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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 05.09.2009

24 h Berlin - Ein Tag im Leben
Tatjana Zilg

Am 5. September 09 stehen die Menschen, die der Hauptstadt täglich ihr einzigartiges Gesicht geben, auf den öffentlichen Leinwänden im Mittelpunkt. Arte, RBB, Zero One Film und das Medienboard ...



... Berlin-Brandenburg präsentieren einen 24 stündigen Dokumentarfilm, der durch präzise Regie, sorgsamen Schnitt und einer Großzahl an ProtagonistInnen zu einer facettenreichen Liebeserklärung an das Berlin der Gegenwart wurde.

Das RBB wirft von samstags sechs Uhr bis sonntags sechs Uhr früh seinen gesamten TV-Programmverlauf über Bord und zeigt die Dokumentation ohne Unterbrechung. Alle regelmäßigen Sendungen (bis auf die Abendschau, die für die BerlinerInnen auf MDR zu sehen ist und für die BrandenburgerInnen auf RBB,) fallen dafür aus. ARTE sendet neben der deutschen Fassung zeitgleich die französische Fassung auf den entsprechenden Frequenzen. Um an diesem Ereignis teilzuhaben, muss aber niemand das Wochenende zu Hause verbringen. Im Technikmuseum findet bei freien Eintritt eine öffentliche Übertragung statt, die durch Diskussionsrunden, Lesungen und der Ausstellung "70 Jahre Fernsehgeschichte - von der Röhre zum HD Chip" zum vielseitigen Hauptereignis des Tages wird. Darüber hinaus gibt es mehr als dreißig weitere Public Viewings an den unterschiedlichsten Orten Berlins, so dass die StadtbewohnerInnen den Alltag in der eigenen Stadt als geselliges Leinwand-Ereignis genießen können. Besonders empfehlenswert sind das Screening während der "Schönen Party" in der Kalkscheune, an der auch MacherInnen, RegisseurInnen und ProtagonistInnen teilnehmen, oder der pure Open-Air-Genuss im Sony Center am Potsdamer Platz, wo sonst meist Sportereignisse auf den überdimensionalen Leinwänden gezeigt werden.

Vor drei Jahren wurde die Idee zu dem multimedialen Experiment "24h Berlin" von den Zero One Film-Köpfen Volker Heise und Thomas Kufus ins Leben gerufen. Sie überzeugten den RBB, ARTE und das Medienboard Berlin-Brandenburg, als Partner in die Produktion einzusteigen. Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung und Recherche waren 20 Haupt- und 50 NebenprotagonistInnen aus gewählt. 80 Teams mit einem Stab von insgesamt rund 400 Personen waren am 5. September 2008 unterwegs, um die ProtagonistInnen bei ihrem Alltag zu filmen. Anschließend wurde das Material elf Monate lang in vier rund um die Uhr besetzten Schneideräumen geschnitten und die Ausstrahlung und die begleitenden Events für den 5. September 2009 geplant.

Dafür, dass eine Vielzahl von RegisseurInnen, CutterInnen, CasterInnen und SprecherInnen am Prozess beteiligt war, kommt die Dokumentation von der künstlerischen Handschrift überraschend linear herüber.
Inhaltlich gibt es viele überraschende Wendungen, detaillierte Beobachtungen und Einblicke in Orte, über die frau sonst möglicherweise nie etwas erfahren hätte. Die Kontraste sind dabei hoch: Viele der ProtagonistInnen sind im ArbeiterInnen-Milieu angesiedelt oder in der erfolgreichen Kreativ-/Kultur-Szene, das Mittelfeld wurde leider etwas vernachlässigt.

Bei den Begleitungen im Berufsalltag ist der Blick über die Schultern der MetaDesign-Geschäftsführerin Uli Mayer-Johannssen oder des France 2-Deutschland-Korrespondenten Jerome Bony besonders reizvoll. In einer anderen Weise spannend ist es, mit einer U-Bahn-Fahrerin in der vordersten Kabine zu sitzen oder die zwanzigjährige Noriko Ihlow beim Weg zur Arbeit in einer Fabrik zu verfolgen. Andere ProtagonistInnen kämpfen mit Einschränkungen durch die Arbeitslosigkeit wie Jacqueline Assmann, Mitte vierzig, die versucht, sich in der U-Bahn mit ihrer Dichtkunst etwas dazuzuverdienen, oder die Mutter von sechs Kindern Marina Schneider. Auch in die Welt der Medizin dringen einige Kameras ein. Ein Patient wartet in der Charité auf eine Herzoperation, eine Frau sucht in der Notaufnahme Hilfe wegen starker Magenkrämpfe, an anderer Stelle wird die Geburt eines Kindes gezeigt. Abends prallen die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten der Stadt aufeinander: Das französische Ehepaar lädt Gäste zu sich in die Wohnung am Hackeschen Markt ein, eine Rentnerin bleibt allein zu Hause und liest ein gutes Buch, eine türkische Clique zieht durch die Straßen, die Drag Queen Gloria Viagra veranstaltet eine Queer-Scene-Party und ein DJ legt im Berghain auf.

"Das war der eigentliche Balanceakt: Nähe und Totale, der einzelne Mensch und die Stadt" sagt Volker Heise im Interview auf der Website von ARTE. Eindeutig liegt der Schwerpunkt mehr auf der Nähe zu den Menschen. Eine Metaperspektive wird durch stündliche Zusammenfassungen der Schlagzeilen des 5. September 2008 erreicht und durch statistische Zahlen, die erstaunen und eine übergeordnete Struktur herstellen.

Vermutlich wird sich kaum jemand die Zeit nehmen können, die gesamten 24 Stunden am Wochenende anzuschauen, auch wenn ein großer Reiz darin liegt, mehr über die jeweiligen ProtagonistInnen zu erfahren und ihnen während der 1.440 Minuten immer wieder zu begegnen.
Dies kann aber nachgeholt werden. Der RBB wiederholt die Dokumentation unmittelbar nach ihrer Erstausstrahlung in sechs vierstündigen Teilen im Mitternachtsprogramm. Auch über eine Integration zu einem früheren Programmzeitpunkt wird bereits nachgedacht.

Mehr Infos im Netz: www.24hberlin.tv/de/events/hauptevent

Live-Stream im Netz am 5. September 2009 auf den Websites von ARTE und des RBB

Wiederholungen im RBB-Fernsehen:

Sonntag, 06.09.2009, ab 23.30 Uhr
Montag, 07.09.2009, ab 0.05 Uhr
Dienstag, 08.09.2009, ab 0.30 Uhr
Mittwoch, 09.09.2009, ab 0.05 Uhr
Donnerstag, 10.09.2009, ab 0.50 Uhr
Freitag, 11.09.2009, ab 0.00 Uhr

Kultur Beitrag vom 05.09.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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