Eden - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Happy End 120 BPM Juden, Christen und Muslime. Im Dialog der Wissenschaften 500-1500
Aviva-Berlin > Kultur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 08.07.2004

Eden
Tatjana Zilg

Der polnische Zeichentrickfilm für Erwachsene entführt in eine mystische, sich transformierende Welt, die zahlreiche Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten bereit hält



Die naive Hauptfigur ist der Flötenspieler Youzeck. Der kleine Held wird auf seiner Reise durch Raum und Zeit konfrontiert mit den Widersprüchlichkeiten des Paradieses, des Himmels und der Welt, die bevölkert ist von Berühmtheiten wie Dalí, Chopin, Charlie Parker und Elvis Presley. Durch Schwarz-Weiß-Zeichnung sticht er hervor in der sonst sehr farbenprächtigen, surrealistischen Landschaft. Anstelle von Dialogen wird die Handlung des Filmes von Jazzkompositionen des bekannten Musikers Michal Urbaniak begleitet.

Ein Vulkan und eine Trompete eröffnen den Film. Ein buntes Bild mit sprießenden Blumen und singenden Vögeln erinnert an paradiesische Zustände. Doch dann wird die irdische Idylle durch einen großen, speienden Vogel namens Drogo gestört. Der Hirtenjunge Youzeck schläft im Laub unter einem Baum. Mit seinem Flötenspiel gelingt es ihn, den beängstigenden Vogel zu vertreiben. Aber die Transformation hat begonnen: Aus einer seiner Kühe wird eine Wolke, der er in die bizarre Welt der Metamorphosen folgt. Auf aberwitzige und tragikomische Weise stellt er sich den Kontrasten und Überraschungen, die seine Reise für ihn bereithält.

Kaum hat er sich etwas an die Surrealität seiner Umgebung gewöhnt, reißt die Erde plötzlich auf und er fällt in die Hölle. Zwischen tyrannischen Chefs, Partyorgien, Werwölfen und Schergen mogelt sich Youzeck mit einem staunenden und einem ängstlichen Auge durch das Labyrinth des Bösen. Die drei Heiligen erlösen ihn schließlich, indem sie ihn auf ein Raketenschiff holen, das ihn zum Himmelstor des Paradieses bringt. Als eine Touristengruppe dort einfällt, ist es vorbei mit der himmlischen Erholung: Nachtclubs, Casinos, Sportpaläste schießen aus dem Boden. Youzeck entkommt auf einer Giraffe. Der Zorn Gottes prasselt per Gewitter und Feuerengel auf den Rummelplatz nieder und zerstört diesen. Yuozeck gelangt mit den Tieren zu einer Arche Noah, die von einem Wal angetrieben wird. Nach weiteren Turbulenzen erreicht der kleine Weltenbummler Amerika und wird von der Freiheitsstatue begrüßt.

Der Regisseur Andrzej Czeczot emigrierte 1981 von Polen nach New York, wo er als Zeichner, Illustrator und Autor von Zeichentrickfilmen arbeitete. Nach der Rückkehr in seine Heimat machte er sich an die Realisation seines Lebenswerkes - einen Zeichentrickfilm von 85 Minuten Spielzeit. Für die Realisation überzeugte er den Inhaber der Firma "Europa", Thomas A. Filipczak.
Die Arbeit wurde 1996 begonnen und 2002 abgeschlossen: "Sechs Mal haben wir den Herrgott entworfen. Drei Jahre lang geprobt. Entschieden haben wir uns für den ersten - den menschlichsten. Er ist wohl wenig von sich begeistert."


Aviva-Tipp: Der sehr künstlerisch gezeichnete Zeichentrickfilm kontrastiert auf angenehme Art zu den High-Tech-Trickfilmen der Gegenwart. Liebevoll und raffiniert wurden die mythischen und doch alltäglichen Szenen und ProtagonistInnen entworfen und ausgeführt. Im Wechselspiel von surrealistischer und dadaistischer Assoziation entsteht eine Welt, auf die es sich sinnlich einzulassen lohnt.

Regie, Drehbuch & Bildbearbeitung: Andrzej Czeczot
Produktion: Thomas A. Filipczak
Musik: Michal Urbaniak
Gesang: Urszula Dudziak
Polen 2002
Verleih: Neue Visionen Filmverleih
Kinostart: 08.07.2004


Kultur Beitrag vom 08.07.2004 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken