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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 03.02.2004

Die Dreigroschenoper in einer Inszenierung von Johanna Schall
Sabine Grunwald

Eine bissige Gesellschaftssatire von Brecht/Weill. 1928 im Theater am Schiffbauerdamm uraufgeführt, hat sie auch bei ihrer Premiere am 31. Januar 2004 nichts von ihrer Aktualität verloren



"Die Dreigroschenoper" war anlässlich ihrer Uraufführung 1928 ein voller Erfolg, der bis heute anhält. Die Moritat von Mackie Messer und der Song der Seeräuber - Jenny sind Evergreens.
Die Brecht-Enkelin Johanna Schall inszeniert die bissige Gesellschaftssatire am Maxim-Gorki-Theater mit bekannten Stars.

Das Musical erzählt von Existenzkampf, Niederlage und Rettung des Londoner Unterweltbosses Macheath, alias Mackie Messer, den seine Schwiegereltern, der Bettlerkönig Peachum und seine Frau Celia, an den Galgen bringen wollen.
Das Milieu setzt sich aus Bettlern, Betrügern, Dirnen und der Polizei zusammen.

Peachum ist zu einigem Reichtum gekommen. Er verkauft Lizenzen mit passendem Outfit.
Der gerissene Gauner hat damit eine Marktlücke entdeckt und sich so ein kleines Imperium aufgebaut.

Polizeichef Brown und Mackie Messer sind alte Busenfreunde aus den Zeiten des Kolonialkrieges. Rechtzeitige Warnungen Brown´s vor bevorstehenden Razzien werden umgehend monetär belohnt. "Das Volk will einen Mörder sehen, der entweder gehenkt oder gekrönt wird." wird in dem Stück lautbar.

Korruption ist nichts Neues und auch heute noch brandaktuell. Während die Handlung nichts von ihrer Brisanz verloren hat, präsentieren sich Kulisse, Kostüme und Musik nostalgisch. Die schräg-stürzenden Kulissen erinnern an den kubistischen Stil Lyonel Feiningers. Eine kleine Reminiszenz an die Gegenwart: Ein Videoscreen für die Intro der Bettler.

Pierre Besson nimmt man den Verführer und König der Diebe Macheath ab. Auch Jörg Schüttauf, bekannt als "Tatort" - Kommissar, spielt den Peachum überzeugend, nur noch übertroffen von Jacqueline Macaulay, seiner Frau Celia Peachum, die als "alte Schnapsdrossel" wahre Körperakrobatik zeigt. Maria Simon, "der Shooting Star 2004" brilliert als Polly Peachum mit Komik und Gesang. Wunderbar gespielt auch das Eifersuchtsdrama zwischen Polly(Maria Simon) und Lucy (Anna Kubin), der Tochter von Tiger-Brown.

Musikalisch begleitet wird die Dreigroschenoper durch die "dreigroschenband" unter der Leitung von Ari Benjamin Meyers.

Die Original Band wurde von Ludwig Rüth (1889-1941) gegründet. Unter dem Namen "Lewis Ruth" schaffte er 1928 mit seiner Band bei der legendären Uraufführung der den musikalischen Rahmen. Als "jazzender Symphoniker" prägte er ein Jahrzehnt lang Jazz und Tanzmusik in Deutschland. 1937 musste er seine Heimat verlassen um seine jüdische Lebensgefährtin heiraten zu können. Er starb 1941 in der Emigration.

Die Handlung basiert auf der "Beggar´s Opera" von John Gay aus dem Jahre 1728. Mit großem Erfolg wurde die bissige Satire auf die englische Gesellschaft 1927 Erfolg neu aufgeführt. Für die deutsche Fassung aktualisierte Brecht die Handlung und arbeitete Texte von Francois Villon und Rudyard Kipling mit ein. Zur Endfassung trug Elisabeth Hauptmann, die damalige Lebensgefährtin Brechts, einen großen Teil bei, sie sorgte für die deutsche Übersetzung. Kurt Weill schrieb die Musik, in der sich Elemente aus Jazz und Tango, Blues und Jahrmarkt-Musik, mit ironischen Seitenhieben auf Oper und Operette, mischten. Lotte Lenya gab ihr legendäres Berlin-Debüt als Spelunken-Jenny in der Uraufführung der Dreigroschenoper, von ihr auch 1930/31 in der G.W.-Pabst-Verfilmung gespielt.
Zwei Mal wurde die "Dreigroschenoper" verfilmt. Jüngst befasste sich Lars von Trier für seinen Film "Dogville" mit dem Stoff. Er ließ sich von der Ballade der Seeräuber-Jenny inspirieren.


Maxim Gorki Theater
Am Festungsgraben
10117 Berlin
Aufführungen im Februar: 05.02.04, 14/15.02.04 und 28.02.04
Jeweils um 19.30 Uhr
Weitere Programminformationen unter
www.gorki.de

Besetzung: Macheath (Pierre Besson), Jonathan Jeremiah Peachum (Jörg Schüttauf), Celia Peachum (Jacqueline Macaulay), Polly Peachum (Maria Simon), Brown (Norman Schenk) Lucy (Anna Kubin), Spelunkenjenny (Ursula Werner), Smith (Andreas Euler), Trauerweidenwalter (Richard Barenberg), Münzmatthias (Christian Mark), Hakenfingerjakob (Eckhart Strehle), Sägerobert (Silvio Hildebrandt), Ede (Horst Fischer), Filch (Dietmar Obst), Huren (Sabine Kasten, Katharina Kummer, Lieko Schulze), die kleine Polly (Nelly Thalbach/Kimberley Holub)


Kultur Beitrag vom 03.02.2004 Sabine Grunwald 

   




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