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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.08.2008

Five Sex Rooms und eine Küche
Stefanie Denkert

Eva C. Heldmanns Film dokumentiert den Arbeitsalltag in einer von Frauen betriebenen Bordellwohnung, in der die Prostituierten ihren Lebensunterhalt zwischen Küche und Sex Rooms bestreiten.



"Ich habe in meinem Leben so viel gevögelt. Das war schön in dem Moment, aber das war nichts Besonderes und da ist auch nichts Heiliges dabei. Das ist wie, wenn ich mit jemandem ein gutes Gespräch habe. Was soll an Muschi und Schwanz so heilig sein? Warum kann man eine Prostituierte nicht lassen wie sie ist? Für Unglück oder Glück einer Hure ist nicht gleich der Staat verantwortlich. Viele Frauen sind in ihrer Ehe unglücklich, deswegen wird die Ehe auch nicht abgeschafft. Ich sag´s mal so, natürlich gibt es überall auf der Welt Personen, die geschützt werden müssen, weil sie selbst nicht dazu in der Lage sind." findet Lady Tara, die Betreiberin eines Bordells in der Nähe von Frankfurt am Main, in dem noch drei weitere Frauen beschäftigt sind.
Lady Tara ist eine Mittvierzigerin, eine kluge und reflektierte Domina mit fraulichen Rundungen, zu deren Spezialität ´Gruppenerziehungen´ gehören.
Sie ist ein ´alter Hase´ im Sex-Business, wie ihre Kollegin Tina, deren Bereich das "Schwarze Studio" ist. Dann gibt es noch zwei jüngere Frauen: Nadine, die für das "Weiße Studio" zuständig ist und die zierliche junge Cindy, eine Anfängerin im Gewerbe.

Eva C. Heldmann dokumentiert die Arbeitsbereiche und den -alltag dieser Frauen in der Bordellwohnung von Lady Tara. Es gibt fünf unterschiedlich ausgestattete Sex Rooms, die auf die Bedürfnisse der Freier ausgerichtet sind: der weiße (Medizin-) Raum, das schwarze (S/M)-Studio, das griechische, das blaue und das gelbe Zimmer. Doch nur wenige Aufnahmen zeigen die Frauen bei der Sexarbeit, hauptsächlich beobachtet Heldmann die Frauen in der Küche, die auch in einem Bordell das Herz des Hauses zu sein scheint. Hier warten die Frauen auf Kunden, nehmen telefonische Anfragen entgegen, lesen, kochen, waschen, schminken und unterhalten sich.

AVIVA-Tipp: Eva C. Heldmann will mit ihrer Dokumentation den Prostituierten eine Plattform bieten. Die Frauen, die sie zu Wort kommen lässt, entsprechen nicht dem ´Nutten-Klischee´. Sie sind weder drogenabhängig, noch haben sie einen Zuhälter im Hintergrund, sondern sehen sich als selbstbestimmte Prostituierte (soweit man davon sprechen kann, wenn Frauen ihren Körper aus finanziellen Gründen anbieten). Vielleicht wurde dieser Film deshalb mit Mitteln der Hessischen Filmförderung gefördert. Es ist tragisch, dass diese klugen Frauen keine andere berufliche Möglichkeit sehen. Denn Lady Tara wäre sicher eine erfolgreiche Managerin oder Nadine eine begabte Pädagogin – doch ist ja bekannt, dass die Verdienstmöglichkeiten in sozialen (typisch weiblichen) Berufen eher gering sind. Somit lässt sich "Five Sex Rooms und eine Küche" als eine Gesellschaftskritik interpretieren. Die Dokumentation, weil sie die Selbstbestimmtheit der Prostituierten betont, ist nur eine Sicht auf den sexistischsten aller Berufszweige, dennoch gewährt sie einen interessanten Einblick hinter die Kulissen der Sexarbeit, der einen ebenso drögen Arbeitsalltag sichtbar macht, wie er in vielen anderen Berufen vorherrscht.

Five Sex Rooms und eine Küche
Deutschland 2007
Buch/Regie: Eva C. Heldmann
ProtagonistInnen: Lady Tara, Nadine, Tina, Cindy, John T.
Kamera: Rainer Komers
80 min.
DVD, BetaSP und MiniDV
Kinostart: 28. August 2008
Weitere Infos:
www.heldmannfilm.de/fivesexrooms

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Kultur Beitrag vom 25.08.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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