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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 13.05.2004

Befreite Zone
Tatjana Zilg

Aufschwung Ost und der Traum von Glück, Liebe, Geld: Scheinbar dreht sich in Sässlen alles um Fußball. Aber im Stillen sucht jeder nach seinen eigenen privaten Aufstieg. Auch die Sekretärin Sylvia



Sylvia Kubicek (Johanna Klante) ist in dem kleinen Dorf Sässlen in Brandenburg aufgewachsen. Noch wohnt sie bei ihren Eltern. Gemeinsam mit ihrem Freund Micha Resser (Florian Lukas) träumt sie von einem luxuriösen Haus und vielen Kindern. Beide arbeiten in der Baufirma von Michas Vater: Sylvia als Sekretärin, Micha als Handwerker. Ihre Welt scheint intakt zu sein. Nur der Blick zu ihrer besten Freundin trübt ihr Idyll: Kerstin (Annett Renneberg) ist unglücklich. Sie hatte vor kurzem ihren Freund bei einem schweren Autounfall verloren. Kurz zuvor hat sie mit ihm wegen seiner Eifersucht Schluss gemacht.

Da begegnet Sylvia Ade Banjo (Michael Ojake). Er fuhr ihr in das Auto, als sie wegen eines Blitzers abrupt bremste. Ade Banjo ist schwarz. Sehr auffällig wirkt er in der ostdeutschen Umgebung. Doch dann passiert das Unerwartete. Sofort gesellt sich ein Dorfbewohner zu dem Unfallgeschädigten und bietet ihm an, seine völlige Unschuld zu bestätigen. Auch die kurz darauf eintreffende Polizei ist schnell davon überzeugt, dass nur die blonde hübsche Sylvia fahrlässig gehandelt hat. Aufgeregt wie Teenager fotografieren sie Ade. Denn Ade mit dem Spitznamen "Blondi" ist der lokale Fußballstar: Dank seiner tänzerischen Ballkunst steht dem Sässler Fußballclub der Aufstieg in die zweite Liga bevor.

Dies ist die Ausgangssituation für zahlreiche Verwicklungen, die, leicht zynisch, aber sehr humorvoll die optimistische Zeit in der ostdeutschen Provinz Anfang der neunziger Jahre und den abrupten Zusammensturz kurz darauf wiederspiegelt. Der größte Gewinner wird Ade Banjo: Kurz vor dem Finalspiel wird der Spieler des kleinen Lokalvereins von FC Bayern München gekauft. Er erhält sehr günstige Konditionen für seine Übersiedlung in das reiche München. Davor hat er ohne großes Zutun eine heftige Affäre mit Sylvia, deren heile Welt ins Wanken geriet, nachdem sie erfuhr, dass Micha mit Kerstin schläft. Aber auch sie gewinnt: Obwohl Ade sie nicht nach München mitnimmt und sie Micha heiratet, bleibt ihre Welt verändert. Ihr erster Sohn ist von Ade. Das Fremde wird zum Vertrauten, ihr Blick ist offen und erweitert.

Die Stärke des Films liegt in der Portraitierung der einzelnen ProtagonistInnen, nicht nur der jungen Leute, sondern auch deren Eltern: Der erfolglose Staubsaugervertreter Rolf Kubicek, seine Frau Bärbel, Lehrerin, die mit einem Kollegen "einfach so" schläft, der Bauunternehmer Otto Resser, der aufgrund von prahlerischen Fehlplanungen Konkurs geht, dessen Frau Inge. Sehr menschlich werden sie in all ihren Stärken und Schwächen, Träumen, Hoffnungen und Fehltritten nachgezeichnet.

Der Regisseur Norbert Baumgarten wurde 1973 in Bautzen geboren. Seit 1992 arbeitete er in Berlin beim Film in den unterschiedlichsten Bereichen vom Produktionsfahrer bis zum Regieassistenten. Nebenbei realisierte er erste eigene Filmprojekte. Im Herbst 1997 begann er an der HFF Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg zu studieren. "Befreite Zone" ist seine Abschlussarbeit für die Filmhochschule.

Aviva-Tipp: Die komödiantische Satire berührt aufgrund der unerwarteten Brüche im Handeln der ProtagonistInnen. Zugleich werden Vorurteile dekonstruiert und neu eingesetzt, was zur Reflektion alltäglicher Klischeebilder anregen kann.


Befreite Zone
Kinostart: 13.05.2004
Deutschland 2003, 93 Minuten
Regie und Drehbuch: Norbert Baumgarten
Kamera: Christine A. Maier
DarstellerInnen: Johanna Klante, Florian Lukas, Anett Renneberg, Michael Ojake, Jacob Matschenz, Daniela Hoffmann, Axel Prahl, Hilmar Eichhorn, Marie Gruber


Kultur Beitrag vom 13.05.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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