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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 07.02.2005

Der Blaue Nil
Anne Winkel

Zur Filmpremiere im IMAX-Kino Berlin sprachen der Produzent Llompart, Expeditionsleiter Scaturro und Saskia Lange mit AVIVA-Berlin über Abenteuer, Leidenschaft und das Herz eines Dokumentarfilms.



Geschafft - In 114 Tagen vollbringt das Forscherteam um den Geologen und Geophysiker Pasquale Scaturro, was zuvor noch keinem Menschen gelungen war: Sie haben den 5245 km langen Nil von seiner Quelle "in den äthiopischen Hochländern" bis zu seiner Mündung ins Mittelmeer befahren. Dabei lauerten zahlreiche Gefahren auf die ehrgeizige Gruppe: Krokodile, Stromschnellen, messerscharfe Felsen und schießende Banditengruppen, die sogenannten "Shifta".

Nicht nur die Expedition bedurfte einer guten Vorbereitung. Auch die Filmarbeiten mussten sorgfältig geplant werden. Die Idee einen Film über den Blauen Nil und die Schönheit der drei angrenzenden Länder (Ägypten, Äthiopien und der Sudan) zu drehen hatte der Regisseur und Produzent Jordi Llompart lange im Kopf. Llompart war früher Nachrichtensprecher und -direktor im spanischen Fernsehen, widmete sich dann dem Dokumentarfilm und bereiste zahlreiche, touristisch wenig erschlossene Länder, wie Namibia oder den Jemen. Seine Vision war "diese drei Nil- Länder (Ägypten, Äthiopien und den Sudan) zu durchqueren und der Welt die faszinierendsten Orte zu zeigen". Für das "sehr, sehr lange Projekt" mussten Gelder. gesammelt und logistische Probleme bewältigt werden, beispielsweise das Einholen der "Erlaubnis, die einzelnen Länder zu durchkreuzen".

Auch wenn das ursprüngliche Konzept von Llompart stammt ist das filmische Ergebnis ein absolutes Gemeinschaftsprojekt. "Das ist das Resultat - das sehr erfolgreiche Resultat - einer außergewöhnlich guten Zusammenarbeit von vielen, vielen Menschen", konstatiert der Produzent und findet: "Der Schlüssel des Projekterfolgs liegt in den Händen der Charaktere dieses Film, wie Pasquale".
Der Expeditionsleiter Pasquale Scaturro wusste sofort, dass er an diesem Filmvorhaben mitwirken muss: "Als ich von dem Plan hörte, einen Film über den Blauen Nil zu machen, war mein einziger Gedanke: da muss ich dabei sein. Ich kenne die Äthiopier seit einer Reise im Jahr 1991 und ich bin diesem Volk seither immer näher gekommen. Ich kenne die äthiopische Landschaft, liebe das äthiopische Essen, die Kultur und natürlich die Menschen". Jordi Llompart fügt hinzu: "Äthiopien hat eine sehr interessante Geschichte. Eigentlich ist es mehr eine Legende als eine Geschichte. Diese alte Kultur war schon immer eng mit der ägyptischen Kultur verbunden. Das Christentum hat hier eine lange Tradition". In Äthiopien gibt es zahlreiche Kirchen, jedoch war kein Gotteshaus für das Filmteam so faszinierend wie das in Lalibela. Lalibela ist nicht nur eine beeindruckende aus einem Felsen erschaffene heilige Stätte, sondern "einer der schönsten Orte der Welt", sagt Llompart.

Für Saskia Lange war es "ein großes Privileg" an diesem Forschungsabenteuer auf dem Nil teilzuhaben. Die Journalistin und Schauspielerin fühlt sich mittlerweile als "Kind des Nils" und setzt hinzu: "ich bin so oft in diesen Fluss gefallen, dass ich es nicht mehr zählen kann". Doch nicht nur mit dem Nil hat sich Saskia vertraut gemacht. Auch die Menschen in Afrika sind ihr ans Herz gewachsen und mit Pasquale verbindet sie heute eine enge Freundschaft. Vor der Expedition hat die Deutsch-Spanierin ein umfangreiches Fitnessprogramm absolviert. Dennoch hat sich Lange während der Fahrt schwer das Bein verletzt. Ihr einziger Gedanke: "Nein, ich will jetzt nicht nach Hause". Also verschwieg sie der Crew, wie stark ihre Schmerzen wirklich waren und biss die Zähne zusammen.

