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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.06.2011

Nina - Diary of a Pornstar. Ab 26. Mai 2011 auf DVD
Marie-Luise Wache

In einer intimen und schonungslosen Dokumentation schildert Regisseur Thibault Straib das Leben der französischen Pornodarstellerin Nina Roberts und ihren Weg aus dem Business. Ohne einen...



...voyeuristischen Blickwinkel zu bedienen, zeigt er die Hintergründe der von klischeehaften Vorstellungen geprägten Sexindustrie.


Als Sophie, besser bekannt als ihr Alter Ego Nina Roberts, mit dreizehn Jahren den ersten Pornofilm sieht, begreift sie, dass Sex Macht ist. Zehn Jahre später blickt sie auf einhundertfünfzig mit ihr als Darstellerin produzierte Filme zurück. Als schließlich die Realität mit der einstigen Teenagervorstellung nicht mehr vereinbar ist, entscheidet sie sich für einen Ausstieg aus der Branche. Es ist genau dieser Zeitpunkt, an dem sich die Pornodarstellerin und der Regisseur kennenlernen. Vor der Kamera Thibault Straibs lässt Sophie ihre Geschichte Revue passieren, erzählt, warum sie den Weg in das Business wählte, wie der harte Berufsalltag aussieht und wie sie ihre Zukunft plant.

Jahrelang wird Sophie, da sie ein sehr übergewichtiges Kind war, von KlassenkameradInnen und Erwachsenen gemobbt. Als sie im Alter von zwölf Jahren in kürzester Zeit mehrere Kilo abnimmt, erkennt sie, dass Mädchen und Jungen sie plötzlich anders wahrnehmen. Der Eindruck, dass es das Äußere ist, was zählt, brennt sich in die Gedanken der Teenagerin ein. Als sie die ersten Pornos sieht, werden die Darstellerinnen für Sophie zum Inbegriff schöner und verführerischer Frauen und die Faszination für diesen Beruf wächst. Zusätzlich dazu ist es aber auch die Befriedigung ihres Egos und der finanzielle Aspekt, die schließlich zu der bewussten Entscheidung für ein Leben als Pornostar beitragen.

Selbst wenn die Gründe für ihren Weg sehr persönlich sind, macht Sophie immer wieder klar, dass eine Trennung von Privat- und Berufsleben unbedingt notwendig ist. Diese vollzieht sie soweit, dass man fast von einer "Abspaltung" einer zweiten Persönlichkeit reden kann. Immer wieder betont Sophie die Unterschiede zwischen sich und Nina Roberts, persönlich wie körperlich. Und spätestens wenn sie in einer harten Sprache, die keine Umschreibungen zulässt, ihre schlimmsten Erfahrungen am Filmset schildert, wird klar, wieso ein so großer Abstand zur eigenen Arbeit nötig ist.

"Ich rief nach Nina aber die war nicht da. Es war nur Sophie"

Als sie nach mehreren Jahren im Business spürt, dass sie Nina Roberts nicht mehr von ihrer Person trennen kann und die anfängliche Begeisterung für das Geschäft in eine große Distanz dazu umschlägt, beschließt Sophie, dass es Zeit ist aufzuhören. Ein Ekel, den sie beim letzten Dreh empfindet, macht ihre Entscheidung umso deutlicher. "Die Art wie er mich angeguckt hat...ich habe gemerkt, dass er von mir angetörnt war, das fand ich krank."

Ausgestiegen aus dem Pornofilmgeschäft kann sie ihr Alter Ego dennoch nicht komplett ablegen. So arbeitet sie übergangsweise als Visagistin für andere Drehs und strippt als Nina Roberts auf Erotikmessen und in Livechats. Um ihre Geschichte für sich noch einmal aufzurollen und begreifen zu können, widmet sie sich dem Schreiben einer Autobiografie. Das Buch, das ihr Leben vom Teenageralter bis hin zum Entschluss für den Ausstieg schildert, erschien nach den Dreharbeiten (2004) unter dem Titel "J`assume".

Die Sophie, welche die Zuschauerin am Ende des Filmes sieht, kennzeichnet eine große Perspektivlosigkeit und die Überlegung, wie sie sich nach dem Ende einer Pornostarkarriere beruflich neu orientieren kann. Am Ende sieht sie ihre einzige Hoffnung darin, in Vergessenheit zu geraten und später einen Neuanfang zu wagen.

Die bewegende Dokumentation wird größtenteils von Interviewsituationen getragen. Thibault Straib, der kurzzeitig auch mit Sophie zusammen war, begleitet diese über mehrere Monate mit einer Handkamera, so dass sich eine enge Beziehung zwischen Regisseur und Darstellerin entwickeln konnte. Intime Momente entstehen, in denen die Kamera lediglich den Bewegungen Sophies folgt, sie schlafend im Zug oder vertieft in ihre Vorbereitungen für einen Auftritt filmt. Diese Bilder lässt der Regisseur unkommentiert wirken und stärkt so die wahre, "menschliche" Seite des ehemaligen Pornostars. Diesen Eindruck unterstützend werden keinerlei Sexszenen gezeigt, wie einige ZuschauerInnen vielleicht erwartet hätten. So wird Nacktheit, wenn sie denn mal vorkommt, keineswegs auf erregende Weise umgesetzt und verstärkt nur den intimen, persönliche Charakter der Dokumentation.

Nachtrag

Im Jahr 2007 erschien Sophies zweites Buch mit dem Titel "Fette Kuh" (Grosse Vache). Seitdem widmet sie sich einer neuen Leidenschaft - der Fotografie.

AVIVA-Tipp: Die Dokumentation "Nina – Diary of a Pornstar" bietet einen bewegenden, hinterfragenden und aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen der Pornoindustrie. Obwohl ein Einzelschicksal im Vordergrund steht, kann dieser Film ein wichtiger Beitrag zum öffentlichen Diskurs um das Pornogeschäft und dessen AkteurInnen sein.

Nina – Diary of a Pornstar DVD
Erscheinungstermin: 27. Mai 2011
Produktionsjahr: 2007
Darsteller: Nina Roberts
Regisseur: Thibault Staib
Sprache: Französisch (Dolby Digital 2.0), Untertitel: Deutsch
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spieldauer: 75 Minuten
Verleih: good!movies
Bonusmaterial: Interview mit Thibault Straib, Leseproben aus dem ersten Roman Sophies, "J`assume"
Informationen zu Thibault Staib finden Sie unter:
thibaultstaib.com

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Kultur Beitrag vom 27.06.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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