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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 18.03.2011

Betty Anne Waters
Tatjana Zilg

Eine Frau aus dem amerikanischen Arbeiterinnenmilieu hat sich ein klares Ziel gesetzt: Sie studiert Jura, nicht der Karriere wegen, sondern um die Unschuld ihres wegen Mordes inhaftierten Bruders...



... zu beweisen.

Gerichtsprozesse als cineastisches Sujet versprechen eine wohldosierte Mischung aus Spannung, Nervenkitzel und Emotionen. Zudem blicken sie dahinter, was nach dem im Krimigenre oft am Filmende inszenierten Showdown noch passieren könnte. Selten ist der Tatbestand eindeutig, oft mĂŒssen der/die RichterIn und die Geschworenen nach Beweislage, ZeugInnenaussagen und analytischer Logik urteilen. Das öffentliche Interesse wird dabei als zweigeteilt wahrgenommen: Je schwerer das Verbrechen, desto schneller sollen die TĂ€terInnen hinter Gitter kommen, Unschuldige jedoch so schnell wie möglich wieder vom Verdacht freigesprochen werden. Die Geschichte kennt viele FĂ€lle, bei denen das Vorgehen der Polizei und der Justiz nicht sorgfĂ€ltig genug war und unschuldige Menschen verurteilt wurden. Dank den Fortschritten in der forensischen DNS-Analyse ist seit knapp 20 Jahren eine nachtrĂ€gliche ÜberprĂŒfung von Verurteilungen möglich, als auch die prĂ€zisere ÜberfĂŒhrung von TĂ€terInnen unmittelbar nach dem Strafvergehen erleichtert worden.

UnabhÀngige Initiative deckt hohe Anzahl an Fehlurteilen in den US auf

Das "Innocence Project" wurde 1992 von den beiden AnwĂ€lten Barry Scheck und Peter Neufeld gegrĂŒndet. Bis heute sind in den Vereinigten Staaten 258 Menschen aufgrund von DNS-Tests nachtrĂ€glich freigesprochen worden, darunter 17 unschuldig zum Tode Verurteilte. Diese Menschen verbĂŒĂŸten bis zu ihrer Entlassung im Schnitt eine 13jĂ€hrige Haftstrafe, rund 70 Prozent von ihnen gehören zu ethnischen Minderheiten. WĂ€hrend der AufklĂ€rung der FĂ€lle entdeckte das "Innocence Project" strukturelle Fehler im amerikanischen Rechtssystem und weist auf diese öffentlich mit Nachdruck hin.

Der Film "Betty Anne Waters" erzĂ€hlt die Geschichte eines betroffenen Geschwisterpaars in melodramatischem Hollywood-Stil. 1980 verĂ€nderte sich das Leben fĂŒr Betty Anne (Hilary Swank) und Kenny Waters (Sam Rockwell) schlagartig, als der MittzwanzigjĂ€hrige als VerdĂ€chtiger fĂŒr einen Mord festgenommen und aufgrund der Aussage zweier Ex-Geliebter zu lebenslĂ€nglicher Haft verurteilt wurde. Bei der cineastischen EinfĂŒhrung der ProtagonistInnen wird den ZuschauerInnen keine andere Möglichkeit gelassen, als Kenny sympathisch zu finden. Trotz seines leicht aufbrausenden Wesens wirkt er stets jungenhaft unschuldig. Bei der Ortspolizei ist er bereits aufgrund kleinerer Straftaten bekannt.

Zwei Geschwister behaupten sich gegen institutionelle Machtmechanismen

Seine Schwester Betty ist schockiert, gleichzeitig aber zutiefst von der Unschuld ihres Bruders ĂŒberzeugt. FĂŒr sie wird schnell klar, dass sie die Freilassung ihres Bruders selbst erkĂ€mpfen muss und sie trifft einen folgenreichen Entschluss: Sie will AnwĂ€ltin werden.

Die LeichtkriminalitÀt ihres Bruders wird aus der Vergangenheit der Geschwister heraus erklÀrt, die geprÀgt war von einer "schlechten Kindheit".
Die sich emotional nahestehenden Kinder wuchsen nicht nur bei einer jÀhzornigen, selbstbezogenen Mutter in Àrmlichen VerhÀltnissen, sondern auch in Pflegefamilien auf.

Betty hat keine Hochschulberechtigung. Sie ist zum Zeitpunkt der Inhaftierung ihres Bruders verheiratet und Mutter eines Kleinkinds. Bevor sie Jura studieren kann, muss sie zunĂ€chst ihr GED und den Collegeabschluss nachholen. Das Studium wird zum HĂŒrdenlauf, die toughe Frau muss mit einer Dreifachbelastung zurechtkommen: Mittlerweile ist sie Mutter von zwei Söhnen und arbeitet weiterhin in einem Pub. Die Ehe scheitert, doch eine gleichaltrige Kommilitonin wird zur besten Freundin per excellence. Gegen Ende des Studiums erfĂ€hrt Betty Anne von der DNS-Analyse und dem "Innocent Project". Als AnwĂ€ltin setzt sie ihr Ziel geradlinig um und rĂ€umt alle Steine aus dem Weg: Trotz eines negativen DNS-Tests wird der Tatvorwurf eingeschrĂ€nkt aufrechterhalten. Erst nach dem EingestĂ€ndnis einer Falschaussage aufgrund des Drucks der Polizei durch eine der Ex-Geliebten, der Mutter von Kennys Tochter, kommt es zu der lang ersehnten Freilassung.

Das Drehbuch basiert auf der wahren Geschichte von Betty Anne und Kenny Waters.

AVIVA-Tipp: Regisseur Tony Goldwyn nutzt alle Mittel des klassischen Hollywood-Melodrams, um die Geschichte emotional hoch aufgeladen und mitreißend zu erzĂ€hlen: ein die GefĂŒhle stets an die Hand nehmender Soundtrack, starke HauptdarstellerInnen und die dramaturgisch geschickte Einbindung von RĂŒckblenden in den Plot, wobei jedoch insbesondere die Szenen aus der Kindheit klischeehaft wirken.
Aufgrund des filmischen Schwerpunkts auf den couragierten Einsatzes von Betty Anne Waters fĂŒr ihren Bruder Kenny fallen leider einige Aspekte weg, die fĂŒr die Thematik wichtig gewesen wĂ€ren. So erfĂ€hrt frau wenig ĂŒber Bettys weiteres Engagement im "Innocence Project" . Auch bleibt die Frage offen, warum sie nach dem Uniabschluss weiter als Kellnerin arbeitete und keine hauptberufliche TĂ€tigkeit als AnwĂ€ltin ausĂŒbte.

Betty Anne Water
Originaltitel: Conviction
US 2010
Regie: Tony Goldwyn
Drehbuch: Pamela Gray
DarstellerInnen: Hilary Swank, Minnie Driver, Sam Rockwell, Melissa Leo, Bailee Madison, Clea DuVall
LauflÀnge: 107 Minuten
Filmstart: 17.03.2011
Verleih: Fox Searchlight Pictures
www.foxsearchlight.com/conviction

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Kultur Beitrag vom 18.03.2011 AVIVA-Redaktion 

   




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