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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 28.11.2004

Vergiss mein nicht - Eternal Sunshine of the Spotless Mind
Anne Winkel

Was geschieht, wenn sich nicht länger erwünschte Erinnerungen einfach aus dem Gedächtnis löschen lassen? Mit Jim Carrey und Kate Winslet. Drehbuch von Charlie Kaufman. DVD- Verkaufsstart: 02.12.04



Joel Barish (Jim Carrey) wird von seiner impulsiven Freundin Clementine Kruczynski (Kate Winslet) verlassen. Während Joel unter der Trennung leidet, scheint Clementine, die ihre "Persönlichkeit mit der Haarfarbe aufpinselt" ihn gar nicht mehr zu kennen. Joel ist verzweifelt und wendet sich an seine Freunde Rob (David Cross) und Carrie (Jane Adams). Das befreundete Paar hat Mitleid mit Joel und zeigt ihm eine geheime Mitteilung der Firma Lacuna Inc. In sachlichem Ton beinhaltet diese Notiz die Information, dass Clementine ihren Freund Joel aus dem Gedächtnis eliminieren ließ.

Und so beschließt auch Joel, die Erinnerungen an Clementine von Dr. Mierzwiak (Tom Wilkinson) löschen zu lassen. Im Laufe des Verfahrens durchlebt Joel alle gemeinsamen Momente mit Clementine noch einmal. Ihm wird klar, dass er mit seinem Entschluss zur vollständigen Auslöschung einen Fehler begangen hat. Er versucht, vor der Technik zu fliehen und Clementine an einen sicheren Ort seines Gehirns zu bringen.

"Vergiss mein nicht" vereinigt Elemente von Komödie, Tragödie und Science-Fiction in einem Film. Gezeigt wird, was mit moderner Hirnforschung in Zukunft möglich sein könnte. Gefragt wird aber auch, was Erinnerungen eigentlich bedeuten - sowohl positive als auch negative. Und was passiert, wenn dem Menschen ein Abschnitt seines Lebens plötzlich fehlt? An der Oberfläche ist "Vergiss mein nicht" eine Komödie. Zurück bleibt aber dennoch ein eher beklemmendes Gefühl über die Chancen und Gefahren moderner Medizin.

Zu Beginn des Films macht sich Staunen über den Einfallsreichtum von Drehbuchautor Kaufman ("Being John Malkovich", 1999, "Adaption", 2002) breit. Voller Bewunderung erkennt man zunehmend die Bedeutung der Anfangsszene und beginnt die verschrobenen Charaktere zu verstehen. Faszinierend ist die Überlegung, welche Konsequenzen die Löschung einiger Schlüsselpartikel des Gedächtnisses aus einer spontanen Laune heraus hat. Man fragt sich, was hier eigentlich noch real ist und was sich nur in Gedanken abspielt. Was ist Vergangenheit, was Gegenwart und was Zukunft? In dieser Dimension erinnert "Vergiss mein nicht" an "Vanilla Sky" (Cameron Crowe, USA 2001).

Umgesetzt wurde die ideenreiche Drehbuchvorlage von Musikclipregisseur Michel Gondry (u. a. für Björk: "Joga", "Bachelorette"). Die Erinnerungen und Gedankensprünge Joels werden bildlich 1:1 umgesetzt: Mit den verlorengehenden Erinnerungen zerfallen auch die Bildinhalte: Häuser stürzen ein, Gesichter verschwimmen bis zur Unkenntlichkeit. Gondry versteht es, realen Landschaften plötzlich beängstigend surreale Züge zu geben. Leider konnte Carrey auch in diesem Film nicht völlig von seiner Grimassen"kunst" befreit werden. Als auf Kindergröße geschrumpfter Joel bieten sich einige Gelegenheiten zum Rumblödeln.

Einziger Schwachpunkt des Films ist, am Ende zu offensiv die Erzählstränge zu entwirren. Da sich spätestens gegen Mitte des Filmes die Bedeutung der ersten Szene klärt, wäre eine derartig plakative Enträtselung nicht nötig gewesen. Sie entbindet die ZuschauerInnen nur von ihrem Stolz, die Details, die zur Auflösung beitragen, eigenständig entdeckt zu haben, und macht einen positiv verwirrenden Restzweifel zunichte. Dennoch bleibt eine berührende und erschütternde Wirkung des Films bestehen.

AVIVA-Tipp: "Vergiss mein nicht" wirft philosophische, wissenschaftliche, gesellschaftliche und emotionale Fragen auf - auch nach Verlassen des Kinosaals. Wozu braucht der Mensch Erinnerungen? Und was passiert, wenn Teile des Gedächtnisses nach Belieben gelöscht werden können? Was geschieht, "wenn du jemanden kennenlernst, nur um am Ende festzustellen, dass die Person dir völlig fremd ist" (Joel zu Clementine)?


Vergiss mein nicht
Originaltitel: Eternal Sunshine of the Spotless Mind
USA 2003, Länge 115 Minuten
Regie: Michel Gondry
Drehbuch: Charlie Kaufman
DarstellerInnen: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Elijah Wood, Mark Ruffalo, Tom Wilkinson
Kinostart: 20. Mai 2004
www.vergiss-mein-nicht.film.de

DVD-Verkaufsstart: 02.12.2004
DVD-Verleihstart: 07.12.2004
DVD-Infos:
Bildformat: 16:9, Tonformat: Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch Dolby
Digital 5.1, Deutsche UT möglich, FSK: ab 12 Jahren beantragt, Länge: ca.108 Min.
DVD-Extras: DarstellerInnen-Infos, Making-Of VERGISS MEIN NICHT!, Im Gespräch mit Jim Carrey & Michel Gondry, Polyphonic Spree "Light & Day" Musikvideo, "Lacuna" Werbespot, Deleted Scenes, Audiokommentar von Michel Gondry (Regie) und Charlie Kaufman (Drehbuch).


Kultur Beitrag vom 28.11.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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