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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 30.10.2002

Milch der Zärtlichkeit
Anja Kesting

Die Geburt ihres Kindes drängt Christelle in eine schwere Lebenskrise. Sie steht am Rande eines Abgrundes und scheint jeden Bezugspunkt zur Realität verloren zu haben



Getrieben von postnatalen Depressionen flieht Christelle (Marilyne Canto) eines Morgens panisch aus ihrer Wohnung. Lässt ihr Baby zurück. Irrt ziellos herum, versucht zu telefonieren, bekommt kein Wort heraus, bricht schließlich vor der Wohnung ihrer Nachbarin zusammen, die sie findet und aufnimmt.

Hier beginnt die Geschichte von Christelle und Claire. Sehr bald wird Claire klar, dass Christelle auf keinen Fall wieder in ihre Wohnung zurückkehren möchte. Gemeinsam mit ihrem Geliebten Serge (Sergi López) kümmert sich Claire rührend um die verwirrte Christelle.

Zwischen Claire und Christelle entwickelt sich eine intensive Beziehung, die abrupt endet, als Claire ein Glas Milch trinkt, das eigentlich für das Baby vorgesehen war. Angewidert, voller Ekel verlässt Claire die Wohnung, zieht damit Grenzen. Denn Christelle war ihr in Form der Muttermilch zu nahe gekommen. Solche Grenzen muss auch Christelle für sich finden, um ihre Persönlichkeit neu zu entwickeln.

Verzweifelt macht sich der verlassene Ehemann Laurent (Patrick Bruel) auf die Suche nach seiner Frau. Er fährt zu Christelles Familie, besucht gemeinsame Freunde, versucht in ihrer Arbeitsstelle etwas über sie zu erfahren. Doch seine Ehefrau bleibt verschwunden.

Die durch die Wochenbettdepression ausgelöste Flucht bewirkt nicht nur bei Christelle, sondern auch bei ihr nahestehenden Menschen, innezuhalten, nachzudenken und Gefühle zuzulassen. In den 72 Stunden, in denen sie verschwunden ist, steht die Zeit still und es wird klar, dass die Harmonie oftmals trügerisch ist, dass die Suche nach der eigenen Identität auf der Strecke bleibt.

Der Mensch funktioniert, um seinen Mitmenschen zu gefallen.

Unwahrnehmbare Nöte wie diese passieren täglich, doch man spricht nicht darüber. Regisseurin Dominique Cabréra dürfte eine der ersten Filmemacherinnen sein, die eine Frau in den Mittelpunkt rückt, die unter postnataler Depression leidet, ihren Säugling im Stich lässt, weil sie überfordert ist und ihr alles sinnlos erscheint.

Bei der Wahl des Titels für diesen anspruchsvollen und nachdenklichen Film nahm Dominique Cabréra Anleihen bei Shakespeare: Lady MacBeth sagte über ihren Ehemann: "Er ist voll der Milch der menschlichen Zärtlichkeit." Ebenso wie Christelle.



"Le lait de la tendresse humaine"
Französisches Original mit Untertiteln
Kinostart 7. November 2002
Regie Dominique Cabréra
Peripher - Filmverleih im fsk Kino
Segitzdamm 2

Kultur Beitrag vom 30.10.2002 AVIVA-Redaktion 

   




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