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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 17.09.2009

Berlin Calling - jetzt auf DVD
Silvy Pommerenke

Das Leben von DJ Ickarus (Paul Kalkbrenner) könnte cooler und hektischer nicht sein. Er jagt von Auftritt zu Auftritt – weltweit – und spielt zwischendurch sein neues Album ein. Um diesen...



...Dauerstress aushalten zu können, wirft er sich sämtliche chemischen Substanzen ein, die der Drogenmarkt hergibt.

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Mathilde (Rita Lengyel), die gleichzeitig seine Managerin und lebender Terminplaner ist, gelingt es ihm, den Spagat zwischen künstlerischer Arbeit und dem Druck von Außen standzuhalten. Sie ist sein ruhender Pol, aber letztendlich reicht dies nicht aus, um ihn von den Drogen und dem Sog der Musik abzuhalten. Immer häufiger lässt er sich von seinem zwielichtigen Dealer Erbse (RP Kahl) minderwertiges Rauschgift andrehen, und sein Künstlername Ickarus wird so zur Symbolik, denn er muss der realen Welt entfliehen – besser gesagt entfliegen – um nicht an den Erwartungen der Musikmaschinerie zu zerbrechen. Mathilde hält es nicht mehr bei ihm aus und verschwindet eines Tages aus der gemeinsamen Wohnung. Zurück bleibt ein verdutzter Ickarus und ein paar Fußballtrikots, die sein Markenzeichen sind. Nach einem erneuten Drogenüberschuss, der bei ihm eine latente Schizophrenie auslöst, wird er in die Psychiatrie eingewiesen. Auf ihn warten seltsame aber liebenswerte Mitpatienten, ein schräger Zivildienstleistender (Maximilian Mauff) und die Psychiaterin Petra Pau (Corinna Harfouch), die als Alt-68erin ihre Dissertation über Rockstars und Drogenkonsum geschrieben hat. Schnell stellt sich ein besonderes Verhältnis zwischen dem DJ und der Ärztin ein, das durchaus als zaghafte platonische Liebesgeschichte gesehen werden kann. Aber kann DJ Ickarus seiner Drogensucht entfliehen, und wird sein neues Album trotz der Widerstände seiner Produzentin erscheinen? Sehen Sie selbst!

Der Filmemacher Hannes Stöhr ("Berlin is in Germany") hat eine beeindruckende Tragikkomödie mit "Berlin Calling" geschaffen. Darin stellt er das hektische und turbulente Leben des fiktiven DJ Ickarus dar, der zwischen den Ansprüchen der Musikindustrie und seinem exorbitantem Drogenkonsum fast zu zerbrechen droht. Erstaunlich professionell hat Paul Kalkbrenner - im wahren Leben tatsächlich berühmter Elektro-Musiker - sein Leinwanddebut als DJ Ickarus gegeben. Es scheint fast so, als hätte der Ost-Berliner nie etwas anderes getan, als vor der Kamera zu stehen. Ihm gegenüber steht die deutsche Filmikone Corinna Harfouch, die überzeugend und amüsant die Psychiaterin Prof. Dr Paul abgibt, ebenso wie Rita Lengyel, die als Mathilde seine Lebensgefährtin darstellt und Araba Walton, die als Corinna bald schon eine Liebesbeziehung zu Mathilde eingehen wird. Stöhr zeichnet das Bild einer Subkultur nach, die dennoch als exemplarisch gelten kann, denn die unterschiedlichsten Menschen treffen aufeinander und treten in einen - manchmal nicht einfachen - Dialog. Sie kommen dennoch irgendwie miteinander klar, auch wenn sie Drogen, Musik, Hautfarbe oder Geschlecht voneinander trennen. Das ist das besondere an dem Film, der dadurch nicht nur für Techno-Fans Gültigkeit erhält: Ob homo- oder heterosexuell, ob Schwarz oder Weiß, ob künstlerisch oder wissenschaftlich tätig, ob "normal" oder "verrückt", so zählt doch lediglich eines: die Bindung und die Vibrations zwischen den Menschen, die – so unterschiedlich sie auch sind – das Leben einfach ausmachen.

Der Film lebt außerdem von Momentaufnahmen des heutigen Berlins, der Clubszene, dem schwierigen Business im Musikgeschehen, dem vermeintlichen Starruhm und vielem anderem mehr. Temporeich inszeniert, mit äußerst witzigen Dialogen und Situationskomik, die dennoch den Ernst des Themas nicht außer Acht lassen.

Mehr Infos auf www. berlin-calling.de

AVIVA-Tipp: Man muss kein eingefleischter Elektro- oder Technofan sein, um diesen Film begeistert aufzunehmen, denn vielmehr ist es eine Liebeserklärung an Berlin, und an Menschen, die jenseits des Mainstreams in einem Paralleluniversum leben. Das schauspielerische Debut von Paul Kalkbrenner alias DJ Ickarus ist phänomenal geraten, und er findet vor allem in Corinna Harfouch, die die Rolle der coolen Psychiaterin einnimmt, einen großartigen protagonistischen Gegenpart. Ein Film über Musik, Drogen, Liebe und dem rasanten Leben des 21. Jahrhunderts in der Metropole Berlin. Absolut sehenswert!



Berlin Calling
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Englisch
Region: Alle Regionen
Bildseitenformat: 16:9
Anzahl Disks: 2
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: AV Visionen GmbH
Erscheinungstermin: 7. September 2009
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 105 Minuten

Kultur Beitrag vom 17.09.2009 Silvy Pommerenke 

   




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