12 Monate Deutschland. Ab 1. April 2011 auf DVD - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Juden, Christen und Muslime. Im Dialog der Wissenschaften 500-1500 DIE FLÜGEL DER MENSCHEN Happy End
Aviva-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 19.02.2011

12 Monate Deutschland. Ab 1. April 2011 auf DVD
Katharina Meier

Für Constanza, Kwasi, Eduardo und Nairika bricht eine spannende Zeit an: ein SchülerInnenaustausch in Deutschland. Ein Jahr lang begleitete die Kamera die Jugendlichen in dieser für sie ...



... einmaligen Zeit.

Nach einer langen Reise erreichen die vier SchülerInnen Deutschland, ihre neue Heimat für das kommende Jahr. Sie sind 16-18 Jahre alt und einige der insgesamt rund 20.000 SchülerInnen, die sich jährlich für ein Austauschjahr entscheiden. Über die Austauschorganisation AFS, eine der größten und ältesten gemeinnützigen Jugendaustauschorganisationen weltweit, fanden die Jugendlichen ihre Gastfamilien.

Eva Wolf, in den Jahren 1986/87 selbst Austauschschülerin der AFS in Ecuador, heute freie Regisseurin und Filmemacherin, wollte mit ihrem Dokumentarfilm in erster Linie keinen Film über SchülerInnenaustausch drehen, sondern vielmehr den Fokus auf das deutsche Familienleben legen.

12 Monate Deutschland – die erste Begegnung

Als sie mit ihren Gastfamilien bekannt gemacht werden, ist noch unklar, was die Jugendlichen erwartet. Es stehen sich unvermittelt Menschen gegenüber, die sich eigentlich fremd sind und von nun an ein Jahr ihres Lebens miteinander verbringen werden.

Die ZuschauerInnen sind immer mitten im Geschehen und nehmen teil an den schönen und auch schwierigen Momenten, die die Teenager in diesem Jahr durchleben.

Constanza kommt aus einer Großstadt in Chile und wird die kommenden zwölf Monate in einem 200-Seelen-Ort in der Nähe von Stendal in Sachsen-Anhalt verbringen... ein enormer Kontrast, der jedoch nicht ausschlaggebend für die aufkommenden Schwierigkeiten sein wird.

Eduardo landet in der Metropole Hamburg. Er stammt von der Insel Margarita vor der Küste Venezuelas. Im Laufe seines Aufenthaltes kann er seine zurückhaltende Art gegenüber seiner ihm immer offen begegnenden Gastfamilie nie vollends ablegen.

Den Ghanaer Kwasi verschlägt es von einer Millionenstadt nach Rastenberg (Thüringen) mit seinen rund 2.500 EinwohnerInnen. Seine neunköpfige Gastfamilie heißt ihn herzlich willkommen, doch Kwasi fühlt sich nicht wohl in der Familie, in der es seiner Meinung nach äußerst undemokratisch zugeht. Nach einem Wechsel ändert sich sein Bild der Deutschen jedoch grundlegend und so verkündet am Ende ein fröhlicher Kwasi in nahezu perfektem Deutsch, er liebe einfach alle in Deutschland.

Nairika kommt aus den USA nach Berlin und findet nach anfänglichen Schwierigkeiten auch erst in der zweiten Gastfamilie ihre familiäre Erfüllung.

Die Kamera als diskrete Begleiterin

Ganz dicht dran fängt sie wichtige Momente ein, die die Jugendlichen erleben, und gewährt den ZuschauerInnen einen Einblick in die Institution Familie. Bei manchen Familien mag man sich fragen, was sie dazu antreibt, als Gastfamilie zu fungieren. Doch unterm Strich ist es doch immer die Neugier, die mit einer solchen Verbindung einhergeht.

Beide Seiten erhoffen sich eine kulturelle wie familiäre Bereicherung. Aus der Dokumentation geht deutlich hervor, dass ein reibungsloser Aufenthalt, bei dem das Verhältnis zwischen dem/der GastschülerIn und der Familie auf Anhieb stimmt, eher die Ausnahme darstellt. Erstaunlicherweise stößt auch eine sehr offene und liebevolle Familie an ihre Grenzen, weil ihnen es einfach nicht gelingen mag, ihren Gastschüler aus der Reserve zu locken.

