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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 29.07.2004

Dea Loher Licht
Julia Rohrbeck

Ein Stück über das leise Leben und Sterben von Hannelore Kohl. Ein Text zwischen antikem Drama, Science Fiction und Requiem. Uraufführung am 19. August 2004, 20 Uhr in der Neuköllner Oper



Die Öffentlichkeit. Die Frau im Schatten. Im Schatten der Macht, einer großen Karriere, im Schatten des großen Mannes. Sie erträgt schließlich weder Sonne noch Wärme. Tötet ihren Hund, zuletzt sich selbst. Ihr Mann heißt Helmut Kohl und lebt.

Vier Sängerinnen nähern sich in den Klangräumen von Schlagwerk und Vibraphon und in der Choreographie Annette Reckendorfs diesem Leben im Schattenreich.
Mit der Musik von Wolfgang Böhmer (an der Neuköllner Oper u.a. Das Wunder von Neukölln, SommerNachtTraum, Love Bite) und inszeniert von Boris von Poser (nach der Regie für die preisgekrönte Oper Münchhausen seine zweite Arbeit an der Neuköllner Oper).
Implantiert in das Studio der Neuköllner Oper hat Thimo Plath ein Labor konzipiert, das den BesucherInnen strikt Verborgenes sichtbar macht und die Möglichkeit der Innenschau eröffnet.

Dea Loher gehört zu den erfolgreichsten jungen Autorinnen, deren Stücke im In- und Ausland gespielt werden. Nach der Beendigung ihres Germanistik- und Philosophiestudiums an der LMU-München wollte sie promovieren, doch eine Reise nach Brasilien inspirierte sie zu einer Auseinandersetzung mit der deutsch(-südamerikanischen) Nazi-Vergangenheit.
Das Ergebnis war Dea Lohers erstes Theaterstück Olgas Raum. Zu einer Zeit, als sich ganz Deutschland im Freudentaumel über Maueröffnung und Wiedervereinigung zu befinden schien, setzte Loher ganz andere Akzente, indem sie Folter und KZ, düstere Vergangenheit und die Abgründe des Seelenlebens auf die Bühne brachte.

Als das Stück 1991 uraufgeführt wurde, hatte Dea Loher sich bereits in Berlin an der Hochschule der Künste für den Studiengang "Szenisches Schreiben" eingeschrieben und die ersten Auszeichnungen als Jungautorin erhalten: Bereits 1990 bekam sie den Dramatikerpreis der Hamburger Volksbühne, 1992 den Playwrights Award des Royal Court Theatre in London, wo sie ebenfalls ein Stipendium wahrnahm, 1993 den Goethe-Preis des Goethe-Instituts sowie den Preis der Frankfurter Autorenstiftung, 1995 die Fördergabe des Schiller-Gedächtnis-Preises von Baden-Württemberg, 1997 den Jakob-Michael-Reinhold-Lenz-Preis der Stadt Jena und für ihr dramatisches Gesamtwerk den Gerrit-Engelke-Preis der Stadt Hannover.

Beim 23. Festival deutschsprachiger Gegenwartsdramatik in Mülheim erhielt sie den mit 20.000 Mark dotierten "Stücke"-Preis für Adam Geist. Dies machte Loher, lange nachdem die Fachwelt sie entdeckt hatte und lange nachdem ihre Stücke ins Englische, Italienische, Französische, Spanische, Finnische und Russische übersetzt wurden, auch in Deutschland einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
Am Hamburger Thalia Theater wurde die Zusammenarbeit mit der Uraufführung der Folgen Magazin des Glücks bis heute fortgesetzt. Jüngst wurde dort ihr neues Stück Das Leben auf der Praça Roosevelt uraufgeführt, welches kurz nach der hiesigen Uraufführung der Musiktheater-Fassung von Licht auf Einladung in Brasilien gezeigt wird.

Trotz vielfacher Auszeichnungen aus der Fachwelt verfolgt sie das Feuilleton verschiedener Tageszeitungen mit dem Vorwurf des Utopieverlustes und der Schwarzmalerei, die im starken Kontrast zum gegenwärtigen Trend stehen.

Über diesen Tadel fühlt sich Loher jedoch erhaben, indem sie sagt: "Eine Utopie als unerfüllbaren Traum kann man gar nicht verlieren. Davon erzählen doch meine Stücke dauernd, von dem Traum einer gerechteren, glücklichen Welt."

Sie will der "unverbindlichen Zerstreuungsindustrie" etwas entgegensetzen und der Gesellschaft so den Spiegel vorhalten: "Alles andere wäre verlogen."

Als ernste und ernst zu nehmende Stimme in einer globalen Unterhaltungsgesellschaft wird Dea Loher somit zu einer der wichtigsten geistigen Ressourcen Europas.

Obwohl sie als freie Schriftstellerin in Berlin lebt, hat Dea Loher in Hannover ihr Theater und ihren Regisseur in Andreas Kriegenburg gefunden. Der gleichaltrige Regisseur inszenierte dort die meisten ihrer Uraufführungen, so auch 1998/99 Adam Geist.


LICHT
Text: Dea Loher
Musik: Wolfgang Böhmer
Inszenierung: Boris von Poser
Musikalische Leitung: Olaf Taube / Franz Bauer
Choreographie: Annette Reckendorf
Ausstattung: Thimo Plath
DarstellerInnen: Regine Gebhardt, Veronika Nickel, Kathrin Unger und Cornelia Wosnitza sowie Franz Bauer /Olaf Taube amSchlagwerk
Spieltermine:
19./21.-22./27.-29. und 31. August, 1.-5./10./12.-13./16./18. und 28.-29. September sowie 5.-8. Oktober 2004, 20 Uhr

Tickets: 12-18 Euro, Vorbestellung unter 030 / 6889 0777, unter tickets@neukoellneroper.de
sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

Weitere Infos unter: www.neukoellneroper.de


Kultur Beitrag vom 29.07.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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