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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.06.2004

Bis zum 24. Oktober im Bauhaus-Archiv Museum für Gestaltung
Sabine Grunwald

Der "Afrikanische Stuhl". Das Möbelstück aus den Anfängen des Bauhauses wird mit anderen Frühwerken gezeigt und untermauert die einzigartige Stellung des Bauhauses



Der "Afrikanische Stuhl", ein seit 80 Jahren verschollen geglaubtes Möbelstück, wurde 1921 von Marcel Breuer und der Weberin Gunta Stölzl geschaffen. 1922 ging er in den Besitz an eine in Ilmenau wohnende Familie über, in deren Obhut er sich bis heute befand. Das an einen Thron erinnernde Möbelstück war bislang nur aus einer zeitgenössischen S/W Fotografie bekannt. Wie keine andere Arbeit verkörpert es den frühen Geist des Bauhauses. Um das einzigartige Möbel aus bemalten Eichenholz mit farbiger Textilbespannung ranken sich zahlreiche Legenden.

Der Stuhl war das erste Werk von Marcel Breuer, der später mit seinen Stahlrohrmöbeln zur Legende und zum Meilenstein in der Geschichte des Designs wurde.

Das aus Holz hergestellte Möbel mit seiner in kräftigen Farben gehaltenen Bemalung und Bespannung löst auch heute noch Assoziationen aus, die auf seinen Namen zurückzuführen sind. Doch wird damit über seine ursprüngliche Bestimmung wenig ausgesagt.

Für seine Nutzung gibt es mehrere Erklärungsmodelle. Er kann als "Thron" für den Bauhaus-Direktor bestimmt gewesen sein oder könnte auf die Architektur als Mutter aller Künste verweisen. Ebenfalls bietet sich die Interpretation des Möbels als eine Art Hochzeitsstuhl an, die auf die damals enge Beziehung zwischen Gunta Stölzl und Marcel Breuer verweist.

Die Farbgestaltung mit den ausschließlich in den Farben Rot und Blau ausgeführten Fassung der kreisrunden Sitzfläche verweist außerdem auf elementare Form-Farb-Zuordnungen. Gropius schreibt dem Dreieck die Eigenschaften "glühend Geist", "männlich Angriff", "leidenschaftlich-Liebe" und die Farbe Rot zu, dem Quadrat "kalt-Materie", "unerlöst-Schlaf", "weiblich-verharren" sowie die Farbe Blau. Der Kreis ist für ihn das Zeichen für das All, das Geist und Materie in einer vollkommenen Figur vereint.

Auch für die ungewöhnliche Zahl der Beine findet sich eine Theorie. In der biosophischen Lehre Ernst Fuhrmanns, der stark am Bauhaus rezipiert wurde, steht die Zahl drei für das Männliche, die Zahl Zwei für das Weibliche. Aus Form und Farbe der Sitzfläche, in Kombination mit den fünf Beinen (der Summe aus Mann und Frau) ergeben sich Hinweise auf die ganz persönliche Lebens- und Vorstellungswelt von Breuer und Stölzl. Doch haben die beiden über ihre damalige Beziehung stets Stillschweigen bewahrt, hielten sie diese doch für ihre Privatangelegenheit.

Mit dem Aufkommen der Bauhaus-Maxime Kunst und Technik eine neue Einheit ab 1923 wird er zum Symbol für eine Bauhaus Geschichte, die abgeschlossen war.

Das Bauhaus-Archiv zeigt diesen Stuhl zusammen mit weiteren Arbeiten aus den Anfängen des Bauhauses. Interessant ist der Versuch, einen von Marcel Breuer 1926 publizierten Bauhaus-Film anhand von fünf Möbelstücken nachzustellen, der die Entwicklung des Möbeldesigns vom Afrikanischen Stuhl bis zum Stahlrohrmöbel veranschaulicht.

Wie viele herausragende Kunstwerke entzieht sich der "Afrikanische Stuhl" einer eindimensionalen Interpretation. Vielmehr zeigt er die verschiedenen Vorstellungswelten, die am frühen Bauhaus parallel vertreten waren. Seine besondere Bedeutung liegt in der Geschichte des gesamten Bauhauses, da er beispielhaft die Vielschichtigkeit verkörpert, die dieses Institut immer auszeichnete.


Ausstellungsort:
bauhaus-archiv Museum für Gestaltung
Klingelhöfer Str. 14
10785 Berlin
Öffnungszeiten:
täglich, außer Dienstag, 10.00-17.00 Uhr
Dauer der Ausstellung:
16. Juni bis 24. Oktober


Kultur Beitrag vom 23.06.2004 Sabine Grunwald 

   




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