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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 30.09.2004

Come Up and See Me Sometime - Filme mit Mae West
Anja Kesting

Kaum eine zweite Schauspielerin dürfte sich mit einer derartigen Fülle von eindeutig zweideutigen Dialogzeilen und Sprüchen in die kollektive Erinnerung ihrer großen Fan-Gemeinde eingebrannt haben.



In einer kleinen Retrospektive (3. - 14. Oktober) erinnert das Arsenal und die Freunde der Deutschen Kinemathek e.V mit sechs Filmen an die einmalige und unvergleichbare Mae West erinnern.

Von der amerikanischen Schauspielerin, immer wohlverhüllten Sex-Göttin und Drehbuchautorin stammen on- und offscreen-Klassiker, wie "When I´m good, I´m very, very good, but when I´m bad, I´m better" oder "A thrill a day keeps the chill away" bis hin zum immer wieder zitierten Ausspruch: "Is that a gun in your pocket, or are you just glad to see me?" Für die Drehbuchautorin Mae West gab es beim Schreiben nur zwei Regeln: "Schreib, worüber Du Bescheid weißt, und schreib unterhaltend. Deshalb schrieb ich so, wie ich es tat, über ein Thema, an dem ich interessiert war - über Sex."

"Sex" (1926) lautet auch der Titel ihr ersten Theaterstücks, das ihr, wie auch die darauffolgenden Stücke "The Drag (a Homosexual Comedy in Three Acts)", "The Wicked Ages", "Diamond Lil", "Pleasure Man" und "The Constant Sinner", zum einen Ruhm und Erfolg einbringt, zum anderen aber auch immer wieder Schwierigkeiten (und Gefängnisaufenthalte) wegen "Obszönität auf der Bühne".

Anfang der 30er Jahre kurz nach Einführung des Tonfilms kommt Mae West mit knapp vierzig nach Hollywood. Innerhalb weniger Jahre kann sich das kurz vor dem Konkurs stehende Paramount-Studio mit Mae-West-Filmen wie "Night after Night" (1932), "She done him wrong" (1933) oder "Belle of Nineties" (1934) sanieren. Viele der Filme stammen aus Mae Wests Feder und locken die Arbeitslosen und Verzweifelten der amerikanischen Depression in Scharen ins Kino, um mit Mae West eine von ihnen zu hören und zu sehen: "Sie setzte sich durch, ordinär und vulgär, mit einer Sprache, die nicht darauf aus war, die proletarische Herkunft zu verleugnen. Sie war schlagfertig und hatte immer das letzte Wort gegen die Millionäre und Emporkömmlinge, gegen die Playboys und Lackaffen, die ihr nachstellten." (Peter W. Jansen)

Die Anziehungskraft der Mae-West-Filme geht aber nur zum Teil von Story und Dialog aus. Ihre üppige, dabei ungeheuer charmante Erscheinung folgte einem ihrer vielzitierten Leitsprüche: "Die Männer sind lange genug auf Diät gesetzt worden". Doch auch als Sexidol ist Mae West nie Spielball der Männer. Die Frauen, die sie spielt, sind selbstbewusste Frauen, die wissen, was läuft - Männer können ihnen gefallen, wenn es ihnen gefällt. Mae West hat zur Befreiung ihrer Geschlechtsgenossinnen im prüden Amerika wohl mehr getan, als irgend eine andere Frau ihrer Zeit.

Sonntag. 3.10.2004, 19 Uhr & Samstag 9.10.2004, 17 Uhr
"She done him wrong",
Lowell Sherman, USA 1933, OmU 66 min
Mae Wests zweiter Film beruht auf ihrem Stück "Diamond Lil", über das sie sagt: "Diamond Lil gehört mir, auf meine bescheidene Art halte ich sie für klassisch. Ein bisschen wie Hamlet, nur komischer." In einem ihrer aufwendigsten Filme spielt sie die männerumlagerte Varietésängerin Lady Lou, die mit eiserner Hand über die New Yorker Bowery regiert. Durch die Falschgeldgeschäfte eines Nachtclubbesitzers gerät sie in turbulente Schwierigkeiten, aus denen ihr u.a. Cary Grant als getarnter Polizist helfen kann, der schließlich sogar ihre Gunst erringt.

Montag 4. Oktober, 19 Uhr & Sonntag 10. Oktober 2004, 17Uhr
"I´m no angel",
Wesley Ruggles, USA 1933, OF 88 min.
Als Zirkuskönigin Tira bändigt Mae West in dieser Komödie Tiere wie Männer. Absolut selbstsicher und ungezwungen bewegt sie sich sowohl in der lärmigen Zirkuswelt mit ihren billigen Sensationen wie auch in den noblen Clubs der Park Avenue, wo sie als "weiße Prinzessin" auftritt. Doch dann intrigiert ein missgünstiger Showbesitzer gegen ihre Verbindung mit einem Millionär und bringt sie vor Gericht, wo sie allerdings Richter und Geschworene auf ihre ganz eigene Art bald auf ihre Seite ziehen kann.

Montag 11. Oktober 2004, 19 Uhr & Samstag 23. Oktober 200., 19.30Uhr
"Belle of the Nineties",
Leo McCarey, USA 1934, OF 73 min
Nach "She done him wrong" und "I´m no angel" behielt die amerikanische Zensur Mae West besonders scharf im Auge. Für ihren nächsten Film "Belle of the nIneties" wurde ein eigener Zensor für die Überwachung der Dreharbeiten abgestellt. Regisseur Leo McCarey verstand es trotz dieser erschwerenden Maßnahmen, ein wunderbares Vehikel für die vielleicht schönsten Auftritte Mae Wests zu schaffen. Als Ruby Carter spielt sie hier erneut eine Unterhaltungskünstlerin und überragende Kurtisane, die auszieht, neue "Territorien" zu erobern. Eine der bekanntesten Szene dürfte wohl Mae Wests Verkörperung der Freiheitsstatue sein, die ihr umgehend den Titel "Statue of Libido" einbrachte.

Dienstag, 12. Oktober 2004, 21.15 Uhr & Sonntag 17. Oktober 2004, 17Uhr
"Klondike Annie",
Raoul Walsh, USA 1936, OF 77 min
"Durch sie verwandelt sich der kalte Norden in tropische Gefilde" textete die Werbe-Abteilung der Paramount für "Klondike Annie", der 1936 unter der Regie von Raoul Walsh entstand. Doch entgegen dieser gewohnt fulminanten Ankündigung entfernt sich Mae West hier von ihrem sonstigen Leinwandimage. Auf der Flucht vor der Polizei landet sie in einer Missionsstation in Alaska. Als Missionarin verkleidet (!, die "Legion of Decency" und zahlreiche Prominente protestierten gegen diese Gotteslästerung und erreichen das Verbot des Films in einigen Städten), widmet sie sich mit erstaunlicher Hingabe und Erfolg ihrer neuen Tätigkeit: Säufer und Vagabunden werden bekehrt und bei der Kollekte nach einer Predigt à la Mae West kommen erstaunliche Summen zusammen. Doch obwohl sie sich mit ihrem neuen Leben nicht abfinden kann und alles auf ein gewohntes Happy-End zusteuert, nimmt der Film eine ganz un-West´sche Wendung.

Mittwoch, 13. Oktober 2004, 21.15 Uhr & Samstag, 30. Oktober 2004, 17 Uhr
"Every Day´s a Holiday",
A. Edward Sutherland, USA 1938, OF 80 min
Die turbulente Komödie von A. Edward Sutherland bot Mae West die Möglichkeit einer Doppelrolle. Als stadt- und polizeibekannte Gaunerin Peaches muss sie sich eines Polizisten erwehren, der alles daran setzt, aus ihr eine ehrbare Frau zu machen. Als er sie nach Boston verschifft, sieht sie nur eine Möglichkeit: als Madame Fifi aus Paris unerkannt, weil schwarzhaarig, wieder nach New York zu kommen. Der Film beeindruckt durch Mae Wests schauspielerische Leistung in dieser Doppelrolle, die herausragenden Nebendarsteller (u.a. Louis Armstrong) und die wunderbaren Roben der Pariser Modemacherin Elsa Schiaparelli.

Donnerstag 14. Oktober 2004, 19 Uhr
"Little Chickadee",
Edward Cline, USA 1939, OmU 83 min
"Every Day´s a Holiday"war Mae Wests letzter Film für die Paramount. Die Zensur-Instanz Hollywoods, der sog. Hayes-Code, der an allen Mae-West-Filmen etwas auszusetzen hatte, begann, ihre Karriere zu gefährden. Um eine ganz neue Richtung einzuschlagen, willigte sie in eine Zusammenarbeit mit dem Komiker W.C. Fields ein. So entstand die legendäre Westernparodie, die an Witz und Charme den frühen Filmen mit Mae West in nichts nachsteht. West und Fields spielen ein in einem Zug von einem falschen Pfarrer getrautes Paar. Doch sie hat ihn nur geheiratet, um zu Geld zu kommen, vom Vollzug der Ehe kann für sie keine Rede sein. Ihr Herz schlägt schon eher für den "Maskierten Banditen", der sie bereits einmal entführt hat.



Mae West Retrospektive
03. - 14. Oktober 2004

Freunde der Deutschen Kinemathek e.V.
Kino Arsenal 1 & 2
im Filmhaus am Potsdamer Platz
10785 Berlin
Tel.: 030-269 55-100
www.fdk-berlin.de

Kultur Beitrag vom 30.09.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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