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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 05.05.2003

Begegnungen mit Menschen und Kakipflaumen aus Kaminoyama
Kirsten Eisenberg

Kakipflaume (Diospyros kaki), Habitus: bis zu 15 m hoher, sommergrüner buschiger Baum mit kurzem Stamm, Nutzwert: Die vollreifen Früchte haben ein süßes Aroma...



Mit katzenartiger Sicherheit klettert der Kakipflücker durch ein Gewirr dürrer Äste, welche sich unter der Last tausender, leuchtender Früchte biegen.
Es ist ein mühsamer Prozess, bis aus den orange-roten Bällchen am Baum die runzligen, zuckersüßen Feigen werden, die man auf dem Markt von Tokio kaufen kann. Seit Generationen ist das Pflücken, Schälen, Trocknen und Verpacken Lebensinhalt ganzer Familien in der japanischen Bergregion Kaminoyama.
Der Fortschritt kommt langsam, nur statt des kleinen Schälmessers hat man nun eine aus Zahnrad und Fahrradkette gebaute Maschine...

Der 1992 verstorbene japanische Regisseur Ogawa Shinsuke wurde in den 70er Jahren mit seiner Sanrizuka-Serie über den Widerstand von Bauern und Studenten gegen einen Flughafenbau bekannt. 1984 und 1987 war er mit "Geschichten aus Magoni - die tausendjährige Sonnenuhr" Gast auf dem Berliner Forum, wo er auch das Zusammentreffen asiatischer Regisseure organisierte.

Vor fast zwanzig Jahren begann Shinsuke mit seiner Arbeit für den Dokumentarfilm "Manzan Benigaki". Er wollte darin ein Stück seiner Kultur festhalten, bevor diese leise verschwindet, denn immer mehr junge BergdorfbewohnerInnen suchen sich Arbeit außerhalb der Landwirtschaft. Seine Ehefrau wusste, mit welcher Leidenschaft ihr Mann an dem Kaki-Projekt gearbeitet hatte und wandte sich daher nach seinem Tod an die chinesische Regisseurin Peng Xiaolian.

Peng Xiaolian drehte unter anderem die Filme "A Dog to kill" (1997) und "Once Upon a Time in Shanghai".
Ogawa Shinsuke lernte die Filmemacherin 1988 auf den Filmfestspielen von Hawaii kennen und setzte seither große Hoffnungen in sie. Mit seiner Hilfe konnte Xiaolian ihr Projekt verwirklichen und einen Film über chinesische Studenten an japanischen Unis drehen. Es entwickelte sich eine wechselseitige große Anerkennung, Anstoß für Xiaolian, ein Buch ("Burning Attachments") über Begegnungen und Auseinandersetzungen zwischen der japanischen und chinesischen Kultur zu verfassen.

Man muss sich auf die Ruhe und Langsamkeit dieses Films einlassen, denn für die Menschen in den japanischen Bergdörfern scheint die Zeit anders zu ticken.
Voller Stolz kann ein Mann stundenlang über Klimabedingungen und Windrichtungen erzählen, schwelgt eine alte Frau in Erinnerungen an ihre Mutter, die nach dem Tod des Vaters eine Existenz als Kakifeigenhändlerin aufbaute.
Exotische Flöten- und Trommelklänge bewirken, dass die ZuschauerInnen leicht in diese andere Welt hineingleiten können.

Die Aufnahmen wechseln von nüchtern-informativ bis bestürzend-schön.
Die leuchtenden orange-roten Früchte, die zum Trocknen an langen Schnüren aufgehängt werden, heben sich in makellosem Kontrast gegen den blauen Himmel ab.

Und als Opfergabe ein paar Früchte für die Vögel - der Film vermittelt uns ein Stück der Kultur der japanischen Bergdörfer. Die Menschen im Film bringen Regisseur und Drehteam sichtlich Vertrauen entgegen, erzählen neben Dingen über die Arbeit auch Anekdoten über ihr Leben in den Bergen.

Für Peng Xiaolian war es nicht leicht, dem Film eine eigene Note zu geben ohne die Vision des von ihr bewunderten Shisukes zu verfälschen. Dennoch hat sie es geschafft, als Sprachrohr Shinsukes einen Dokumentarfilm voller Poetik zu drehen, der als Werk auch Ausdruck für pan-asiatische Zusammenarbeit ist - Traum beider Filmemacher.



Manzan benigaki - der ganze Berg ist voller roter Kakipflaumen
Regie: Ogawa Shinsuke, Peng Xiaolian

Japan 1984/2001, 90 Minuten
Verleih: Freunde der dt. Kinomathek
Kinostart: 05. Mai 2003

Kultur Beitrag vom 05.05.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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