Ein großer Bestandteil eines solchen Aufenthalts sind die spannenden und positiven Erlebnisse. Aber auch Enttäuschungen und Probleme gilt es zu bewältigen. Ob die Chemie zwischen dem/der AustauschschülerIn und der Gastfamilie stimmt, kann immer erst vor Ort herausgefunden werden. Bei rund 20% bis 30% der SchülerInnen kommt es daher zu einem Familienwechsel.

Die Organisation AFS, in diesem Fall vor allem Heike Szebrat, ist stets bemüht, bei regelmäßig organisierten Treffen auf ihre SchülerInnen einzugehen, um ihnen einen angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten. So bei Constanza, die mit ihrer Familie, aufgrund mangelnder Englischkenntnisse der Deutschen und ihrer anfangs schlechten Deutschkenntnisse, einige Kommunikationsschwierigkeiten hat. Doch letztlich ist es offensichtlich nicht die Sprachbarriere, die diese Verbindung scheitern lässt. Eine Familie, die lieber Videospiele spielt, als anderweitig gemeinsam Zeit zu verbringen, ist Constanza suspekt.

Dass individuelle Persönlichkeiten in einer Familie aufeinanderprallen, stellt im Familienleben an sich schon eine tägliche Herausforderung dar. Manchen gelingt es mehr, anderen weniger, eine(n) Fremde(n) im Kreise ihrer Lieben als vollwertiges Familienmitglied zu integrieren. Der Film zeigt deutlich, dass dies kein leichtes Unterfangen ist. Doch eines kristallisiert sich in allen Fällen heraus: es ist eine unvergessliche Zeit, die alle Beteiligten wachsen lässt.

Die Höhen und Tiefen machen einen solchen Aufenthalt aus. Dabei stößt man an seine Grenzen und wächst mit seinen Aufgaben. Treffender als Constanza kann man es abschließend nicht formulieren: "Ich bin groß geworden".

AVIVA-Tipp: Die Regisseurin Eva Wolf wirft mit ihrer Dokumentation einen sehr intimen und aufschlussreichen Blick auf deutsche Familien. Sie zeigt in persönlichen Bildern, was Familienleben für alle Beteiligten bedeutet und welchen Stellenwert es einnimmt. "12 Monate Deutschland" ist ein authentisches und sehenswertes Porträt deutscher Familien, die doch alle sehr unterschiedlich funktionieren.

Zur Regisseurin: Eva Wolf ist in Berlin aufgewachsen und war 1986/87 selbst als Austauschschülerin in Quito/Ecuador. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der FU Berlin, später Filmregie an der HFF "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. Dort machte sie 2001 ihren Diplomabschluss. Seitdem ist sie freie Regisseurin und Filmemacherin.

12 Monate Deutschland
Produktion: Deutschland 2010
Drehbuch und Regie: Eva Wolf
DarstellerInnen: Kwasi Gyabaa, Nairika Murphy, Eduardo Matheus, Constanza Gorena Prat und die Familien Finke, Reich, Eis, Dallendörfer, Bauermeister, Hehl, Lachmann, Kleinknecht
Verleih: Neue Visionen Filmverleih GmbH
DVD-Start:
Label: Neue Visionen
Anbieter: good!movies
Vertrieb: Indigo
EAN: EAN 4047179560580
Bestell-Nr.: Indigo DV 95605-8
FSK: ohne Altersbeschränkung
Laufzeit: 90 min
Tonformat: Dolby Digital 2.0 & 5.1
Bildformat: 16:9
Sprachen: Deutsch
Untertitel: teilweise Deutsch
Ländercode: 0

Der Film im Netz: www.neuevisionen.de

Weitere Infos zur Austauschorganisation AFS unter: www.afs.de

Kultur Beitrag vom 19.02.2011 Katharina Meier 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken