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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 12.04.2004

Birkenau und Rosenfeld. Ein Film von Marceline Loridan-Ivens
Sabine Grunwald

Eindrucksvolle Bilder und eine großartige Darstellerin zeichnen einen Film aus, der eine Botschaft der Hoffnung und eine Vision der Versöhnung in unserer Welt ist. Kinostart: 15. April 2004



Paris. Die Filmemacherin und Reporterin Myriam Rosenfeld (Anouk Aimée), nimmt an einem Treffen von KZ-Überlebenden teil. Sie ist tief bewegt als sie einige ihrer Leidensgenossinnen wiedersieht.

Bei der Zusammenkunft wird geredet, gelacht, geweint. Myriam gewinnt bei der Lotterie den Hauptpreis - ein Fahrrad und ein Flugticket nach Krakau.

Damit fährt sie nach Birkenau, eine Reise, die sie ganz bewusst alleine antritt. Als sie das KZ betritt, werden Emotionen freigesetzt, die sie lange verdrängt hat:

Ihr Vater, mit dem sie als 14jährige ins KZ kam, hat nicht überlebt. Wie die meisten anderen auch, die mit Myriam zwei Jahre in diesem Inferno verbracht haben. Erinnerungen kehren zurück und werden lebendig, als sie ihre ehemalige Baracke, ja selbst ihre Pritsche wiederfindet.

Am frühen Morgen setzt sie die einsame Erkundung Birkenaus fort und trifft auf einen jungen deutschen Fotografen namens Oskar (August Diehl). Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, "das Unsichtbare zu zeigen", das sich in den Ruinen des KZs verbirgt. Oskar bittet sie, ihm dabei zu helfen, die Spuren zu entschlüsseln. Myriam sträubt sich zuerst und ist außer sich, als sie erfährt, dass der junge Fotograf der Enkel eines SS-Schergen ist.

Aber angesichts der rührenden Beharrlichkeit des jungen Mannes, gibt sie schließlich seiner Bitte nach. Gemeinsam durchstreifen sie das KZ - die Baracken, die Gaskammern und die Verbrennungsöfen...

Schließlich kommen sie an einen der schrecklichsten Orte des Lagers: die Ruinen der Krematorien, wo Millionen Menschen nach ihrer Ermordung in den Gaskammern verbrannt wurden. Myriam erzählt Oskar von dem Geheimnis, das ihr keine Ruhe lässt: Sie war an der Aushebung von Gruben beteiligt, in denen Leichen verbrannt wurden, als die Öfen nicht ausreichten. Myriams Erinnerung an dieses Ereignis ist jedoch lückenhaft.


Die Regisseurin und Drehbuchautorin Marceline Loridan-Ivens rekonstruiert in ihrem Werk die Geschichte ihrer eigenen Deportation nach Auschwitz. Marceline Loridan-Ivens, geborene Rozenberg ist Jahrgang1928. Zwischen 1940 und 1943 leben die Rozenbergs in einem kleinen provenzalischen Dorf im Vancluse. Während dieser Zeit ist die gesamte Familie in der Résistance aktiv. Sie und ihr Vater werden von der französischen Polizei und der Gestapo verhaftet. Nach Gefangenschaft in Avignon und Marseille weist man sie in ein Sammellager in die Nähe von Paris ein. Von dort aus erfolgt die Deportation nach Auschwitz-Birkenau. Im Juli 1945 kehrt sie nach Frankreich zurück - ohne den Vater.

"Als Künstlerin weiß ich heute, dass ich trotz meiner schrecklichen Angst, dass es mir vielleicht doch an den nötigen Fähigkeiten mangelt, einfach dazu verpflichtet bin, mich zu Wort zu melden und mich mit meiner Stimme in den Chor derer einzureihen, die den Mut haben zu sprechen, bevor mit dem Verschwinden des letzten Überlebenden die Konzentrationslager endgültig in den Bereich der Historie eintauchen - oder in die Nebel des Vergessens." (Marceline Loridan-Ivens)

Marceline Loridan-Ivens erhielt den Bernhard Wicki Filmpreis - "Die Brücke 2003" für ihre bewegende filmische Reise in die eigene und in die deutsche Vergangenheit "Birkenau und Rosenfeld". Der Preis, dotiert mit 25.000 Euro, würdigt FilmemacherInnen und künstlerische Arbeiten, die Brücken schlagen, wo andere Gräben aufreißen. Die Hauptdarstellerin Anouk Aimée wurde für ihre herausragende schauspielerische Leistung mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Der Film zeigt den Kampf einer Überlebenden gegen die Erinnerung, die alles Entsetzliche wieder auferstehen lässt. Aber auch das Verlangen nach Erlösung, das dieser Prozess bewirken könnte.




Birkenau und Rosenfeld
La petite prairie aux bouleaux
Frankreich 2002, eine französisch-deutsch-polnische Koproduktion
Kinostart: 15. April 2004
Regie und Buch: Marceline Loridan-Ivens
Länge: 90 Minuten
DarstellerInnen: Anouk Aimée, August Diehl, Marilu Marini, Claire Maurier, Zbigniew Zamachowski
Verleih: academy-films


Kultur Beitrag vom 12.04.2004 Sabine Grunwald 

   




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