Marguerite Duras Retrospektive - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Regina Schmeken. Blutiger Boden Poryes 2017 Happy End
Aviva-Berlin > Kultur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.04.2004

Marguerite Duras Retrospektive
Sabine Grunwald

Das Kino Arsenal und die Freunde der Deutschen Kinemathek e.V. zeigen vom 14. April - 13. Mai 2004 Filme der großen französischen Autorin und Filmemacherin



Marguerite Duras, eine der herausragendsten französischen Autorinnen und Filmemacherinnen des 20. Jahrhunderts wäre am 4. April 2004 neunzig Jahre alt geworden. In den Jahren 1966 bis 1985 realisierte sie siebzehn Filme nach eigenen Drehbüchern.
Mit einer Retrospektive, die elf Programme umfasst, präsentiert das Kino Arsenal 1&2 und die Freunde der Deutschen Kinemathek e.V. das kinematographische Werk der 1996 in Paris verstorbenen Regisseurin.

Die Filme der Duras fordern von den ZuschauerInnen Unvoreingenommenheit und Imaginationsbereitschaft. Ihre Absicht war es, filmische Gewohnheiten aufzubrechen und damit die Erwartungshaltung der ZuschauerInnen zu unterwandern. Ihre Filme sind radikale Herausforderungen des konventionellen Kinos mit seinem Hang zum Geschichtenerzählen. Sie sind entschiedene Gegen-Entwürfe zum Kino - formal, inhaltlich und politisch.

Marguerite Duras demontierte und reduzierte die Filmsprache auf wenige, essentielle Momente und einfachste Elemente. Ihre Filme gleichen oft Meditationen oder Beschwörungen, in denen die Bilder wie aufgeladen durch die Kraft des Wortes erscheinen. Die Texte ihrer Filme werden häufig von Marguerite Duras selbst gesprochen und zeichnen sich durch Einfachheit und Dichte, aber auch durch eine introspektive und mystische Dimension aus, die alle ihre Texte bestimmen.

India SongZum Programm:
Mittwoch, 14.4., 19.00 Uhr und Donnerstag, 15.4., 19.30 Uhr
India Song
Marguerite Duras
F 1974/OmE/120 min

Zwei weibliche Stimmen erzählen von den ausweglosen Liebesgeschichten zweier Frauen. Der Frau des französischen Botschafters in Indien, Anne-Marie Stretter, und von einer indischen Bettlerin, die auf der Suche nach Nahrung die Gärten der Botschaften durchstreift. Beide finden zur gleichen Zeit, am gleichen Ort den Tod. Die Erinnerungen der beiden Erzählenden werden durch Bilder der schönen Diplomatengattin komplementiert. Delphine Seyrig in einer ihrer bemerkenswertesten Rollen, eine Freitreppe hinabschreitend. "Durch sein Zeitlupentempo hat der Film etwas Fotografisches, durch seine Musik, sein Stimmengewirr etwas Opernhaftes. India Song ist Melodie und Stimmung, Nachruf und Enquête, Poem des Begehrens und Polyphonie des `On dit´." (Marianne Karbe)

Samstag, 17.4. 2004 19.00 Uhr
Des Journées entiers dans les Arbres (Ganze Tage in den Bäumen)
Marguerite Duras
F 1977/OmÜb/95min

In Duras´ Bearbeitung ihres gleichnamigen Bühnenstücks kehrt eine exzentrische alte Dame aus einer Kolonie nach Paris zurück. Vor ihrem Tode möchte sie ihren verlorenen Sohn noch einmal sehen und ihn zum Geschäftsimperium der Familie zurücklocken. "Unter der Oberfläche des Films findet sich eine ätzend scharfe Anklage gegen den Kolonialismus und eine Rasse von Gangstern, die nur noch Parasiten hervorbringt und ihrem unvermeidlichen Untergang entgegeneilt." (Jan Dawson)

Sonntag, 18.4., 19.00 Uhr und Freitag, 23.4., 21.00 Uhr
Le Camion Der Lastwagen
Marguerite Duras
F 1977/OmÜb/120min

Le Camion besteht im Wesentlichen aus der Erzählung eines möglichen Films. Marguerite Duras sitzt mit Gérard Depardieu in einem Zimmer, beide unterhalten sich anhand eines Manuskripts über einen Film, der von einem Lastwagen, einem Lastwagenfahrer und einer Frau handeln könnte.
"Was Marguerite Duras mit Le Camion gelang, ist, mit dem Kino dem Text zuvorzukommen: "Man soll sehen, was ich höre, wenn ich schreibe." Die Wand der Repräsentation ist damit so gut wie überwunden," (Frieda Grafe).

