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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.04.2004

Hidalgo. 3000 Meilen zum Ruhm
Anne Winkel

Ein actionreicher "Eastern" mit der Atmosphäre einer Western-Zigarettenwerbung. Wieder in einer Hollywoodproduktion zu sehen: Altstar Omar Sharif. Sowie: Louise Lombard als verführerische Intrigantin



Ein Mann und sein Pferd - Das ist, knapp gesagt, der Inhalt des neuen Films mit "Herr der Ringe"-Star Viggo Mortensen. auf den Punkt gebracht.
Wir schreiben das Jahr 1890. Der Kurierreiter Frank Hopkins (Viggo Mortensen) lebt zwischen der Kultur der IndianerInnen und der Welt der weißen SiedlerInnen. Er ist der Sohn einer Häuptlingstochter und eines Armee-Scouts. Als Hopkins eines Tages Zeuge der Ermordung von befreundeten Sioux-Indianern wird, fällt er "in ein tiefes Loch". Nur mit Alkohol kann er seine Erinnerung verdrängen. Hopkins wird Darsteller in einer Buffalo Bill Show, die Massaker an Indianern als "Triumph der Zivilisation" abbildet. Sein ständiger Begleiter ist das gefleckte Pferd Hidalgo.

Der Mustang Hidalgo gilt als das ausdauerndste Pferd der Welt. Selbst in Saudi-Arabien kennt man den stolzen Amerikaner und seinen treuen Hidalgo. Scheich Riyadh von Arabien (Omar Sharif) lädt Hopkins ein, mit seinem Pferd an einem legendären Wüstenrennen über 3000 Meilen hinweg teilzunehmen. Der Scheich möchte zeigen, dass auch Hopkins Pferd Hidalgo nicht in der Lage ist, den "sagenumwobenen Araberhengst" Al Hatah zu schlagen.

Für Frank und Hidalgo beginnt ein exotisches Abenteuer mit zahlreichen Gefahren. Auf das unzertrennliche Mensch-Tier-Gespann warten Tücken der Natur, menschliche Intrigen, sowie eine orientalische Schönheit. Die geheimnisvolle Jazira (Zuleikha Robinson), "intelligente Tochter des Scheichs", würde nur zu gerne selbst am Rennen teilnehmen.

"Hidalgo. 3000 Meilen zum Ruhm" beruht auf der wahren Geschichte des Cowboys Hopkins, der ein "berühmtes indianisches Pony namens Hidalgo ritt". Drehbuchautor John Fusco stieß vor über 15 Jahren auf diese Historie, als er über den amerikanischen Westen, die indianische Kultur und ihre Pferde recherchierte.

Der Film ist eine klassische Heldenreise, die sich Regisseur Joe Johnston als "Action-Abenteuer im Stil der Klassiker aus den 40ern und 50ern" vorgestellt hat - "eine mitreißende Geschichte in der sich großes Drama, unglaubliche Action, exotische Schauplätze und natürlich ein toller Held finden".

Nicht selten haftet dem Film die Atmosphäre einer bekannten Westernheldimage-Zigarettenwerbung an: Der einsame Cowboy reitet dem Sonnenuntergang entgegen. Wer den Plot als zu simpel gestrickt empfindet, könnte durch großartige Landschaftsaufnahmen entschädigt werden, die eine surreale Aura ausstrahlen. Jedoch wurden die "Bilder noch niemals auf der Leinwand gesehener Schauplätze (...) nicht mit Zauberei erzielt". Gedreht wurde unter anderem in Montana, Marokko, South Dakota und Kalifornien. Untermalt wird diese visuell-ferne Welt von orientalischen Klängen.

AVIVA-Tipp: "Hidalgo" ist weniger wegen eines tiefschürfenden Inhalts zu genießen. Identitätsschwierigkeiten eines Lebens zwischen den Kulturen und Gewissensfragen des Protagonisten Hopkins werden nur an der Oberfläche behandelt. Wer aber Pferde liebt, beeindruckende Landschaftsbilder schätzt oder charismatisch-arrogante Helden bewundert, wird diesen Film durchaus mögen.




Hidalgo. 3000 Meilen zum Ruhm
USA 2003
Regie: Joe Johnston
Drehbuch: John Fusco
DarstellerInnen: Viggo Mortensen, Omar Sharif, Zuleikha Robinson, Adam Alexi-Malle, Louise Lombard, Said Taghmaoui
Musik: James Newton Howard
Kinostart: 8. April 2004


Kultur Beitrag vom 06.04.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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