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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 21.05.2004

Henri Cartier-Bresson bis zum 15.08.04 im Martin-Gropius-Bau
Sabine Grunwald

Die Bibliothèque nationale de France ehrte den "Jahrhundertfotografen" durch eine große Retrospektive, die ab Mai für 3 Monate in Berlin zu sehen ist



"Letztendlich interessiert mich das Foto selbst überhaupt nicht. Das einzige, was ich will, ist, einen Sekundenbruchteil der Wirklichkeit festzuhalten." äußerte sich Henri Cartier-Bresson. Seine Momentaufnahmen sind Meisterwerke der Fotografie. Sie überzeugen durch ihre Einheit von Rhythmus, Linie, Formen, Licht, Schatten und der Geschichte, die das Bild erzählt.
Die Bilder des Künstlers sind ein Zeitzeugnis des 20. Jahrhunderts. Mit all seinen sozialen, politischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Umwälzungen.
Die Ausstellung umfasst mehr als 350 Werke und ist eine Hommage an einen Menschen, der sein großes Interesse an Gesichtern künstlerisch umsetzte und sie zu Zeitdokumenten machte.
Seine Bilder sind so ausdrucksstark, dass sie zu Ikonen wurden. Sie zeigen Momente wie die Einäscherung Ghandis, ein völlig verwandeltes New York, Sowjetrussland erstarrt unter politischer Macht, China im Konflikt zwischen den Nationalisten und Kommunisten, die letzten Momente Indiens unter britischer Herrschaft. Aber auch Impressionen großer Persönlichkeiten aus Politik und Literatur und Kunst. Matisse mit Turban, Giacometti in seinem Atelier, Faulkner mit Hund....
"Der Augenblick, in dem Cartier-Bresson den Auslöser betätigt, ist der Moment, da Hoffnung und Verzweiflung aufeinandertreffen und eine die andere erhellt. Diesem Zusammenprall entspringt das Pathos seiner Bilder. Und was sich in diesem Moment instinktiv erkennen lässt, ist jener herrliche Glaube, der jeder Kunst irgendwo innewohnt", beschied Arthur Miller.
Henri Cartier-Bresson hegte schon sehr früh eine Abneigung gegen alles, was bürgerliche Werte symbolisierte. Eher konnte er sich ein Künstlerdasein vorstellen. Er begeisterte sich für die Literatur und war in der Malerei den Kubisten und Surrealisten zugetan. Hier fand er auch eine Bestätigung für seine Verachtung gegenüber jeder Art ideologischer Machtausübung.

Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre erwarb er die Grundkenntnisse für seine eigene Auseinandersetzung mit visuellen Kompositionen. In der Malerei, der Zeichnung, dem Film und der Photographie.
Ein einjähriger Aufenthalt an der afrikanischen Elfenbeinküste legte den Grundstein für seine Faszination, unbemerkt mit der Kamera an den Sitten und Gebräuchen von Menschen anderer Kulturen teilhaben zu können. Nach Afrika bereiste er Deutschland, Polen und Ungarn. 1933 hält er sich in Spanien auf und 1934 reist er nach Mexiko. Danach lernt er in New York bei Paul Strand den Umgang mit der Filmkamera. 1936 kehrt er nach Frankreich zurück und liebäugelt als Antifaschist mit den Ideen des Kommunismus, ohne sich parteipolitisch zu binden. Zu Beginn des 2. Weltkrieges wird er in den Filmdienst der Armee eingezogen und gerät in deutsche Kriegsgefangenschaft. 1943 gelingt es ihm bei einem 3. Fluchtversuch, sich in eine französische Untergrundbewegung zu retten.
1946 wird er Berufsphotograph und verfolgt als Photojournalist weltweit das politische Geschehen. 1947 gründet er mit den Kollegen Robert Capa, George Rodger und David Seymour die Photographenkooperative "Magnum".

In den Jahren und Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg bereiste er vorwiegend den fernen Osten und Länder wie Indien, Pakistan, Burma und Indonesien, die um ihre Unabhängigkeit kämpften. China bereist er kurz vor der Machtübernahme Mao Tsetungs.
Auf diesen Reisen entstanden photographische Kompositionen, die nicht auf ein zentrales Ereignis oder eine einzelne Person fokussiert waren. Wir sehen Begebenheiten, in denen die Masse Mensch als Protagonist ähnlich den Filmen Eisensteins auftritt, schreibt Elisabeth Moortgat.
In der Ausstellung sind weiter zahlreiche private Photographien, Filme, die HCB drehte oder in denen er mitwirkte zu sehen. Daneben sind Zeichnungen des Künstlers ausgestellt.

Henri Cartier-Bresson, 1908 geboren, studierte Malerei, ehe er sich 1931 der Fotografie zu wandte. Mit seiner Leica reiste er um die Welt. 1947 war er Mitbegründer der legendären Fotoagentur Magnum. 1974 legte er die Kamera beiseite und widmete sich der Malerei. 2003 gründete er zusammen mit seiner Frau, der Fotografin Martine Franck, und seiner Tochter Mélanie die Fondation HCB in Paris. Der Künstler lebt in Paris.


Ort:
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin
Dauer der Ausstellung:
15. Mai - 15. August 2004
Öffnungszeiten:
täglich 10-20 Uhr, Dienstag geschlossen
Eintritt: 6 Euro, erm. 4 Euro, Familienkarte 12 Euro
Katalog zur Ausstellung:
"Wer sind Sie, Henri Cartier-Bresson?"
Das Lebenswerk in 602 Bildern
Schirmer/Mosel, München
ISBN 3-8296-0068-2
78 Euro, Ausstellungskatalog 49,80 Euro
www.berlinerfestspiele.de/gropiusbau/index-cartier.html


Kultur Beitrag vom 21.05.2004 Sabine Grunwald 

   




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