Mittwoch, 20.4.,21.00 Uhr
La Couleur des Mots. Die Farbe der Worte.
Jerôme Beaujour, Jean Mascaolo
F 1984/OmE/63min
Zu Gast: Jean Mascolo

Zahlreiche Gespräche zwischen Marguerite Duras und dem französischen Schriftsteller und Essayisten Dominique Noguez. Auf der Basis dieser Gespräche entstanden unter der Regie von Jean Mascolo und Jérôme Beaujour verschiedene Dokumentarfilme. Aus der Serie dieser Dokumentarfilme sehen Sie "La Couleur des Mots".

Dienstag, 21.4., 19.00 Uhr und Freitag., 30.4., 19.00 Uhr
Les Enfants
Marguerite Duras
F 1984/OmÜb/94min Mit anschließender Diskussion
Zu Gast: Jean-Marc Turine und Jean Mascolo, Moderation: Lars Henrik Gass

Das Drehbuch zum Film über den siebenjährigen Ernesto, der nicht mehr zur Schule gehen will, entstand in Zusammenarbeit mit Jean-Marc Turine und Jean Mascolo. Der kleine Ernesto, der aussieht wie ein Vierzigjähriger, begründet sein Verhalten so: "Es lohnt sich nicht. Ich will nicht lernen, was ich nicht weiß." Obwohl er das Wissen aller Schulklassen auf dem Schulhof aufschnappt und im Schnellgang die Universität durchläuft, erregt dieser Satz bald die Aufmerksamkeit ganz Frankreichs.

Samstag, 24.4., 19.30 Uhr und Sonntag., 25.4., 19.00 Uhr
Cesarée Les Mains negatives Aurelia Steiner Melbourne Aurelia Steiner Cesarée
Marguerite Duras 1979/OmÜb/97min

"Diese Filme sind zunächst und vor allem die Stimme von Marguerite Duras selbst: sie beschwört Bérénice, die Ausgestoßene aus Cäsarea, die nicht genannte (Cesarée), sie macht sich den tausendjährigen Schrei der Liebe zu eigen (Les Mains negatives) oder den verlorenen Ruf eines jüdischen Mädchens aus Melbourne (Aurelia Steiner). Marguerite Duras erfindet neue Beziehungen zwischen Bild und Ton." (Dominique Noquez)

Dienstag., 27.4., 19.00 Uhr und Mittwoch., 28.4., 19.30 Uhr
Hiroshima mon Amour
Alain Resnais Frankreich/Japan 1959/OmE/68min

Die zweite Verfilmung eines Stoffes von Marguerite Duras und Alain Resnais´ erster Spielfilm. Während der Dreharbeiten zu einem Antikriegsfilm begegnen sich in Hiroshima eine französische Schauspielerin und ein japanischer Architekt. Die sich entwickelnde kurze Liebesbeziehung wird zur Rückerinnerung an das Kriegsende in Japan und in Frankreich sowie zu einer Reflexion über das Vergessen. "Alles, was Resnais sagte, war: "Schreibe Literatur, schreibe, als ob du einen Roman schriebest. Kümmere dich nicht um mich. Vergiss die Kamera." Seine Idee war, mein Szenario zu filmen, wie ein Komponist ein Stück in Musik setzt - wie es Debussy mit "Pelléas und Mélisande" getan hat." (Marguerite Duras).

Die Retrospektive wird im Mai 2004 fortgesetzt.
Anlässlich der Retrospektive werden im roten Foyer einige Szenenfotos aus den Filmen von Marguerite Duras gezeigt. Die Fotos stammen aus der privaten Kollektion von Jean Mascolo und werden für die Dauer der Filmreihe freundlicherweise von ihm zur Verfügung gestellt.


Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Bureau du Cinéma.
Ort:
Filmhaus am Potsdamer Platz

10785 Berlin
Dauer der Retrospektive:
14. April - 13. Mai 2004

Weitere Informationen im Netz finden Sie unter:
www.fdk-berlin.de


Kultur Beitrag vom 06.04.2004 Sabine Grunwald 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken