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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 03.02.2012

9 Leben - ein Dokumentarfilm von Maria Speth. Ab 03. Februar 2012 auf DVD
Sonja Baude

Offen und direkt erzählen sieben Jugendliche vom Leben auf der Straße in Berlin. Ein berührender Film, der den Porträtierten Raum gibt, sich mit ihren Schwächen und Stärken selbst zu positionieren.



Das erste Bild: Ein weißer Raum, darin ein Stuhl, darauf ein Mädchen, schwarz gekleidet mit Piercings im Gesicht und Tatoos auf Händen und Armen, Cello spielend - sehr schön und offensichtlich sehr begabt.
In ihrem ersten Dokumentarfilm porträtiert Maria Speth sieben Jugendliche, die eine Zeitlang in Berlin auf der Straße gelebt haben oder leben. Sie lässt die jungen Erwachsenen selbst erzählen, lässt sie selbst wählen, was ihnen erwähnenswert erscheint. Die Filmemacherin stellt kaum Fragen, nur vereinzelt hören wir aus dem Off ein vorsichtiges Nachfragen, das nie eine bestimmte Tendenz erkennen lässt, kein vorgefertigtes Bild bestätigt haben will.

Sie alle, fünf junge Frauen und zwei junge Männer, erzählen mehr oder weniger ausführlich, mehr oder weniger eloquent von ihrer Kindheit, davon, warum sie sich einst im Alter von 12 oder 13 Jahren entschieden haben, auf der Straße zu leben und wodurch dieses Leben bestimmt war. Sie erzählen sehr offen von ihren Drogenabhängigkeiten, ihren seelischen Nöten, ihrer Verletzlichkeit und ihren Hoffnungen. Auch wenn ihre Herkünfte sehr verschieden sind, ist ihnen allen gemeinsam, einen Ort der Geborgenheit finden zu wollen, und dieser Ort war- trotz vieler Widrigkeiten und fern jeglicher Romantisierung - die Straße und dort die Gemeinschaft mit anderen.

Entstanden ist ein differenziertes Bild von sieben sehr verschiedenen Persönlichkeiten, die teilweise sehr komplex ihre jeweilige Lebenssituation zu reflektieren verstehen. Mit Verzicht auf ablenkende Farbgebung dient ein weißer leerer Raum als geschützter Ort, an dem die Jugendlichen aus ihren Leben berichten. Sie selbst treten nicht auf, sondern sind ganz selbstverständlich darin als Grau-Schwarz-Kontrast. Dieses filmische Mittel ist sehr überzeugend gewählt, denn es verzichtet darauf, die Jugendlichen anders verorten zu wollen, als sie es selbst kraft ihrer Erzählung tun. Maria Speth nimmt keine stereotype, bilderreiche schwarz-weiß-Malerei vom richtigen und falschen Leben vor, keine U-Bahn-Eingänge mit schnorrenden Punks, keine Parkbänke oder sonstiges Milieu-Colorit. Gerade das artifizielle Weiß-Schwarz-Setting, die Abstraktion rückt die Jugendlichen sehr nah an uns heran. Schonungslos wird unser Blick auf ihre Gesichter und Körper konzentriert und mit ihren Berichten führen uns die Porträtierten weit in ihre Biografien hinein, die trotz ihrer jungen Jahre schon eine Vielzahl von Brüchen aufweisen.

Der Film erzählt aber nicht nur von diesen Brüchen. Er führt neben dem Mangel, den diese Jugendlichen litten und leiden, auch ihren großen Schatz an Erfahrungen und Talenten vor Augen: die eine fotografiert, einige unter ihnen sind begabte MusikerInnen und alle sind sie sehr genaue GeschichtenerzählerInnen. Sie könnten auch, und werden möglicherweise in der Zukunft, noch ein anderes, ein weiteres Leben leben, denn auch sie befinden sich wahrscheinlich, ebenso wie andere Gleichaltrige, in einer Zeit des Aufbruchs.

AVIVA-Tipp: Der Dokumentarfilm 9 Leben von Maria Speth führt uns in die Welt der Berliner Straßenkinder. Die Bilder dieser Welten entstehen dabei allein in unseren Köpfen durch die Erzählungen von sieben Jugendlichen, die über gängige Klischees hinaus eine weite Lebensrealität mit Sorgen und Nöten, aber auch mit Stärken und Hoffnungen aufspannen. Maria Speth gelingt es mit diesem Film, diese Jugendlichen, die zumeist als schnorrende PunkerInnen in den Großstädten wahrgenommen werden, wieder ein ganzes Stück näher in unsere Gesellschaft zu integrieren und ihre Abwehrhaltungen als Folge seelischer Verletzungen sehr ernst zu nehmen. Gleichzeitig zielt sie keineswegs darauf ab, bei den ZuschauerInnen Betroffenheit ob der düsteren Schicksale zu evozieren, sondern führt uns in den Porträts die Würde und Kraft, die Talente und die Lebendigkeit dieser Jugendlichen vor Augen.

9 Leben
Deutschland
Produktion/Buch/Regie/Schnitt: Maria Speth
Kamera: Reinhold Vorschneider
Mitwirkende: Za, Sunny, Krümel, Toni&Band "Les Petits Hotz, Soja, JJ, Stöpsel&Familie
Verleih: Peripher Filmverleih
Vertrieb: ALIVE
Lauflänge: 105 Minuten
FSK: 12
VÖ: 03. Februar 2012
www.madonnenfilm.de/9leben.html
Empf. VK: 14,90 Euro
EAN: 9783941540446 / ISBN: 978-3-941540-44-6

Weitere Infos & Fotos zu 9 LEBEN finden Sie unter:
www.filmgalerie451.de


Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Madonnen und In den Tag hinein - von Maria Speth


Kultur Beitrag vom 03.02.2012 Sonja Baude 

   




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