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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 30.07.2004

Liebe mich, wenn du dich traust
Tatjana Zilg

Eine bizarre Komödie über die spannungsgeladene Beziehung zweier Liebenden. Der Ausdruck ihrer Gefühle ist für sie nur in einem turbulenten, risikoreichen Spiel aus Gefahr und Provokation möglich



Ein kleines Blechkarussell wird zum Symbol für die unendliche Mutprobenkette, die sich durch das Leben von Julien (Guillaume Canet) und Sophie (Marion Cotillard) zieht. Schon in der Schule hatte Julien nur Augen für Sophie, ein kleines polnisches Mädchen, das aufgrund seiner Herkunft von den Klassenkameraden verspottet wird.
Diese Kindheitserfahrungen härten die sensible und einfallsreiche Sophie ab.
Sie verlangt von Julien, als er ihr teils aus Mitleid, teils aus Zuneigung ein wunderschönes Blechkarussell schenkt, den Schulbus zu bewerfen. Wenn er ihren Befehlen folgt, bekommt er für kurze Zeit sein Karussell wieder. Es folgen weitere Streiche, die so sehr an die Grenzen der Außenwelt gehen, dass die beiden Kinder in getrennte Schulklassen gesteckt werden. Aber dies kann ihre kleinen Attentate nicht mehr aufhalten.

Auch Julien ist familiär belastet. Seine Mutter ist todkrank und stirbt an Krebs, als er im Grundschulalter ist. In seinem Schmerz hat der Vater, der ohnehin vor allem mit Strenge erzieht, keine Aufmerksamkeit mehr für Julien. Obwohl Sophie für Juliens Eltern bisher ein Dorn im Auge war, holt der Vater sie nun zum Übernachten ins Haus und duldet die immer enger werdende Freundschaft. Mit der Pubertät kommt die Aggressivität in die provokativen Kinderspiele. Julien und Sophie hängen tiefer aneinander als die meisten Liebespaare, doch können sie sich dies nicht eingestehen. Stattdessen erhält die bizarre Bindung durch die Komponente der Eifersucht neue Dimensionen, die ihren Höhepunkt bei Juliens Hochzeit mit einer anderen Frau finden. Denn als er sein Kindheitsversprechen an Sophie nicht einhält, bei seiner Hochzeit auf die entscheidende Frage mit Nein zu antworten, stört diese massiv die Zeremonie. Julien rächt sich mit einer vernichtenden Tat. Sophie verlässt ihn entsetzt und verlangt, sich zehn Jahre nicht mehr zu sehen.

Mit der Heirat kommt die Langeweile in das Leben von Julien: Eine anständige Frau, ein Reihenhaus mit Garten, der sichere Job und zwei niedliche Kinder. Er sehnt sich schnell wieder nach dem Nervenkitzel. Ausgehungert nehmen Julien und die mittlerweile auch verheiratete Sophie das gefährliche Spiel wieder auf.

Dem Regisseur Yann Samuell ist es gelungen, die cineastischen Vorbilder "Fight Club" und Trainspotting" mit einer Essenz "Mary Poppins" zu verfeinern und zu einer hochkarätigen Mischung aus Zynismus und Poesie zu gestalten.

Aviva-Tipp: Wem Amélie zu brav war, wird Sophie lieben. Der Film spielt mit den Tücken der Langeweile und Gewöhnlichkeit, indem er zeigt, wie fesselnd es sein kann, die eigenen Grenzen zu überwinden und den Anderen herauszufordern. Dabei vergisst er nicht, auch die Kehrseite der Nervenkitzel darzustellen, wenn die beiden ProtagonistInnen als hilflose Kinder erlebbar werden, die nicht in der Lage sind, ihre Gefühle auszudrücken.




Liebe mich, wenn du dich traust
Orginaltitel: Jeux d´enfants
Frankreich 2003, 93 Minuten
Regie: Yann Samuell
DarstellerInnen: Guillaume Canet, Marion Cotillard, Thibault Verhaeghe, Joséphine Lebas-Joly, Emmanuelle Grönvold, Gérard Watkins, Gilles Lellouche, Julia Faure, Laetizia Venezia
Verleih: Alamode
Kinostart: 12.08.2004


Kultur Beitrag vom 30.07.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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