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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 30.08.2011

Cairo Time. Filmstart 01. September 2011
Marie-Luise Wache

Regisseurin Ruba Nadda erzählt vor einer beeindruckenden Kulisse die berührende Geschichte einer Liebe zwischen Frau und Mann, die aus unterschiedlicheren Welten nicht sein könnten. Doch...



... scheinen nicht nur die kulturellen Unterschiede sondern auch die gesellschaftlichen Umstände einem Gelingen im Weg zu stehen.

Die Amerikanerin und erfolgreiche Verlegerin und Chefredakteurin Juliette (Patricia Clarkson) fliegt nach Ägypten, um mit ihrem dort als UN-Mitarbeiter stationierten Mann Mark (Tom McCamus) gemeinsame drei Wochen zu verbringen. Dieser wird jedoch am Gaza-Streifen aufgehalten, wo er ein Flüchtlingslager organisiert. Damit Juliette die Tage bis zu seiner Ankunft nicht allein in Kairo verbringen muss, bittet Mark seinen ehemaligen Kollegen und Freund Tareq (Alexander Siddig), sie durch die Stadt zu begleiten. Aus einer zaghaften, freundschaftlichen Annäherung zwischen der Touristin und dem Einheimischen wird eine Vertrautheit, die sich für beide zu einer unerwarteten und tiefen, aber verbotenen Liebe entwickelt.

Die Regisseurin Ruba Nadda schafft mit "Cairo Time" einen Film, der besonders durch das Zusammenspiel der SchauspielerInnen und die eindrucksvollen Aufnahmen der titelgebenden Stadt und der darin lebenden Menschen fasziniert.

Sowohl Juliette als auch Tareq stehen für zwei Welten, die von ihren Werten und Gebräuchen her sehr verschieden sind. Dies mag als Hindernis gelten, erzeugt aber bei beiden Charakteren einen Reiz, der die anfängliche Sympathie zu einer Anziehung verstärkt. Die Spannung, die sich zwischen der anmutigen, emanzipierten aber emotional zurückhaltenden Juliette und dem Gentleman Tareq entwickelt, wird von den hervorragenden SchauspielerInnen Patricia Clarkson und Alexander Sittig auf eine sehr subtile und leise Art umgesetzt. Die für die ZuschauerInnen spürbar wachsende Liebe drückt sich so weniger im Sichtbaren aus, als mehr in dem, was nicht gesagt wird und hingegen durch Gesten zum Ausdruck kommt.

Für die Wirkung des Films und den Sog der Geschichte ist die Kulisse selbst genauso wichtig wie das Spiel der AkteurInnen. Wenn sich die HauptdarstellerInnen streckenweise minutenlang schweigend durch die Stadt bewegen, ziehen die atmosphärischen, grellen und realistischen Bilder Kairos die volle Aufmerksamkeit auf sich. Dabei gelingt es Ruba Nadda, die orientalische Welt nicht mystisch zu verklären, sondern sowohl den Schmutz und die Missstände der Stadt, als auch den Zauber des Alten und den Einzug der modernen Welt szenisch festzuhalten. Das so entstehende Wechselspiel zwischen Tradition und Moderne, westlichen Einflüssen und den alten, orientalischen Werten wird von der Regisseurin realistisch in die Liebesgeschichte eingebaut und scheint sowohl Antrieb als auch Hemmung für die Gefühle beider zu sein.

Die in Toronto lebende Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Ruba Nadda ist Tochter eines Syriers und einer Palästinenserin. Geboren 1972 in Montreal lebte sie zwischenzeitlich in Syriens Hauptstadt Damaskus. An der Tisch School of the Arts in New York studierte sie Filmproduktion und hat vor ihren mittlerweile vier Kinofilmen ("I always come to you" 2000, "Unsettled" 2001, "Sabah" 2005 und "Cairo Time" 2009) zahlreiche Kurzfilme fertiggestellt.

AVIVA-Tipp: Ohne aus einer verbotenen Liebe ein Melodrama zu schaffen, ist es der syrisch-palästinensischen Regisseurin gelungen, eine romantische Geschichte zwischen den unterschiedlichen Welten des Orient und Okzident auf eine zurückhaltende und verzaubernde Art zu erzählen, die sowohl Verlangen weckt als auch mit Sehnsüchten spielt.

Cairo Time
Kanada/Irland/Ägypten 2009
Regie und Drehbuch: Ruba Nadda
DarstellerInnen: Patricia Clarkson, Alexander Siddig, Elena Anaya, Tom McCamus, Amina Annabi
Verleih: Alamode Film
Lauflänge: 88 Minuten
Kinostart: 01. September 2011

www.cairotime.ca

Kultur Beitrag vom 30.08.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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