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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 30.03.2005

barfuss - Wie weit gehst du, wenn du verliebt bist
Tina Kosleck

Die aus der Nervenklinik entflohene Leila begibt sich in Nicks Obhut und reist mit ihm quer durch die Republik. Ein Til-Schweiger-Film durch und durch: Hauptrolle, Buch, Regie, Produktion.



Nach "Knockin┬┤ on Heaven┬┤s Door" wieder ein Til-Schweiger-Roadmovie. Diesmal nicht zwei Todkranke on the road, sondern eine Nervenkranke und ihr Held. Leila (Johannna Wokalek) lebt seit dem Tod ihrer Mutter, die sie zu Hause gefangen gehalten hatte, in einer psychiatrischen Klinik. Nick (Til Schweiger) hat gerade mal wieder einen Job von seinem Arbeitsvermittler zugeschoben bekommen: Putzmann in eben jener Klinik. Den Job beh├Ąlt er nur ein paar Minuten, doch Leila, die er vor dem Selbstmord bewahrt, will Nick nicht mehr einfach so gehen lassen und begleitet ihn auf dessen Reise quer durch die Republik zur Hochzeit seines versnobten Bruders (Steffen Wink) mit Nicks eigener Ex (Alexandra Neldel). Leila reist ├╝brigens ausschlie├člich "barfuss", daher also der Titel des Films. Und was warten da nicht alles f├╝r aufregende und lustige Erlebnisse auf dieser Reise! Fast m├Âchte man vor Peinlichkeit den Kopf unter den Kinosessel stecken, wenn Leila f├╝r eine Prostituierte gehalten wird und mit Unschuldsmiene in die Luft "bl├Ąst". Ist das nur einen Deut besser als jede Comedy im Privatfernsehen? Und ein Happy End? Na, wozu gro├č Psychotherapie - ein paar Tage mit Nick und schon ist Kuscheln doch ganz sch├Ân und Leilas durch Ber├╝hrungen hervorgerufene Panikanf├Ąlle fast vergessen.

Ein bisschen Drama, ein bisschen Gef├╝hl, ein bisschen "Rainman" - ein bisschen Anspruch in die Kom├Âdie. Tolles Erfolgskonzept, wird Til Schweiger sich gedacht haben. Dabei bleibt "Barfuss" mit dem ach so gef├╝hligen Untertitel "Wie weit gehst du, wenn du verliebt bist?" doch einfach eine Kom├Âdie. Und das auch noch leider ziemlich platt. Die aus der psychiatrischen Klinik geflohene Leila tr├Ągt dabei zu vielen Schenkelklopfer bei. Mit dem sch├Ânen Sprichwort "Kinder und Narren sprechen immer die Wahrheit" l├Ąsst sich aber hier auch aus dem Vollen sch├Âpfen! Die Nebenfiguren sind von der gestrengen Leiterin der Klinik (Imogen Kogge) bis zu Nicks stinkreichem Stiefvater (Michael Mendl) ausnahmslos total ├╝berzeichnet, was die Geschichte ebenso wirklichkeitsfremd scheinen l├Ąsst, wie so manche Begebenheit: So setzt Leila einen Wagen durch ein ganzes Geb├Ąude hindurch, ohne dass der Wagen ├╝bergro├čen Schaden davon tr├Ągt. Nein - der l├Ąsst sich danach sogar noch verkaufen!

Welchen Zweck das ausgekl├╝gelte Lichtkonzept erf├╝llen sollte, das den ganzen Film in leichte Braunt├Âne taucht, konnte sich mir nicht erschlie├čen. Auch die Filmmusik, die mehr und weniger bekannte Titel sehr h├Ąufig, sehr laut zwischen die Szenen dr├Âhnt, hilft nicht weiter. Nein, dieser Film rockt nicht!

AVIVA-Tipp: Nur f├╝r Fans deutscher Kom├Âdien oder Til Schweigers. Ein junges P├Ąrchen ein paar Sitze neben mir hat sich zumindest k├Âstlich am├╝siert.

Zu Hauptdarsteller und Hauptdarstellerin:
Til Schweiger
spielte seit seinem Filmdeb├╝t "Manta, Manta" (1991) in zahlreichen deutschen und auch einigen US-amerikanischen Filmen. Seinen Durchbruch als Kinoschauspieler feierte er mit "Der bewegte Mann" (1994). "Barfuss" ist nach "Der Eisb├Ąr" (1998) der zweite Film, in dem er Regie f├╝hrte.
Johanna Wokalek ist seit ihrer Ausbildung am Max-Reinhard-Institut in Wien sowohl als Theater- als auch als Filmschauspielerin zu sehen. F├╝r ihre Rolle in "Hierankl" (2003) erhielt sie den Bayerischen Filmpreis als beste Darstellerin und wurde beim Deutschen Filmpreis 2004 als beste Hauptdarstellerin nominiert.


AVIVA-Berlin verlost je 3 Original-Soundtracks und Girls-T-Shirts. Bitte nennen Sie uns drei Rollen, in denen Johanna Wokalek brillierte und senden Sie bis zum 20.04.05 eine eMail an folgende Adresse: gewinnspiel@aviva-berlin.de





barfuss
Regie: Til Schweiger

DarstellerInnen: Til Schweiger, Johanna Wokalek, Steffen Wink, Michael Mendl, Nadja Tiller u.a.
Deutschland, 2005
Dauer: 112 Minuten
Kinostart: 31. M├Ąrz 2005

Kultur Beitrag vom 30.03.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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