Mit "Der blaue Nil - Abenteuer und Mythos" wollte Llompart ein völlig neuartiges Werk schaffen. Der Regisseur und Produzent bedauert die Qualität vieler Dokumentarfilme. Im IMAX-Format "wird häufig nur auf die spektakulären Effekte gesetzt", dabei wird das wichtigste vergessen: "der Lerneffekt und dabei trotzdem das Herz der Zuschauer zu treffen". "Leidenschaft, Abenteuer, Schönheit, Farbe, kulturelle und soziale Inhalte" sind daher die wesentlichen Bestandteile von Llomparts Film. "Heute machen viele Leute Dokumentarfilme, also haben wir die Verantwortung einen wirklich guten Film abzuliefern". Ein guter Dokumentarfilm zeigt nicht nur "simple Tieraufnahmen" oder langweilt die Zuschauer mit purem Faktenwissen. "Die Dokumentarfilm-Industrie braucht etwas völlig Neues, etwas durchweg Realistisches und das ist es, was wir getan haben". Etwas bescheiden geworden merkt Llompart an: "Natürlich werden die Zuschauer am Ende entscheiden, ob uns das gelungen ist, aber wir sind alle sehr glücklich mit dem Ergebnis und haben bislang durchweg positive Kritikensowohl von den Journalisten als auch vom Publikum gehört: sehr gute Musik, eine stimmige Storyline und tolle Charaktere".

Ein anderer Aspekt der Expedition liegt besonders Scaturro am Herzen. Der Teamleiter erklärt den Sudan zu seinem neuen Lieblingsland. Bevor die Forscher die Nilbefahrung in Angriff nahmen, wurde der in den USA lebende Abenteurer pausenlos gewarnt vor der Einreise in den Sudan: "Alles was wir hörten war, wie gefährlich der Sudan ist. Tatsächlich aber war der Sudan der unkomplizierteste und angenehmste Ort zum Arbeiten. Als Besucher des Sudan wurden wir besser behandelt als ich je in einem anderen Land behandelt wurde. Die Sudaner sind wundervolle Menschen mit einem riesigen Herzen und einer unbezwingbaren Freundlichkeit" . Natürlich sind auch die Ägypter sehr (gast)freundliche Menschen, "aber sie sind uns näher", sagt Saskia. "Modern" befindet Pasquale, "immer an Geschäften interessiert", ergänzt Jordi und stellt fest: "Kairo vor 10 Jahren war eine große afrikanische Stadt. Heute ist es Europa".
Wer das Herz Afrikas spüren möchte, so rät Pasquale Scaturro, der sollte den Sudan bereisen, denn - so ein angemessenes Schlusswort über ein Land, dass in den Medien sonst nur durch Kriegsberichterstattung einen Sendeplatz findet: "Die Ägypter leben in Afrika - aber die Sudaner sind Afrika".

AVIVA-Tipp: Die Dokumentation zur Expedition ist im IMAX-Kino, Berlin-Tiergarten zu sehen. Der Film "Der Blaue Nil" nimmt die Zuschauer mit auf eine visuell-beeindruckende Reise zu bislang verborgenen afrikanischen Natur- und Kulturschätzen.



Der blaue Nil - Abenteuer und Mythos
Mystery of the Nile

Start: 4. Februar 2005
Dreharbeiten: November 2003 bis Juli 2004
Format: 15/70 IMAX-Format
Drehorte: Äthiopien (Tanasee, Lalibela, Tissisat Wasserfälle, der Große Nilcanyon), Sudan (Khartoum, am Zusammenfluss des Blauen und des Weißen Nils, Meroe), Ägypten (Nassersee, Abu Simbel, Aswan, Luxor, Kairo, Alexandria)
Länge: 47 Minuten
Discovery Channel IMAX Theater
Marlene-Dietrich-Platz 4
10785 Berlin

www.nilefilm.com
www.imax-berlin.de
Telefonische Kartenreservierung: 01805 / 46 29 22 55

Kultur Beitrag vom 07.02.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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