hatten. Er will die Wahrheit erfahren, aber sie muss ihn enttäuschen: Laurent ist nicht sein Sohn. Sie glaubt, dass er aus ihrer Affäre mit dem Notar stammt. Oder war es der Tennislehrer? Sie ist sich da nicht ganz sicher. Die romantischen Träume Babins sind am Boden zerstört. Da er Suzanne nur noch als Vertreterin einer verlogenen Bourgeoisie sieht, kündigt er ihr klassenüberschreitendes Bündnis auf und lässt sie mitten auf der Landstraße stehen.

Am Ende sieht alles nach einer Überraschung aus. Als am Abend der Parlamentswahlen, bei denen Suzanne gegen den amtierenden Abgeordneten Babin angetreten ist, die Stimmen ausgezählt werden steht sie als Gewinnerin fest. Sie ruft ihren geschlagenen Kontrahenten an und schlägt ihm vor, Freunde zu bleiben. Er ist gerührt und scheint sich darüber zu freuen, in seiner Funktion als Bürgermeister von Saint-Gudule mit der neuen Abgeordneten Suzanne Pujol künftig viel zu tun zu haben.

Vor ihren begeisterten AnhängerInnen tritt die frisch gewählte Suzanne Pujol im strahlend weißen Kostüm auf und lässt sich feiern. In einer blumigen Rede verspricht sie, sich wie eine Mutter um die Belange ihrer "Kinder" zu kümmern und verkündet, man solle zum Matriarchat und der glorreichen Epoche der Amazonen zurückkehren. Kein Zweifel: Das Schmuckstück ist an der Macht! Ihr Mann Robert verfolgt den Triumph seiner Frau mit zurückhaltender Bewunderung am Fernseher. Und auch Maurice Babin kann gar nicht anders, als am Radio mitzusummen, wenn Suzanne umringt von ihren Bewunderern "C´est beau la vie" singt.

Spätestens nach dem triumphalen Start in Frankreich und dem Publikumserfolg auf den Filmfestivals in Venedig und Toronto ist klar: Mit seinem 13. Film "Das Schmuckstück" knüpft François Ozon an den internationalen Erfolg seiner "8 Frauen" an. Bei ihrer Verwandlung vom dekorativen Heimchen in die politisch aktive Powerfrau läuft Catherine Deneuve zu komödiantischer Hochform auf. Als Gegenspieler sorgen Fabrice Luchini als cholerischer Kapitalist und Gérard Depardieu als sentimentaler kommunistischer Bürgermeister für überraschende Tiefschläge, Tanzeinlagen und Schicksalswendungen. Ozon belebt die patriarchalische Gesellschaft der Siebziger Jahre liebevoll ironisch mit Kostümen, Farben, Ausstattung und französischen Chansons. In den spritzigen Dialogen nimmt die Komödie auch den heutigen französischen Politzirkus und den Präsidenten aufs Korn und gibt der Farce von der Revanche einer Frau eine bissige Aktualität.

Das Schmuckstück
Originaltitel: Potiche
Frankreich 2010
Regie, Drehbuch, Adaption: François Ozon
Freie Adaption des Stückes von Barillet & Grédy
DarstellerInnen: Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Fabrice Luchini, Karin Viard, Judith Godrèche, Jérémie Renier, Elodie Frégé, Evelyne Dandry u.a.
Produktion Eric et Nicolas Altmayer
Verleih: CONCORDE FILM
104 Min.
Kinostart: 24. März 2011

www.schmuckstueck-derfilm.de


(Quelle: CONCORDE FILM)

Kultur Beitrag vom 23.03.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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