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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.11.2002

Do you like cockfights - Bond wird 40
Kirsten Böttcher + Meike Bölts

Fünf exotische Länder, drei Bondgirls und 50% Actionszenen: Bewähren sich die James-Bond-Ingredienzien auch in 007 - Die Another Day? AVIVA-Berlin nahm den Film genau unter die Lupe...



Am 28. November 2002 startet die Neuauflage des britischen, 40 Jahre währenden Gentleman-Mythos mit der "Lizenz zum Töten" in unseren Kinos. Die Another Day unter der Regie Lee Tamahoris ist der vierte Streifen mit Pierce Brosnan alias 007. Der 20. Bond sorgte schon einige Zeit vorher für Schlagzeilen, da die umtriebige Madonna einen Titelsong-für-Minirolle-Deal durchsetzen wollte. Wie wir ja wissen, Madonna schafft alle und deswegen sind gleich zwei AVIVA-Berlin-Redakteurinnen, Meike Bölts und Kirsten Böttcher, in die Kinositze geplumpst, um gute zwei Stunden später gemeinsam das Action-Abenteuer zu verarbeiten.

Meike: Leidet die männliche Agentenwelt eigentlich an komplettem Realitätsverlust?

Kirsten: Was war denn jemals real an diesem perfekt gedrillten Anzugträger, dem die Frauen in Scharen zu Füßen liegen? Wir feiern doch gerade das 40-jährige Bestehen eines männlichen Mythos, der nach getaner Prügelei im perfekt sitzenden Anzug an der Bar lehnt. In der einen Hand den Martini, im anderen Arm das dahin geschmolzene weibliche Opfer.

Meike: Es ist also wie bei jedem Bond: Man sollte weder nach dem Plot und schon gar nicht nach dem Warum fragen.

Kirsten: Aber immerhin gibt es eine Verbesserung: Der neue Bond reduziert tapfer die weiblichen Klischees, die beschränkt waren auf entweder durch 007-Kuss erweichtes Blondchen oder auf militant durchgeknallte Lederluder, die eigentlich auch nur von James geküsst werden wollten. Zwar hält man sich auch dieses Mal brav an den Bondschen Leitfaden, doch Halle Berry darf nicht nur verführen, sondern auch Gen manipulierende und DNS austauschende Mediziner auslöschen und beinharte, finale Duelle bestehen. Auch wenn sie das gute Bondgirl ist, heißt das noch lange nicht, dass sie ständig seine Hilfe bräuchte oder nicht unabhängig agieren könnte. Okay, es gibt Ausnahmen: Man wird einem Bond-Film niemals Feminismus vorwerfen können...
Aber der geheimdienstliche Technikzauber ist doch das reinste Vergnügen!

Meike: Zugegeben: Visuell nicht wahrnehmbare Autos haben schon ihren Reiz. Besonders, wenn man in Island vor einem superduper Eispalast drüber stolpert! Q hat sich wieder selbst übertroffen. Ganz nebenbei ist der britische Geheimdienst auch im 3-D-Zeitalter angekommen, was ganz neue Perspektiven eröffnet.

Kirsten: Die Kunst eines guten 007 besteht doch in der nicht gerade leichten Aufgabe, das Altbewährte immer wieder neu zu erfinden!

Meike: Was meinst du mit "Altbewährtem"? Frauen, Autos und Waffen?!

Kirsten: Naja, sogar Mister Bond hat sich gewandelt!

Meike: Ja, James ist erstaunlich menschlich geworden...

Kirsten: ....und sieht am Anfang alles andere als glorreich aus. Denn in Die Another Day schliddert der eigentlich so unschlagbare Agent in eine ungewöhnlich ausweglose Situation. Bond muss wirklich leiden! Brosnan darf eine geradezu menschliche Figur spielen, an deren charmanter Fassade ordentlich gekratzt wird....

Meike: ...aber gib ihm einen Rasierer und er ist wieder der alte James, dessen Rachegelüste rein zufällig mit den Interessen des britischen und amerikanischen Geheimdienstes zusammen fallen. Nun gilt es, Gustav Graves (Toby Stephens) und Zao (Rick Yune) ihr Weltraumblitzdings wegzunehmen. Anbei: Muss der Weltretter immer Macho sein?

Kirsten: Da es in diesem Falle beschlossene Sache ist, dass der Weltretter männlich sein und Ordnung ins drohende Chaos bringen soll, muss James natürlich aktiv werden: Klare Verhältnisse! Das kann - besonders im fiktiven Rahmen - auch Frauen begeistern. Diese Macho-Sprüche könnte man eigentlich auch durch Luftblasen ersetzen und ich fände die Bilder trotzdem beeindruckend...

Meike: Apropos beeindruckend: John Cleese ist ein Glücksgriff als neuer Q, oder?

Kirsten: Die Besetzung kann sich wirklich sehen lassen. Die Oscar dekorierte Halle Berry sowieso. In der eher unbekannten Rosamund Pike - im Film mit dem wenig subtilen Namen Miranda Frost versehen - hat sie einen ihr würdigen Gegenpart gefunden. Und um endlich auf Madonna zu kommen: Sie darf sich doch geschätzte 20 Sekunden mal von vorne und hinten ruhig stehend präsentieren und zwei immerhin andeutungsreiche Sätze herausbringen.

Meike: Bond hat mich wirklich überzeugt. Pierce Brosnan sieht nun mal nicht nur exzellent aus, sondern beweist sogar eine gewisse Smartness: Er setzt tatsächlich nicht nur Kraft und Körper, sondern auch sein Hirn ein. 134 Minuten Spannung und Unterhaltung. Besonders der Show-Down lässt einen nicht zur Ruhe kommen.

Kirsten: Der neue Bond ist der beste der Brosnan-Tetralogie. Product placement kann ja pervers spannende Effekte haben, wenn ich an die Autoshow denke...für James Bond ist die Welt der Cyborgs und Simulationen ein entschiedener Gewinn. Doch trotz aller Virtualität: auch die gute, alte Fechtkunst kann´s in sich haben...

Parallel zum Bondstart am 28. November 2002 ist im Martin-Gropius-Bau zur Zeit eine Ausstellung des Deutschen Filmmuseums zu sehen: Ken Adams: James Bond - Berlin-Hollywood - Visionäre Filmarchitektur. Weitere Infos unter www.gropiusbau.de



Die Another Day
Regisseur: Lee Tamahori
Pierce Brosnan, Halle Berry, Rosamund Pike und Toby Stephens
134 min
20th Century Fox, 2002
Freigegeben ab 12 Jahren
www.jamesbond.com

Kultur Beitrag vom 27.11.2002 AVIVA-Redaktion 

   




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