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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.09.2003

Herr Lehmann - biergeschwängerte Berliner Melancholie
Anja Kesting

Das bereits zum Kultobjekt avancierte Erstlingswerk von Sven Regener setzte Leander Haußmann jetzt in Szene. Es ist ihm gelungen, die sinnentleerte Atmosphäre des Kreuzbergs von 1989 einzufangen.



Vorneweg in eigener Sache: Ich mag Christian Ulmen nicht! Daran konnte auch die sympathische Filmfigur "Herr Lehmann" nichts ändern. Trotzdem muss ich ihm zugestehen, dass er sich im Laufe des Filmes schauspielerisch gesteigert hat und letztendlich das verantwortungsfreie, nichtstuende und Herumkreisen-ohne-Ziel des unpolitischen Anti-Helden "Herrn Lehmanns" glaubwürdig rüberbrachte.

Aber jetzt zum Inhalt:
1989 - Berlin-Kreuzberg S036 ist ein kleiner Kosmos in einer riesigen Galaxis, schon das angrenzende Kreuzberg 61 ist befremdendes Ausland, Charlottenburg ein anderer Kontinent und die DDR ein fremder Planet.

Kreuzberg SO36 ist der Kiez, in dem Herr Lehmann (Christian Ulmen) zu Hause ist. Er ist der Guru einer beschaulichen, übersichtlichen Welt voller Philosophen, Künstler, Biertrinker, Kokser, Heteros, Schwuler und anderer Lebenskünstler, die inmitten einer feindlich gesinnten Welt ihre Enklave und das Recht auf Stillstand gegen jede Form von Veränderung verteidigen.

Doch unaufhaltsam schleichen sich Störungen in die lieb gewordenen Gewohnheiten seines Lebens: Ein aufdringlicher Hund, der Besuch seiner Eltern, die schöne Köchin Katrin (Katja Danowski), sein bester Freund Karl (ein brillanter Detlev Buck) und ein bis dato unbekannter Kristallweizen-Trinker (Janek Rieke) werden in kurzer Zeit für mehr als nur Unruhe sorgen. Während sich im Ostteil der Stadt und in der ganzen DDR große Umbrüche ankündigen, hat Herr Lehmann alle Hände voll zu tun, die an ihn herangetragenen Herausforderungen zu bewältigen.

Und so kommt der 9. November. Karl wird verrückt, die Mauer fällt und das auch noch an dem Tag, der dem Grauen eine neue Dimension gibt: Lehmanns 30. Geburtstag! Herr Lehmann muss Abschied nehmen, von seinen Freunden, von seinen Kneipen, von seinen Gewohnheiten. Und während sich die Massen durch geborstene Stellen der Berliner Mauer aus dem Osten gen Westen bewegen, peilt Herr Lehmann ein neues Ziel an...

Sven Regener zeichnet in "Herr Lehmann" ein Bild vom Sumpf der 80er Jahre in West-Berlin. Sein durchdringendes, detailliertes Milieu-Studium lässt die LeserInnen einen Blick auf eine Zeit werfen, die längst vorbei ist, aber eine Generation geprägt hat. Dieses authentische Porträt der Kreuzberger Szene, mit in den Tag hineinlebenden Durchschnittstypen, der Tresenphilosophie, hat Regisseur Leander Haussmann gekonnt auf Zelluloid gebannt.



Herr Lehmann
Regie: Leander Haußmann
Buch: Sven Regener
Darsteller: Christian Ulmen, Katja Danowski, Detlev Buck, Janek Rieke
Deutschland 2003
105 Minuten,
Kinostart: 2. Oktober 2003
www.herr-lehmann.de

Kultur Beitrag vom 25.09.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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