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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 13.06.2005

Stadt als Beute
Tatjana Zilg

Theater ist nicht immer leicht zugänglich. Der Film ermöglicht einen ungewöhnlichen Zugang zum soziokritischen Stück René Polleschs. Drei SchauspielerInnen werden fern der Bühne beobachtet



Der experimentelle Regisseur, der im Prater/Volksbühne inszeniert, will seinem Publikum Hochgeschwindigkeitstheater bieten: Schnell, trashig, zugleich intellektuell setzt er sich mit Themen wie der Globalisierung und dem Individuum in der digitalen Gesellschaft auseinander. Dafür benötigt er SchauspielerInnen, die alles geben und sich in die Texte hineinversetzen können.

Marlon (Richard Kropf) wird nach seiner Ankunft in Berlin sofort mit diesen hohen Ansprüchen konfrontiert. Ungeduldig erwarten ihn Pollesch und Crew, denn er darf als Ersatz einspringen. Doch bereits bei der Textprobe droht ihn der Rausschmiss. Er kann die Zeilen nicht glaubhaft sprechen. Eine Mitspielerin fragt kichernd, warum er die Stimme verstelle. Enttäuscht verlässt Marlon den Prater und begibt sich auf eine unfreiwillige Achterbahnfahrt durch die Stadt, die mit der Suche nach dem Sohn der Vermieterin beginnt und ihn mit den außergewöhnlichsten Gestalten konfrontiert. Zurück im Prater begreift er den Text. Seine erneute Vorsprache stößt auf Begeisterung bei Pollesch.

Lizzy (Inga Busch) will auf der Bühne ihren Körper inszenieren, indem sie sich auszieht, was auf Ablehnung durch Pollesch stößt. Wie die Kamera sie durch die Nacht begleitet, wird dieser Wunsch verstehbar. In einer Bar trifft sie einen Callboy. Ohne wirklich zu wissen, worauf sie sich einlässt, erfährt sie die Gesetze der Welt des käuflichen Sex.

Verständnis bei Pollesch findet hingegen das Verweigerungsverhalten von OhBoy (David Scheller) , den er als besondere Zugabe engagiert hat - der im Cowboy-Look durch die stadtlaufende Mitdreißiger ist kein richtiger Schauspieler, sondern ein sich mit Karaoke-Shows durchschlagender Sozialhilfeempfänger. Als er einfach nicht zur Probe erscheint, vertröstet Pollesch seine Crew mit dem Erklärungsmuster, dass dies die Art OhBoys sei, sich mit der Aussage des Stückes auseinander zusetzen. Tatsächlich versucht OhBoy die Probe zu erreichen, begegnet aber zahlreichen Hindernissen. So verliert er z. B seinen Text.

"In der kleinen, heimeligen Wohnbühne des Praters erlebte ich furiose Darbietungen von René Polleschs Stücken. Ausbrüche voller Verzweifelung, wahnwitzige Texte. Wie schafft ein Schauspieler so einen Text, wie probt man so ein Stück? Sind diese Texte überhaupt alltagstauglich? Funktionieren die Worte noch, wenn man sie mit nach Hause nimmt? Und: funktionieren sie auch in einem Film? So entstand die Idee zu diesem Projekt. Um verschiedene Standpunkte und Sichtweisen auf die nach allen Seiten offenen Texte zu bekommen, fragte ich meine Kolleginnen, Esther Gronenborn und Miriam Dehne, ob sie Lust hätten, bei diesem Film mitzumachen", erzählt die Regisseurin Irene von Alberti die Entstehungsgeschichte des Gemeinschaftsprojektes der drei Frauen.

AVIVA-Tipp: Mit Spannung und facettenreichen Charakteren eröffnet der Film den ZuschauerInnen ein tieferes Verständnis des wortlastigen Gegenwartstheater. Begrifflichkeiten wie Selbsttechnologie werden greifbar und mit Leben gefüllt.

Stadt als Beute
Berlin 2005
Premiere in Berlin: 16.06.2005, 20.00 Uhr in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Buch und Regie: Irene von Alberti, Miriam Dehne, Esther Gronenbeorn
Kamera: Dirk Heuer, Felix Leiberg, Patrick Waldmannn
DarstellerInnen: Richard Kropf, Lucas Neubauer, Tadeus Duschek, Inga Busch, Stipe Erceg, Julia Hummer, David Scheller, Eve Natthawat-Kritsanayut
Verleih: Filmgalerie 451
Im Forum der Berlinale
Kinostart: 23.06.05
www.stadt-als-beute.de

Kultur Beitrag vom 13.06.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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