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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 02.04.2010

Die ewigen Momente der Maria Larsson
Tatjana Zilg

Ein Foto-Apparat wird zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Schweden für eine Frau aus ärmlichen Verhältnissen zum Auslöser, ihre eigene Welt bewusster wahrzunehmen. Mit einem aufmerksamen Blick und ...



... viel Feingefühl hält sie ihr soziales Umfeld für die Ewigkeit fest und verdient das notwendige Geld hinzu, um ihrer Familie das Leben ein klein wenig zu erleichtern.

Das Leben in der skandinavischen Kleinstadt, in der Maria (Maria Heiskanen) geboren wurde, ist hart und zerrt an ihren Kräften. Die Möglichkeiten, die ihr offen stehen, sind stark eingeschränkt: Die gesellschaftlichen Erwartungen dieser Zeit sehen den nahtlosen Übergang von der Jugend in eine Ehe vor. Maria wird von dem Hafenarbeiter Sigfrid Larsson (Mikael Persbrandt) umworben. Nach der Heirat ziehen sie in ein gemütliches Häuschen im Arbeiterviertel und teilen den knappen Raum bald mit drei Kindern. Insgesamt wird die fürsorgliche Mutter sieben Kinder bekommen.
Die Phase der verliebten Nähe wird durch den Jähzorn Sigfrids unterbrochen. Die Schwierigkeiten, die sich aus den ungeschützten Arbeitsverhältnissen und den damit verbundenen täglichen Überlebenskampf ergeben, kompensiert er mit Alkohol.

Die Beziehung zwischen den Eheleuten erkaltet nicht völlig. Es bleibt stets spürbar, dass zwischen ihnen eine verbindliche Wärme besteht und es die vorgegebenen Rollenmuster sind, die für Streit und die Eskalation der Probleme sorgen. Die Ehe droht erst zu scheitern, als Sigfrid aufgrund der Beteiligung an einem Streik seine Arbeit verliert. Er flieht in die Aggression. Als er Maria und die Kinder schlägt, sucht sie Hilfe im Haus ihrer Eltern, die sie abweisen, da sie als Ehefrau zu ihrem Mann stehen müsse.

Maria kehrt zu Sigfrid zurück und packt ihr Leben mit einer beeindruckenden innerlichen Stärke an. Neben der eigenen Hausarbeit putzt sie für etliche Arbeitgeber, damit ihre Kinder ohne Not aufwachsen können. Den Foto-Apparat, den sie in einer Lotterie gewonnen hatte, möchte sie zunächst verkaufen. Aber der Händler Pedersen (Jesper Christensen), selbst ein begabter Fotograf, ermutigt sie, die wertvolle Kamera auszuprobieren. Der scheuen jungen Frau bereitet es zu ihrer eigenen Überraschung große Freude, die Welt aus dem Fotosucher heraus neu zu entdecken.
Durch ihr Talent gelingt ihr eine detailreiche Dokumentation ihrer Zeit. Als erste Auftragsarbeit fotografiert sie die liebevoll aufgebahrte tote Tochter einer Nachbarin.
Ihre neue Leidenschaft eröffnet ihr einen Freiraum neben ihrem anstrengenden Alltag als Ehefrau, Mutter und Putzhilfe - nicht nur durch die rasch anwachsenden Honorare. Durch das Erlebnis, was Berufung bedeuten kann, steigt ihr Selbstbewusstsein und ihre Durchsetzungsfähigkeit. Unterstützt von dem Fotomeister Pedersen entwickelt sie ihr Talent und in ergiebigen Gesprächen entsteht zwischen den beiden BildgestalterInnen eine für Maria bisher unbekannte geistige Nähe.

Regisseur Jan Troell erzählt die Geschichte aus der Sicht von Marias ältester Tocher Maja nach realen Begebenheiten. Maja ist eine entfernte Verwandte seiner Ehefrau Agneta Troell. Anhand deren Erzählungen schrieb sie ein Buch über Maria Larrson, aus dem später das Drehbuch für den Film entstand.
Der über 80jährige Jan Troell gilt als begnadeter Regisseur. Sein Lebenswerk enthält eine Vielzahl an hochkarätigen, epischen Filmen wie "Das Neue Land", (1972) und "Der Flug des Adlers" (1982). Er ist ein Meister des AutorInnenfilms, der seine Drehbücher selbst schreibt, in Szene setzt, fotografiert und montiert.

AVIVA-Tipp: "Die ewigen Momente der Maria Larsson" zeichnet eine detailreiche Studie über das Leben vor über hundert Jahren, wo vieles im Umbruch, der einzelne Mensch aber noch sehr eingebunden in eine engmaschige Sozialstruktur war. Daran teilzuhaben, wie es einer Frau aus sogenannten einfachen Verhältnissen gelang, sich zwischen den Anforderungen des Alltags selbst zu finden, ist berührend und stimmt zuversichtlich. Der Regisseur Jan Troell kommt dabei ohne spektakuläre Effekte aus und gibt stattdessen seinen Figuren Zeit, sich allmählich in ihrer Komplexität zu entfalten und den KinogängerInnen ans Herz zu wachsen.

Die ewigen Momente der Maria Larsson
Originaltitel: Maria Larssons eviga ögonblick
Dänemark/Deutschland/Finnland/Norwegen/Schweden 2008
Regie: Jan Troell
Drehbuch: Niklas Rådström, Jan Troell, Agneta Ulfsäter-Troell
DarstellerInnen: Maria Heiskanen, Mikael Persbrandt, Jesper Christensen, Emil Jensen, Ghita Nørby, Hans Henrik Clemensen, Antti Reini, Claire Wikholm, Amanda Ooms
Länge: 131 Minuten
Kinostart: 08.04.2010
Verleih: Arsenal Filmverleih

Weitere Infos und den Trailer finden Sie unter:
www.arsenalfilm.de


Kultur Beitrag vom 02.04.2010 AVIVA-Redaktion 

   




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