Der Gabriele Münter Preis wurde am 03.02.2004 zum 4. Mal verliehen - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 03.02.2004

Der Gabriele Münter Preis wurde am 03.02.2004 zum 4. Mal verliehen
Sabine Grunwald

40 ausgewählte Künstlerinnen stellen im Martin-Gropius-Bau bis zum 12. April 2004 aus.
Zu sehen sind Arbeiten der Preisträgerinnen Ulrike Rosenbach, Cornelia Schleime und 38 Finalistinnen



"Deutsche Maler glauben einfach nicht, dass eine Frau wirklich begabt sein könnte..." meldete sich die Namenspatronin des Preises Gabriele Münter zu Wort.

Alle 3 Jahre wird der Gabriele Münter Preis für professionelle Künstlerinnen ab 40 Jahren ausgeschrieben. Damit trägt der Kunstpreis der Tatsache Rechnung, dass Frauen bei hoch dotierten Preisen deutlich unterrepräsentiert sind.
Gängige Kunstpreise und Stipendien sind häufig als Nachwuchspreise mit der Altersgrenze 35 angelegt. Da sich Biographien von Künstlerinnen nicht selten durch künstlerisches Schaffen und Kindererziehung auszeichnen, können sie oft die Vorgaben für Preise und Stipendien nicht erfüllen.

"Willst du einen neuen magischen Ort für dich schaffen, so umreiße diesen Ort mit einem roten Faden." Der rote Faden durchwirkt und vernetzt als symbolische Leitlinie das gesamte Oeuvre von Ulrike Rosenbach. Die Räume, gefüllt mit der Präsenz ihrer Werke und ihrer Person, werden mit einer magischen Aura aufgeladen. Durch den Einsatz von Videotechnik wird das atmosphärische Moment generiert und gesteigert. Ihre Arbeit kreist um die Themen Energie, Transformation, Natur und Geschlecht. Ulrike Rosenbachs Sujets waren und sind immer wieder –meist weibliche- Gestalten aus Mythologie, Literatur, Religion und Kunst- und Kulturgeschichte.
Sprache, Geräusche, Musik, Lichtregie bereichern ihre Performances. Kombinierte und choreographierte Bewegungselemente sowie der Tanz sind wesentliche Elemente in ihren Arbeiten. Die Beschäftigung mit Mythen und fernöstlicher Spiritualität mündet in poetischen Inszenierungen über Ganzheitlichkeit und die Auflösung der Geschlechtergrenzen.
Ihre aktuelle Installation "Last Call für Engel" (1996) zeigt eine riesige schwarze Silhouette einer Engelfrau, am Boden gehalten durch rote Videokabel. Durch diese elektronisch gespeicherten Lebensadern bewegen sich die Energieströme zu den Monitoren und generieren Videobilder von himmlischen Spähren und vom Fliegen, begleitet von meditativen Trommeln. Der letzte Aufruf für Engel verweist auf die Energie zur Veränderung, die in uns allen schlummert.

Ulrike Rosenbach, 1943 in Westdeutschland geboren – steht für die Entwicklung der Videokunst in Deutschland. In einem drei Jahrzehnte umfassenden Arbeitsprozess beschäftigte sie sich mit den Medien Video, Performance, Fotografie und Installation. Im Zentrum ihres Werkes steht immer wieder die Auseinandersetzung mit dem weiblichen Rollenbild. Als Begründerin der "Schule für kreativen Feminismus" in den 70er Jahren und durch ihre Pionierarbeit im Bereich der Medienkunst ist sie ein Vorbild für nachfolgende Generationen.

Cornelia Schleimes Bilder sind sinnlich und ausdrucksstark. Die gezeigten großformatigen Werke konzentrieren sich auf das Individuum, zeigen Kinder und Heranwachsende.
Die Darstellung der 8 Halbwüchsigen in Matrosenhemden "Ein Schiff wird kommen"" (1999) kreist um die melancholische Sehnsucht nach der verlorenen Kindheit. Das Gefühl zwischen Anpassung und verborgenem Aufbegehren, thematisiert im Tryptichon "Unsere Besten" (2002) ist eine wichtige Facette dieser Auseinandersetzung. Ordentlich und brav sitzen sie auf der Schulbank, bereit, das zu tun, was von ihnen verlangt wird. Die Darstellung ist ernst und ironisch zugleich.
Bis heute ist die Zeichnung Grundgerüst ihrer Malerei.
Parallel zu den großen Arbeiten entstehen Aquarelle und farbige Tuschzeichnungen auf Bütten oder Papyrus. Hier entfaltet die Künstlerin das ganze Spektrum ihrer Phantasie. Poetisches steht neben Skurrilem, Ironisches neben Surrealem.

Cornelia Schleime, 1953 in Ostdeutschland geboren – hat die Malerei als traditionelles künstlerisches Ausdrucksmittel auf unverwechselbare Weise vitalisiert. Mit Ironie, Witz, Übertreibung und Verfremdung versteht sie es immer wieder aus Neue, Inhalte zu hinterfragen und Gesellschaftskritik zu üben. Ihre Bilder und Zeichnungen strahlen Kraft und Stärke als auch Zartheit und Zerbrechlichkeit aus. Durch die Art ihrer künstlerischen Gestaltung stellt sie weibliche und männliche Rollenbilder in Frage.

1.284 Künstlerinnen bewarben sich 2004 für den Preis.
Die bisherigen Preisträgerinnen waren die Malerin Rune Mields (2000), die Multimedia-Künstlerin Valie Export (1997) und die Installationskünstlerinnen Thea Richter und Gudrun Wassermann (1994).

Die deutsche Malerin Gabriele Münter (1877-1962) wurde durch ihre Zugehörigkeit zu der Künstlergemeinschaft „Blauer Reiter“ bekannt. Sie gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der Klassischen Moderne und war maßgeblich an der Entwicklung der abstrakten Malerei beteiligt.

AVIVA-TiPP: Eine phantastische Ausstellung von, nicht nur für Frauen – sehenswert!!

Ausstellungsorte:
Martin-Gropius-Bau Berlin

Niederkirchnerstraße 7/ Ecke Stresemannstr. 110
10963 Berlin
Telefon: (030) 254 86-0
Eintritt: € 4/ ermäßigt € 2, Familienkarte € 8
Öffnungszeiten: täglich 10.00 – 20.00 Uhr, außer Dienstag
Ausstellungsdauer:
4. Februar - 12. April 2004
http://www.gropiusbau.de

Frauenmuseum in Bonn
12. September – 20. November 2004
www.frauenmuseum.de


Kultur Beitrag vom 03.02.2004 Sabine Grunwald 

   




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